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18.06.2012   09:47 Uhr  | Jürgen Büttner

Noch nicht der letzte Akt in der Griechen-Posse!

In Griechenland wurde am Sonntag mal wieder gewählt. Im Vorfeld war dieser Urnengang bekanntlich als Schicksalswahl für das Land, wenn nicht sogar für ganz Europa aufgeputscht worden. Der Euro-Verbund steht zwar in der Tat auf der Kippe, doch ob sein Schicksal letztlich wirklich nur an dieser Wahl hängt, erscheint doch eher fraglich.


Es mangelt an Einsicht

Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe zeichnet sich zwar ein Wahlsieg der konservativen Nea Dimokratia vor dem Linksbündnis Syriza ab. Doch selbst wenn es zu einer Regierungsbildung durch die Parteien kommen sollte, welche die EU-Sparauflagen "nur“ nach verhandeln und nicht wie die Syriza aufkündigen wollen, spricht nach den bisherigen Erfahrungen trotzdem einiges dafür, dass das gespaltene Land auch künftig nur vor sich hinwursteln wird.

Das ist fatal, denn eigentlich bräuchte eine Nation, die so tief im Schlamassel steckt wie die Griechen, nichts dringender als den festen Willen, sich gemeinsam aus dem Sumpf zu ziehen. Durch meinen Lebensmittelpunkt in Südosteuropa konnte ich in den vergangenen Jahren auch einiges über Griechenland lernen. Und die von mir gemachten Beobachtungen passen ganz ehrlich gesagt zu dem, wie sich das Land jetzt präsentiert. Was mir an der Mentalität beispielsweise überhaupt nicht gefällt, ist die weit verbreitete Grundhaltung, Fehler lieber bei anderen zu suchen als bei sich selbst. Statt sich einzugestehen, in den letzten Jahrzehnten eindeutig über den eigenen Verhältnissen gelebt zu haben, klagt man lieber über die bösen Deutschen, die den Griechen jetzt so viele Sparopfer abverlangen würden.


Fass ohne Boden

Wie der Hase wirklich läuft, lässt sich unter anderem daran ablesen, dass viele Griechen im Steuerhinterziehen weiter einen Volkssport sehen. Zudem ziehen viele von ihnen auch ihre Gelder vom heimischen Bankkonto ab. Während die EU Milliarden an Hilfsgelder bereit stellt, die aus Steuergeldern der restlichen EU-Bürger stammen, bringen viele Griechen ihr Geld lieber im Ausland in Sicherheit. Und weil dies der allgemein vorherrschenden Mentalität entspricht, kann ich schon jetzt versprechen, dass uns Griechenland noch einiges mehr als bisher ohnehin schon kosten wird. Nachdem aber offenbar der Super-Wahl-GAU ausgeblieben ist, könnte es kurzfristig durchaus zu einer Erleichterungsrally kommen.

Erfolgreiche Rohstoff-Trades wünscht


© Jürgen Büttner
Chefredakteur Rohstoff-Trader



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18. Juni 2013 - 23:43 Uhr   Seite aktualisieren