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Von der Gold-Bubble weit entfernt (Teil II)

14.03.2012  |  The Gold Report
Den ersten Teil können sie hier lesen ...

The Gold Report: Sie hatten Anlegern ein diversifiziertes Portfolio empfohlen - mit jeweils 20% bis 30% in Gold, Immobilien, Aktien und Barmittel. Wer sich hauptsächlich auf Aktien konzentriert, setzt sich, wie wir eben festgestellt hatten, enormer Volatilität aus. Was denken Sie? Hoher Wert? Hohe Marktkapitalisierung? Dividenden? Vielleicht spekulativer, beispielsweise Goldbergbauaktien?

Marc Faber: Da ich in Asien lebe, kenne ich die asiatischen Märkte und Wirtschaften recht gut. Ich habe einen Hang zu asiatischen Aktien, weil ich gerade an Orten wie Malaysia, Thailand, Singapur und Hongkong Aktien finde, die mir Effektivrenditen von 4% bis 7% bringen. Mit solchen Erträgen werde ich wenigstens für’s Warten bezahlt. Und selbst wenn diese um 5% gekürzt würden, hätte ich immer noch einen besseren Cashflow, als ich ihn mit, sagen wir, US-Staatsanleihen hätte. Daher fühle ich mich mit meinen Aktienanlagen doch recht zuversichtlich.

Da ich 25% meines Portfolios in Aktien halte, hätte ich, für den Fall, die Aktienmärkte fielen um 50%, noch an anderer Stelle in meinem Portfolio Geld, um mehr Aktien zu kaufen. Ich prognostiziere jetzt keinen Marktverlust von 50%, ich will damit nur sagen, dass ich so aufgestellt bin, dass ich mehr Geld in Aktien stecken könnte a) durch meinen Cashflow b) durch meine Erträge und c) meine Barposition. Und ich besitze übrigens auch ein paar Goldaktien über Aktienoptionen, weil ich in den Vorständen verschiedener Explorationsunternehmen bin.


The Gold Report: Sie sind also ganz zufrieden, über Dividendenwerte für's Warten bezahlt zu werden. Würden Sie sich also als "buy-and-hold-Investor“ bezeichnen?

Marc Faber: Bei meinem Portfolioanteil von 25% Aktien kann ich es mir auch leisten, diese zu halten. Wäre ich zu 100% in Aktien investiert, würde ich von Zeit zu Zeit sicher auch ans Verkaufen denken.


The Gold Report: Kommen wir nochmal kurz auf Asien zu sprechen: In der US-Presse dominierten in letzter Zeit eher die Entwicklungen in Europa. Asien wurde quasi auf Seite 2 verwiesen. Wie nehmen Sie aktuell die asiatischen Märkte und die Wirtschaften dort wahr?

Marc Faber: Noch gibt es dort keine Rezession, obwohl sich die Wirtschaftsaktivität schon abkühlt und manche Unternehmensgewinne enttäuschen. Die große Frage ist nun, ob wir in den nächsten 6 bis 12 Monaten ein Problem bekommen, das von einer deutlichen Abkühlung oder sogar einem Crash der chinesischen Wirtschaft herrührt. Das könnte passieren.

Zweitens: Ich erkenne zwar nicht überall aber zumindest in einigen Fällen eine Bubble im Immobilienmarkt, so wie auch im gesamten Luxusgüterbereich - Luxusanwesen, Gemälde, Kunstgegenstände, Luxuswarenhäuser und -geschäfte, Schweizer Uhrenhersteller. Sie alle machen gerade sehr gute Geschäfte. Meiner Ansicht nach gibt es praktisch im gesamten Nobelsegment des Marktes eine Blase. Das macht mir ein klein wenig Sorgen. Das wird vielleicht noch ein Jahr so weitergehen, aber nicht ewig, deswegen bin ich relativ vorsichtig.

Aber abgesehen davon, bedienen auch viele Unternehmen in Asien nicht die Luxuskonsumenten, sondern die aufstrebende, wachsende Mittelklasse. Ich denke, die sind doch ganz vernünftig aufgestellt, um eine Rezession zu überstehen.






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