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Worauf Sie beim physischen Kauf von Edel- und Technologiemetallen achten sollten

09.12.2010  |  Dr. Jürgen Müller
Immer wieder tauchen Meldungen auf, dass gefälschte Goldbarren mit einem Wolframkern im Umlauf wären. Zuletzt veröffentlichte der Kopp-Verlag eine diesbezügliche Meldung. Nach Recherchen im Internet, sowie Gesprächen mit unserem Lieferanten Umicore, ergibt sich für mich persönlich folgendes Bild:

In allen Meldungen wird vornehmlich von sog. Standardbarren gesprochen, d.h. 400 Uz. Goldbarren mit einem Gewicht von ca. 12,5 kg. Im Falle von 1 kg Barren würde ein Kern die typischen Erstarrungslinien, die beim Abkühlen der Schmelze von Formrand zur Barrenmitte hin entstehen, vermissen lassen. Obwohl der Geschäftsführer der Ögussa, Marcus Fasching, in einem Interview im April diesen Jahres bestätigte, dass 400 Uz. Barren mit Wolframkern keine Legende seien, und er auch schon einen gefälschten 1 kg Barren gesehen hätte, so stellt er am Ende jedoch fest, dass bei der Ögussa alle angekauften Barren eingeschmolzen und umgearbeitet werden, bevor sie weiterverkauft werden.

Auch vom Lieferanten unserer Einkaufsgemeinschaft Umicore wurde mir diese Vorgehensweise bestätigt, d.h. angekaufte Ware wird grundsätzlich eingeschmolzen und neu geformt, sogar wenn es sich um Umicore-eigene Barren handelt. Umicore sieht sich in der Verantwortung für jeden Barren, der das Werk verläßt und der den Good-Delivery Status erfüllen muss.

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Abb. 1: Silber-Standardbarren mit typischen Erstarrungslinien (Quelle: Eigene Aufnahme).


Dieser Status wird von der London Bullion Market Association (LBMA) definiert und überwacht. Zertifizierte Hersteller, die auf den sog. Good Delivery Listen stehen, werden zudem seit 2004 regelmäßig kontrolliert. Auf der aktuellen Good Delivery Goldliste stehen weltweit 60 Hersteller von Goldbarren. In Deutschland sind dies die Pforzheimer Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt AG (eine Tochter der belgischen Umicore-Gruppe), die Hamburger Aurubis AG (Umbenennung von Norddeutsche Affinererie in Aurubis im April 2009) und Heraeus in Hanau.

Die zwei Grundregeln im Bezug auf Barrenfälschungen lautet also einfach: Kaufen Sie nur Good-Delivery Ware und je kleiner und "wertloser" der Barren oder die Münze ist, umso sinnloser und damit unwahrscheinlicher wird ein Fälschungsversuch. Beim Silber-Standardbarren von ca. 30 kg (derzeitiges Wertverhältnis zum Gold-Standardbarren ca. 1:19) kam nach meinem Wissen noch nie eine Fälschung auf den Markt.

Auch für Technologiemetalle lassen sich drei wichtige Hinweise für den physischen Kauf formulieren.

Erstens: Kaufen Sie nur bei einem DIN ISO 9001 zertifizierten Händler.

Einige Leute halten diese Zertifizierung zwar für einen Papiertiger und in der Tat kommt es natürlich darauf an, ob ein QM-Handbuch in der Ablage verschwindet oder tatsächlich in einem Unternehmen gelebt wird. Aber: Große Marktteilnehmer wie z.B. Umicore oder Heraeus kaufen Technologiemetalle nur und ausschließlich von zertifizierten Händlern oder Produzenten an. Kann ein Händler keine Zertifizierung vorweisen, kann er für diese großen Firmen nie Lieferant werden. Warum sollten Sie als privater Investor also auf diesen Qualitätsnachweis verzichten? Zertifizierte Unternehmen stellen in ihren Webpräsenzen klar heraus, dass sie ein aktives Qualitätsmanagement betreiben, siehe z.B. Umicore, Heraeus, Münze Österreich oder Tradium GmbH. Im Umkehrschluß spricht eine fehlende Zertifizierung in diesem speziellen Markt ebenfalls für sich.

Zweite Regel: Achten Sie beim Kauf auf die angegebene und belegbare chemische Reinheit der Ware.




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