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Gold von allgemeiner Marktflaute und Euroschwäche in die Tiefe gerissen

21.05.2012  |  Thorsten Proettel
Seitdem im September 2011 mit rund 1.920 USD ein neues Allzeithoch erreicht wurde, befindet sich der Goldpreis in einer volatilen Korrekturphase. Sowohl Ende September und Ende Dezember letzten Jahres wie auch in dieser Woche wurde die Marke von 1.540 USD je Feinunze unterschritten. Die Notierungen sanken am Mittwoch bis auf 1.527 USD. Die in den letzten Tagen beschleunigte Talfahrt endete damit fast exakt am Tiefpunkt vom 29.12.2011 (1522 USD). In den letzten Handelsstunden erholte sich der Goldpreis dynamisch. Eine Feinunze kostet aktuell 1.591 USD.

"Sicherer Hafen“ oder "Risky Asset“

Der Goldpreis kämpfte in den vergangenen Monaten mit einer Reihe von Hiobsbotschaften. Die Anlegernachfrage hierzulande lahmte und aus den Schwellenländer war von niedrigeren Umsätzen bei den Goldhändlern zu hören. Noch entscheidender war, dass Gold seinen Status als "sicherer Hafen“ zu verlieren schien. Seit Herbst letzten Jahres machten sich Rückgänge der Aktienkurse stets auch mit niedrigeren Goldnotierungen bemerkbar. Vor allem kurzfristig orientierte Markt-teilnehmer verkauften Gold, wenn die Dividendentitel sanken, um das Verlustrisiko ihres Portfolios zu reduzieren. Daneben litt der Goldpreis unter dem starken US-Dollar, der angesichts der weiterhin schwelenden Eurokrise die Rolle als "sicherer Hafen" übernahm. Für europäische Anleger wurde die Talfahrt des Goldpreises durch die Wechselkursänderungen jedoch gedämpft.

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Fundamentale Lage hellt sich wieder etwas auf

Im 1. Quartal 2012 legte die zuvor stagnierende Gold-nachfrage chinesischer Privathaushalte leicht zu. Nach Angaben des World Gold Councils wurden im Reich der Mitte rund 255 Tonnen Schmuck- und Anlagegold erworben. Indien wurde damit klar auf den zweiten Rang verwiesen. Die Nachfrage auf dem Subkontinent, die aktuell unter einer Währungs- und Konjunkturschwäche leidet, ging um 29% gegenüber dem Vorjahresquartal zurück. In den kommenden Woche könnten die Käufe jedoch wieder etwas anziehen. Die indische Regierung lenkte am 7. Mai im Steuerstreit mit den streikenden Goldjuwelieren ein. Die Verkaufssteuer wird rückgängig gemacht, die auf 4% erhöhte Importsteuer auf Gold bleibt jedoch bestehen. Weltweit schwächten sich die physischen Anlagekäufe um 17% im Vergleich zum 1. Quartal 2011 ab. Sie befinden sich aber weiterhin auf einem hohem Niveau.

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Preis zu stark gefallen

In den letzten Stunden konnte sich der Goldpreis etwas von der Wechselkursentwicklung abkoppeln und in Deutschland wurden vermehrt Anlegerkäufe registriert. Vor dem Hintergrund der gescheiterten Regierungsbildung in Athen und den angekündigten Neuwahlen wird mittlerweile offen über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone diskutiert. Dies zeigt, dass Gold demnächst wieder seine alte Stellung einnehmen könnte. Vor diesem Hintergrund und angesichts des starken Preisverfalls halten wir eine Erholung des Goldpreises in Richtung der 1.700-USD-Marke für wahrscheinlich.


© Thorsten Proettel
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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