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Bankenkorruption enthüllt (Teil 1/3)

10.07.2012  |  Jim Willie CB
Wenige Beobachter sehen die Verbindung, aber der aktuelle LIBOR-Skandal steht im Zentrum zweier sehr wichtiger Ereignisse. Das erste ist der Niedergang der westlichen Bankenführungsmannschaft. Die führenden Manager der mächtigsten Banken werden wohl als letzte entthront, sie alle weisen ethnische Verbindungen auf. Und das zweite ist der offene Bruch des westlichen Finanzsystems.

Nicht wenige Menschen werden Jackass' Schilderungen über die allgemeine Korruption im Bankensektor und Finanzsystem in den letzten Jahren ganz sicher satt gehabt haben. Und jetzt ich: ICH HABE ES DOCH GESAGT! Der Skandal um den LIBOR (London Interbank Offered Rate) wird sich zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand ausweiten, einen Sitzungsraum nach dem anderen erreichen und dann schnell breite Schneisen brennen. Die Bank of England und die US Federal Reserve sind beide darin verwickelt, sie werden aber bis zum Endspiel durchschlittern. Sie kontrollieren die Ankläger und die Nachrichtennetzwerke.

Nur wenige bringen die manipulierten LIBOR-Zinsen mit den wichtigen Bestandteilen des Finanzkönigreichs in Verbindung, das von der bedrängten Bankerelite gemanagt wird. Die angeblich so informierten Experten machen auf die nach unten manipulierte Zinssätze nur im Kontext flexibler Hypothekenzinsen, Kreditkartenschulden und Studienkrediten aufmerksam. Von Bedeutung sind aber hierbei nur die flexiblen Zinsen für Hypothekenkredite, weil sie die Immobilien-Bubble am Platzen hinderten und hindern.

Tatsächlich treten die LIBOR-Anomalien wohl schon seit Ende 2008 regelmäßig auf. Der unerschrockene, erstklassige und detektivische Rob Kirby zeigte die schäbige Verbindung zwischen dem LIBOR, dem JP-Morgan-Monster, dem Syndikatsboss US Federal Reserve und dem Finanzministerium (ein Anlaufhafen für Goldman-Sachs-Kapitäne) auf und wies auf Widersprüchlichkeiten und Anomalien hin. Lesen Sie dazu seinen Artikel von 2008 auf Financial Sense.

Vier Jahre lang hatten die Aufsichtsbehörden nichts unternommen. Das Thema bekam damals nicht die Aufmerksamkeit, die es heute bekommen würde. Der LIBOR müsste eigentlich dem EuroDollar-Futures-Kontrakt Schritt auf Tritt folgen, was seit Jahren aber nicht mehr der Fall ist. Das Indiz für diese Preismanipulation ist also seit Jahren deutlich ersichtlich. Die Großbanken haben seit Jahren die Differenzen als Profite abgeschöpft. Stellen Sie sich vor, man würde auf Großhandelsniveau Milch oder Beton mit Preisschwankungen verkaufen, wodurch sich gewaltige Gewinnabschöpfungsgelegenheiten ergeben. Die Großbanken fügten dem ohnehin narbigen Sektor einen weiteren Schandfleck zu.

Jeder mit einem soliden Intelligenzquotienten, einer neugierigen Natur und einem argwöhnische Charakterzug kann diese jüngste Spur finden. Der Kundenkontendiebstahl bei MF Global war ein Coming-Out-Ereigniss für die Korruption. Bei JP Morgan wurden Nachschussforderungen für verschiedene Positionen zu einem akuten Problem. Es herrschte Geldknappheit. Da auch die für Dezember 2011 anstehenden Gold- und Silberauslieferungen für zusätzlichen, fast unhaltbaren Druck sorgten, traf man bei JP Morgan eine Entscheidung. Man stahl die MF Global-Kundenkonten. Die Auslieferung aller Edelmetallkontrakte wurde ausgesetzt, und man verlegte das für Auslieferung vorgesehene Metall auf eigene Konten. Mission Accomplished: Das Motto einer unsäglichen, kollosalen und gestatteten Korruption in den öffentlichen Stellen und an den Finanzmärkten der USA.

Die Verluste, die JP Morgan im Mai im Bereich Staatsanleihen und Zinsswaps entstanden, dienen als glaubhafter Sachverhalt, der den Diebstahl bei MF Global erklärt. Die führenden Köpfe bei JP Morgan erzählten in den letzten Wochen bruchstückhaft difuse Wahrheiten. Manchmal geben sie zu, dass ihre schweren Verluste mit den Zinssatzswaps in Verbindung stehen, die - wie alle erfahrenen Analysten und Trader wissen - der Verteidigung des US-Staatanleihensektors und der völlig ungerechtfertigten 0%-Verzinsung dienen.


Die Verbindung zwischen LIBOR und Zinssatzswaps

Das jetzt schon chronisch gewordene 1,5 Billionen-Dollar-Jahresdefizit der US-Regierung muss finanziert werden. Eigentlich müsste es zu einem Zins von 7% finanziert werden, ähnlich wie in Spanien. Die beiden Nationen haben ähnlich kaputte Staatsfinanzen und eine ähnlich hohe Arbeitslosenquote. Das hätte aber in der Tat viel zu zerstörerische Auswirkungen. Und es wäre viel zu teuer. Zudem würde damit auch die Quelle des billigen Geldes für Spekulationen versiegen.

Die Großbanken mögen die flotten Carry-Trades an der US-Zinskurve, mit denen kinderleicht Gewinne gemacht werden. Keinem anderen Sektor garantiert man solche risikofreien Gewinne. Hier kommen die Zinsswaps ins Spiel, mit denen künstliche Aufwärtstrends bei US-Staatsanleihen generiert werden - eine angebliche aber künstliche, herbeimanipulierte Flucht in die Sicherheit. Eine Flucht in die Sicherheit ist mit Blick auf die massive, unkontrollierbare und toxische US-Staatsschuldengrube ohnehin nur lächerlich. Die LIBOR-Zinsmanipulation sorgte buchstäblich für kostenloses Kapital für Zinsswaps, die den riesigen 0%-US-Staatsschuldenberg abstützen.




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