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02.06.2012   07:23 Uhr  | Thorsten Proettel

Gold prallt mehrmals an charttechnischer Unterstützung ab

Schwacher Euro negativ für Gold

Griechenlands vermuteter, möglicher oder zumindest befürchteter Austritt aus dem Euro. Dazu die wieder ansteigenden Anleiherenditen anderer Peripheriestaa-ten Eurolands. Und schließlich die desolate Lage der spanischen Banken. - Wer angesichts der positiveren Marktstimmung im 1. Quartal geglaubt hatte, dass die Schuldenkrise vorüber sei, der wurde wieder einmal eines besseren belehrt. Alles zusammen brachte die europäische Gemeinschaftswährung beziehungsweise den Wechselkurs zum US-Dollar in den vergangenen Wochen unter Druck. Und entsprechend gab auch Gold nach, das bereits seit August 2011 wieder einmal stark negativ zur US-Währung korreliert ist.

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Charttechnische Unterstützung hält bislang

Obwohl der Euro gegenüber dem US-Dollar in den letzten drei Wochen weiter abstürzte, stabilisierte sich der Goldpreis oberhalb der Marke von 1.520 US-Dollar je Feinunze: Auf diesem Niveau verläuft seit September 2011 eine markante charttechnische Unterstützung, an welcher der Goldpreis mehrmals abgeprallt ist. Aktuell sieht es so aus, als ob die Marke halten würde. Zwar waren die letzten Daten zur Fundamentallage des Edelmetalls durchwachsen. Insbesondere in Indien sinkt die Goldnachfrage derzeit spürbar und für das 1. Quartal wurde mit 5,3% ggü. dem Vorjahreszeitraum das schlechteste Wirtschaftswachstum auf dem Subkonti-nent seit 9 Jahren gemeldet.

Ein Einbruch des Goldpreises ist angesichts der hohen chinesischen Nachfrage und vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise nicht unmittelbar in Sicht. Sollte die Marke von 1.520 US-Dollar dennoch unterschritten werden, dann ist mit einem massiven Preisrutsch zu rechnen. Einerseits würden Stopploss-Verkäufe ausgelöst werden. Andererseits stehen viele Spekulanten schon in den Startlöchern, um diese auf dem Silbertablett servierte Chance nutzen zu können. Der Abwärtstrend seit September 2011 ist jedenfalls intakt und die 200-Tage-Linie hat zum ersten Mal seit 2008 nach unten gedreht.

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Platinpreis derzeit auf Förderkostennivau

Der Platinpreis wird derzeit dagegen kaum von der Charttechnik beeinflusst. Da die Platinnachfrage u. a. aufgrund der Wirtschaftsschwäche stockt, ist der Preis des hauptsächlich in der Fahrzeugindustrie genutzten Edelmetalls auf das Niveau der Förderkosten im wichtigsten Herkunftsland Südafrika gefallen. Die zwischen-zeitlichen Schwankungen gehen zudem auf das Konto der Wechselkursbewegung des Rands zum US-Dollar. Minenschließungen dürften mittelfristig wieder zu einem Anziehen des Preises führen.

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© Thorsten Proettel
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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