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30.09.2010 07:52  | Dr. Jürgen Müller

Über die Entwicklung von Aufgeldern im Edelmetallhandel

Es ist sehr interessant zu sehen, wie sich die Aufgelder der Edelmetallhändler in den letzten Jahren entwickelt haben. Ich führe im Rahmen der Ankäufe unserer Einkaufsgemeinschaften hierüber eine wöchentliche Datenbasis, die ich in diesem Artikel der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen möchte. Abbildung 1 zeigt die Aufgelder in % für Goldbarren verschiedener Größen (von oben nach unten: 50 gr., 100 gr. 250 gr., 500 gr. und 1 kg. Die unterste dunkelgrüne Line sind die Aufgelder unserer Einkaufsgemeinschaft; derzeit < 0,5%)

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Abb. 1: Entwicklung der Aufgelder von Goldbarren verschiedener Größe in Prozent (09/2008 bis heute)


Insgesamt sind zwei Dinge aus dieser Grafik zu ersehen. Erstens ging der generelle Trend der Aufgelder nach unten (von ca. 2,5 - 5% Anfang 2009 auf heute 1 - 3,5%) und zweitens ist im Herbst 2008 und im Sommer 2010 die Lehman-Pleite und Griechenland-Fastpleite deutlich zu erkennen. Der generelle Trand nach unten liegt sicherlich daran, dass mehr und mehr Händler auf den fahrenden Zug aufsprangen und dadurch größerer Konkurrenzdruck entstand. Das Internet als beliebte und transparente Plattform des Preisvergleiches tat hierbei sicherlich sein übriges.

Interessant ist natürlich der Herbst 2008, als nahezu alle Händler ihre Shops geschlossen hatten und keine Geschäfte mehr annahmen. Die Aufgelder gingen in dieser Zeit deutlich nach oben (besser zu sehen in der folgenden Abbildung 2: Für Silber habe ich eine längere Zeitreihe ab Nov. 2007 vorliegen). Ebenso ist dieser Effekt im Sommer 2010 zu ersehen, als die Diskussion um Griechenland viele neue Käufer zurecht in die Edelmetalle trieb. Die Aufgelder unserer Einkaufsgemeinschaft blieben selbst in diesen Zeiten aufgrund stabiler Händler/Herstellerbeziehungen konstant tief (Anmerkung: Fehlende Datenpunkte in den Grafiken rühren entweder von Tagen her, an denen ich nicht im Büro war und daher die Aufgelder nicht protokollieren konnte oder wenn schlicht keine Ware bei Händlern verfügbar war und demzufolge auch keine Kurse gestellt wurden).

Allerdings muss man auch sagen, dass substanzielle Kostenvorteile beim Gold nicht zu erzielen sind. Für einen 100 gr. Goldbarren bezahlt man derzeit ca. 2% Aufgeld, was gegenüber unserer Einkaufsgemeinschaft nur 1,5% mehr ist. Ich habe in Erinnerung, dass eine Nachahmer-Einkaufsgemeinschaft immer mit bis zu 40% Kostenvorteil in Anzeigen warb, was absolut nicht realistisch ist (Anmerkung: Es geht bei Gold mehr um Dinge wie Sparplanfähigkeit und sichere Lagerung in der Schweiz als geopolitische Diversifikation von Sachwerten).

Die folgende Abbildung 2 veranschaulicht die Situation beim Silber. Dankenswerterweise liegt mir hierfür wie gesagt eine längere Datenreihe vor.

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Abb. 2: Entwicklung der Aufgelder von Silberbarren verschiedener Größe in Prozent (11/2007 bis heute)







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