28.07.2012 07:17 Uhr
| DAF
Sandra Navidi: "Die wirklichen Verluste liegen noch vor uns"
Die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag, dass die Zentralbank alles tun werde, um den Euro zu retten, zeigten laut Sandra Navidi ganz klar den Ernst der Lage: "Das wollte Draghi eigentlich nicht tun. Hinter den Kulissen hat er auch immer wieder betont, dass er keine weiteren Schritte in Form von monetärer Staatsfinanzierung vornehmen werde bis die notwendigen politischen Umstrukturierungen im Gang sind. Nun ist die Lage in Italien und Spanien aber so dringend, dass der EZB nichts anderes übrig bleibt, als Staatsanleihen zu kaufen."
Navidi meint, dass die Eurozone aber erst einmal in dieser Konstellation bestehen bleibe: "Um dem Rest der Welt nicht das Bild zu vermitteln, dass das Gerüst anfängt zu bröckeln. Zudem gehört aber trotzdem eine gewisse Verpflichtung und Verantwortung dazu, wenn man Teil des Euros sein will. Griechenland wird in den nächsten 20 Jahren gravierende Umstrukturierungen machen müssen. Es werden Steuern erhöht, Staatsabgaben gesenkt und der Wohlstand wird sich drastisch zurückentwickeln. Das Leben auf Pump hat ein Ende."
In den USA gingen diese Woche Gerüchte durch die Medien, dass die US-Notenbank Fed im September Schlüssel-Entscheidungen fassen werde: "Ich denke, dass es sehr davon abhängig ist wie sich die Zahlen in den nächsten Wochen entwickeln werden. QE1 war sehr effektiv, QE2 schon weniger. Deshalb wird sich die Fed ihr letztes Pulver noch aufbewahren, vor allem weil wir uns mitten im Wahlkampf befinden und man dort schnell auf viel politischen Wiederstand treffen könnte." Was Sandra Navidi über die Ratingagentur Moody's denkt, verriet sie Manuel Koch im DAF-Interview.
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