07.06.2012 10:17 Uhr
| Folker Hellmeyer
EZB übt sich in der "Steady Hand"
Der Euro eröffnet heute (08.00 Uhr) bei 1.2565, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1.2441 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 79.45. In der Folge notiert EUR-JPY bei 99.85, während EUR-CHF bei 1.2012 oszilliert.
Die EZB hat den Erwartungen des Marktes entsprochen, indem sie eine Politik der "Steady Hand" derzeit umsetzt. Die Bestandsaufnahme seitens Draghis ist nüchtern und trifft den Kern. Wir verweisen auf die Rubrik "Letzte Nachrichten" mit den Zitaten zu ausgewählten relevanten Themen.
Bezüglich der anstehenden Wahlen in Griechenland, die sowohl "Eventrisiko", aber auch "Eventchance" sind, gilt es für die EZB, das Pulver trocken zu halten.
Ansonsten lassen sich die Granden der europäischen Politik zu dem Thema einer politischen Union der Eurozone ein. Eine Bankenunion ist neben der Fiskalunion ein wesentliches Thema. Diese Tendenz ist zu begrüßen. Sie belegt, dass die elementare Bedeutung der Eurozone für Wohlstand und Perspektive allen 17 Teilnehmer bewusst ist.
Aktuell zeigen sich Ansätze einer Entwicklung hin zu einem Europa der zwei Geschwindigkeiten. Bezüglich der angelsächsischen aber auch schwedischen Bremsmanöver ist diese Entwicklung schlicht weg und ergreifend erforderlich.
Spanien steht derzeit im Fokus der Finanzmärkte. Enttäuschende Konjunkturdaten verschärften die kritische Wahrnehmung. Per April sank die Industrieproduktion in Spanien um -8,3% nach zuvor -7,5%. Der Blick auf den Chart verdeutlicht die Zuspitzung insbesondere per März und April.
Es wird zunehmend entscheidend für den Fortbestand der Eurozone, dass in der Reformpolitik verstärktes Augenmerk auf eine relative Stabilität der Konjunktur gelegt wird. Ansonsten wird die gesellschaftspolitische Stabilität in den Reformländern gefährdet und ein antieuropäisches Sentiment forciert.
Die deutsche Industrieproduktion enttäuschte auf ersten Blick auf ganzer Linie. Per April kam es zu einem Rückgang um -2,2%. Die Prognose war bei -1,0% angesiedelt. Mehr noch wurde der Vormonatswert von +2,8% auf +2,2% revidiert. Im Jahresvergleich stellte sich ein Rückgang um -0,7% nach zuvor +1,3% ein. Die konjunkturellen Bremsspuren nehmen zu. Die Korrelation zur politischen Krise sind ausgeprägt.
Das BIP der Eurozone per 1. Quartal 2012 lieferte im Quartalsvergleich ein Nullwachstum. Im Jahresvergleich ergab sich ein leichter Rückgang um -0,1% nach zuvor 0,0%. Die Ergebnisse der 1. Schätzung wurden damit bestätigt. Marktwirkung ging von der Veröffentlichung nicht aus.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein nachhaltiges Überwinden des Widerstandsfelds bei 1.2820 - 50 neutralisiert den negativen Bias des Euros.
Viel Erfolg!
© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank
Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Bremer Landesbank oder deren assoziierter Unternehmen dar. Sie können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Emittenten oder Wertpapiere erwähnt werden. Hier enthaltene Informationen können auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestellte, kundenspezifische und objektorientierte Beratung nicht ersetzen. Bitte setzen Sie sich deshalb mit Ihrem bei der Bremer Landesbank zuständigen Berater in Verbindung.
Die EZB hat den Erwartungen des Marktes entsprochen, indem sie eine Politik der "Steady Hand" derzeit umsetzt. Die Bestandsaufnahme seitens Draghis ist nüchtern und trifft den Kern. Wir verweisen auf die Rubrik "Letzte Nachrichten" mit den Zitaten zu ausgewählten relevanten Themen.
Bezüglich der anstehenden Wahlen in Griechenland, die sowohl "Eventrisiko", aber auch "Eventchance" sind, gilt es für die EZB, das Pulver trocken zu halten.
Ansonsten lassen sich die Granden der europäischen Politik zu dem Thema einer politischen Union der Eurozone ein. Eine Bankenunion ist neben der Fiskalunion ein wesentliches Thema. Diese Tendenz ist zu begrüßen. Sie belegt, dass die elementare Bedeutung der Eurozone für Wohlstand und Perspektive allen 17 Teilnehmer bewusst ist.
Aktuell zeigen sich Ansätze einer Entwicklung hin zu einem Europa der zwei Geschwindigkeiten. Bezüglich der angelsächsischen aber auch schwedischen Bremsmanöver ist diese Entwicklung schlicht weg und ergreifend erforderlich.
Spanien steht derzeit im Fokus der Finanzmärkte. Enttäuschende Konjunkturdaten verschärften die kritische Wahrnehmung. Per April sank die Industrieproduktion in Spanien um -8,3% nach zuvor -7,5%. Der Blick auf den Chart verdeutlicht die Zuspitzung insbesondere per März und April.
Es wird zunehmend entscheidend für den Fortbestand der Eurozone, dass in der Reformpolitik verstärktes Augenmerk auf eine relative Stabilität der Konjunktur gelegt wird. Ansonsten wird die gesellschaftspolitische Stabilität in den Reformländern gefährdet und ein antieuropäisches Sentiment forciert.
Die deutsche Industrieproduktion enttäuschte auf ersten Blick auf ganzer Linie. Per April kam es zu einem Rückgang um -2,2%. Die Prognose war bei -1,0% angesiedelt. Mehr noch wurde der Vormonatswert von +2,8% auf +2,2% revidiert. Im Jahresvergleich stellte sich ein Rückgang um -0,7% nach zuvor +1,3% ein. Die konjunkturellen Bremsspuren nehmen zu. Die Korrelation zur politischen Krise sind ausgeprägt.
Das BIP der Eurozone per 1. Quartal 2012 lieferte im Quartalsvergleich ein Nullwachstum. Im Jahresvergleich ergab sich ein leichter Rückgang um -0,1% nach zuvor 0,0%. Die Ergebnisse der 1. Schätzung wurden damit bestätigt. Marktwirkung ging von der Veröffentlichung nicht aus.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein nachhaltiges Überwinden des Widerstandsfelds bei 1.2820 - 50 neutralisiert den negativen Bias des Euros.
Viel Erfolg!
© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank
Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Bremer Landesbank oder deren assoziierter Unternehmen dar. Sie können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Emittenten oder Wertpapiere erwähnt werden. Hier enthaltene Informationen können auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestellte, kundenspezifische und objektorientierte Beratung nicht ersetzen. Bitte setzen Sie sich deshalb mit Ihrem bei der Bremer Landesbank zuständigen Berater in Verbindung.
Diesen Artikel: Empfehlen:









