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China drückt Rohstoffpreise

25.04.2012  |  Adam Hamilton
Der Rohstoffmarkt hat sich seit Ende Februar als völliger Reinfall erwiesen, während die Aktienmärkte eine Rally erlebt haben. Die schwachen Preise haben die Stimmung am Rohstoffmarkt nach unten gezogen, sodass viele Händler aus Rohstoffaktien flüchteten. Auf der Suche nach dem Sinn dieses Chaos stolpert man immer wieder über einen bestimmten Faktor. Die westliche Wahrnehmung der chinesischen Wirtschaft hat sich als wahrer Widerstand für die Rohstoffpreise ausgewirkt.

China stellt in der Tat einen der Hauptfaktoren für die Rohstoffbullenmärkte des vergangenen Jahrzehnts dar. Im bevölkerungsreichsten Land der Welt konsumieren 1,3 Mrd. EinwohnerInnen enorme Ressourcenmengen. China ist die am schnellsten wachsende, führende Wirtschaftsmacht auf diesem Planeten, wodurch China kürzlich auf Platz Zwei der führenden Wirtschaftsmächte gleich hinter die USA katapultiert wurde. Außerdem ist China der zweitgrößte Importeur weltweit.

Der Großteil der Importe besteht aus Rohstoffen, die in den zahlreichen Fabriken Chinas zu Endprodukten verarbeitet werden, die wiederum exportiert werden. Als weltgrößter Exporteur nutzt China massive Rohstoffmengen, um diese Maschinerie am Laufen zu halten. Durch das aus dem Export resultierende Einkommen wird der Lebensstandard der ChinesInnen unaufhaltsam erhöht und mehr Wohlstand führt selbstverständlich zu einem höheren Pro-Kopf-Rohstoffverbrauch.

China spielt also zweifellos die Schlüsselrolle des Rohstoff-Booms und das rasante Wachstum dieser Wirtschaftsmacht ist einmalig in der Geschichte der Menschheit. Aus diesem Grund klammern sich westliche Investoren und Spekulanten an jeden Datenpunkt, der Aufschluss über die Lage der chinesischen Wirtschaft gibt. Zur Enttäuschung von Rohstoffen und den Aktien ihrer Produzenten liegen diese Zahlen seit kurzem unter den westlichen Erwartungen.

Am Freitag, den 13. April, veröffentlichte das chinesische Bundesamt für Statistik die BIP-Zahlen des ersten Quartals. Obwohl sich das Wirtschaftswachstum auf unglaubliche 8,1 Prozent jährlich beläuft und alle anderen Länder nur vor Neid platzen können, reagierten die Händler mit Enttäuschung. Das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal belief sich auf 8,9 Prozent, wodurch Chinas Wirtschaftswachstum als „rückläufig“ gesehen wurde. Und angesichts der ursprünglichen Prognose von 8,3 Prozent hat China einen schnelleren Rückgang erlebt als befürchtet.

Am 13. April flüchteten Futures-Händler aus Rohstoffen und der führende Rohstoff-Index sank um 1,2 Prozent und erreichte neue Korrektur-Tiefstwerte. Leider gehörten Situationen wie diese im letzten Jahr zur Normalität. Ich könnte ohne Probleme ein Essay mit diesen Ereignissen und ihren Konsequenzen für den Markt füllen. Im Moment geht es jedoch darum, dass die Ängste vor einer Rezession Chinas zweifellos ein Dorn im Auge der Rohstoffpreise sind.

Bereits im Rahmen meiner Betrachtungen zum Rohstoffaktien-Sell-Off habe ich mich gefragt, welche Rolle die chinesischen Aktienmärkte spielen. Hier in den USA bestimmt der S & P 500 (SPX) die Stimmung des gesamten Landes. Auf diesen Zusammenhang bin ich vor kurzem in einem Essay über die Auswirkungen des SPX auf die bevorstehenden Wahlen in den USA eingegangen. Gier und Angst sind ein weltweites Phänomen. Warum sollte es in China anders sein?

Beeinträchtigt das Schicksal der chinesischen Aktienmärkte die Einstellung der Händler zur Wirtschaft dieses Landes im Land selbst und auf der ganzen Welt? Und wenn die chinesischen Aktien vor kurzem wirklich schwach waren, war dies ein wesentlicher Grund für die Abweichung von den Rohstoffpreistendenzen? Ich habe mich mit diesen Fragen beschäftigt und die Ergebnisse sind äußerst interessant. Die US-amerikanischen Rohstoffpreise sind den chinesischen Aktienmärkten in letzter Zeit in der Tat nach unten gefolgt.

Selbstverständlich können die US-amerikanischen Aktienpreise am besten anhand des SPX gemessen werden und die Rohstoffpreise anhand des Continuous Commodity Index (CCI). Das chinesische Äquivalent zum SPX ist der Shanghai Stock Exchange Composite Index (SSEC). Dieser basiert auf der gesamten Marktkapitalisierung aller Indexkomponenten im Verhältnis zu ihrem Beginn im Dezember 1990. Zum SSEC gehören, wie auch zum NASDAQ Composite, alle an der jeweiligen Börse gelisteten Unternehmen.






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