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Neues Peak-Gold Jahr

15.02.2012  |  Dr. Jürgen Müller
In Ihrem neuen Bericht für 2011 weist das U.S. Geological Survey (USGS) eine Goldförderung von geschätzten 2.700 Tonnen aus [1]. Das bisherige Förderhoch aus dem Jahr 2003 betrug nach Zahlen derselben Behörde 2.590 t. D.h. 2011 war ein neues "Peak-Gold" Jahr mit der bisher höchsten jährlichen Goldförderrate.

Verwunderlich ist dies nicht, läuft doch der aktuelle Goldboom seit ca. 10 Jahren und ist dies genau die Zeit, in der aus Projekten tatsächlich produzierende Minen werden. Auch in meiner Dissertation, die Ende letzter Woche in Buchform erschienen ist, schreibe ich als Fazit meiner Arbeit: "[Es] ist demnach festzuhalten, daß die bisherige höchste Förderrate von 2.590 t im Jahr 2003 auf Grundlage der aktuellen Datenbasis in der Zukunft noch übertroffen werden kann und vermutlich auch wird, d. h. eine Postulierung des Jahres 2003 als das Jahr der maximalen Förderrate ist mathematisch nicht zu rechtfertigen." [2]

In der Tat zeigen mathematische Modellierungen, dass das Förderpeak nach aktueller Datenlage erst in den Jahren 2027 - 2044 erwartet werden kann, und zwar mit einer maximalen jährlichen Förderrate von ca. 3.000 t. Je höher und später dieses Peak jedoch ausfallen wird, umso schneller kann und muss der Abfall der Goldförderung angenommen werden, da die Menge an Gold, die mit den traditionellen Methoden des Bergbaus gewonnen werden kann, nicht beliebig erweiterbar ist.

Zu den Zahlen des USGS-Berichtes:

Die Berichte des USGS weisen zunächst immer nur vorläufige Zahlen für das zuletzt abgelaufene Produktionsjahr aus. Der Bericht des Folgejahres verifiziert diese Zahl dann nochmals. Zumeist wird die Produktionszahl nach unten korrigiert. Für das Jahr 2010 wird die Förderung jedoch von 2.500 t auf 2.560 t revidiert, d.h. um 2,4% nach oben korrigiert. Für 2011 weist der Bericht, wie bereits erwähnt, eine Förderung von geschätzten 2.700 t aus, was einer prozentualen Steigerung von 5,5% entspricht.

Die Rangfolge der Förderländer liest sich wie folgt:

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Bis auf Peru, Indonesien und Brasilien konnten alle großen Goldförderländer ihre Förderung, z.T. substantiell, erweitern. Auch Südafrika, welches in den vergangenen Jahren einen mehr oder minder steilen Abfall der Förderraten zu verkraften hatte, konnte die Förderung in 2011 stabil halten. Das größte Förderland China weist mit einer statischen Reichweite von 5,3 Jahren mit Abstand die niedrigste Reservenbasis aus. Insgesamt blieben die globalen Reserven mit 51.000 t zum Vorjahr unverändert. Ressourcen werden vom USGS schon seit dem Bericht 2010 nicht mehr publiziert, da eingestanden wurde, dass diesen Zahlen nur grobe Schätzungen zugrunde lagen.

Ich erwarte auch für die kommenden Jahre aufgrund der steigenden Nachfrage eine moderate Steigerung der Förderung. Bisher wurden nach Zahlen des USGS ca. 161.000 t Gold gefördert. Meine mathematischen Modelle indizieren, dass insgesamt kumuliert zwischen 330.000 und 440.000 t Gold gewonnen werden können.

Die expliziten Fragestellungen, die ich in meiner Dissertation bearbeitet habe lauten:

  • a) Wie werden geologische, ökonomische, soziale und politische Einflüsse die Goldförderung in der Zukunft qualitativ beeinflussen?
  • b) Sind die Erkenntnisse der Hubbert'schen Öl-Modellierungen auf die Förderung von Gold anwendbar?
  • c) War das Jahr 2003 mit einer Förderung von 2.590 t das Jahr der höchsten Förderrate, oder ist in Zukunft auf Grundlage der vorhandenen Datenbasis mit einer höheren jährlichen Förderung zu rechnen?

Obwohl der Text dem Zwecke nach z.T. mathematischer und wissenschaftlicher Natur ist, denke ich dennoch, dass geneigte Leser aus dem Text wertvolle Rückschlüsse ziehen können. Die Disputation an der Universität Würzburg erfolgte am 01.02.2012.


Quellen:

[1] http://minerals.usgs.gov/minerals/pubs/commodity/gold/mcs-2012-gold.pdf
[2] Jürgen Müller: "Modellierung der globalen Goldproduktion durch Anwendung der Hubbert'schen Peak-Oil Methodik", BoD-Verlag Norderstedt, ISBN 978-3844818130, 212 Seiten, 15,90 €.


© Jürgen Müller
www.goldsilber.org, www.technologiemetalle.org, www.werteinlagerung.de


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