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27.09.2012   10:04 Uhr  | Folker Hellmeyer

Nord-Süd Diskrepanz ebnet sich in der Eurozone bei Waren und Dienstleistungen deutlich ein - wir werfen einen Blick auf 2013 (Daten Eurostat)

Der Euro eröffnet heute (07.56 Uhr) bei 1.2895, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im US-Handel bei 1.2836 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 77.75. In der Folge notiert EUR-JPY bei 100.20, während EUR-CHF bei 1.2095 oszilliert.

Losgelöst von dem aktuellen Korrekturmodus an den Finanzmärkten tut sich sehr viel in der strukturellen Gesundung der Reformländer der Eurozone. Das gilt für die Lohnstückkosten, es gilt für die strukturellen Haushaltsdaten, aber grundsätzlich auch für die Gesamthaushaltsdaten.

Es gilt aber vor allen Dingen für die Waren- und Dienstleistungsbilanz der Reformländer. Die Daten, die wir hier verwenden, extrahieren wir von der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Eurostats. Die Prognosewerte sind per 2012 und 2013 mit (P) markiert. Der Blick in den Rückspiegel belegt eine hohe Datenqualität der Prognosewerte. Warum sind diese Daten von so hoher Bedeutung?

Nun, sie stellen einerseits die ursächliche Kerngröße für die Verwerfung des Targetsaldos dar und sie sind auch Ausdruck der Tragfähigkeit und der Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle. Die Gesundung ist insbesondere im Vergleich zu USA und UK Atem beraubend.

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Wir sind mit Kritik aus dem süddeutschen Raum (akademischer Hintergrund) konfrontiert worden, dass unser Statement, "die Gesundung der Waren- undDienstleistungsbilanzen der Eurozone läuft maßgeblich über Exportseigerungen", nicht haltbar sei. Diesen Vorwurf weisen wir vehement und empört zurück und erlauben uns, sowohl die Entwicklung der Exporte als auch Importe der Reformländer hier darzulegen.

Exporte:

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Importe:

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Bezüglich Griechenland verweisen wir auf den Einbruch der Wirtschaftsleistung um circa 20% seit 2007 und den damit korrelierten Rückgang der Importe bei gleichzeitig mittlerweile Exporten auf dem Niveau von 2007/2008!

Diese Fakten sprechen für sich, ohne wenn und aber! Diese Daten, die Gesundung belegen, sind auch gleichzeitig solide Basis für gelebte Solidarität in der Eurozone.

Der Absatz neuer Wohnimmobilien in den USA stellte sich per Berichtsmonat August auf 373.000 nach 374.000 (Prognose 380.000) in der annualisierten Fassung. Der beigefügte Chart unterstreicht sowohl die positive Tendenz, als auchdie Tatsache, dass dieses verbesserte Absatzniveau immer noch als prekär klassifiziert werden muss.

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Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.2600 - 1.2630 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank



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