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Lebenszyklus einer Mine

22.01.2011  |  Dr. Jürgen Müller
Zyklen aller Art sind Gegenstand intensiver Forschung, nicht nur in den wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen. Persönlich beschäftige ich mich seit Jahren mit dem übergeordneten globalen Zyklus primärer Metallförderung auf unserer Erde, speziell der Goldförderung.

Aktuell erreichen uns zu diesem Thema widersprüchliche Informationen bzw. neue Zahlen. Während das GFMS für 2010 eine neue Höchstförderung von 2.652 Tonnen Gold vermeldete [1], gibt Rio Tinto (neben Anglo American und BHP Biliton einer der drei größten Rohstoffproduzenten der Welt) bekannt, dass die Förderung um 30% gegenüber dem Vorjahr sank [2]. GFMS [3] ist eine private d.h. gewinnorientierte Analysefirma, die grundsätzlich höhere Förderzahlen publiziert als z.B. die in wissenschaftlichen Kreisen angesehene U.S. Geological Survey [4]. Zudem kosten die Berichte von GFMS "richtig Geld", während die staatliche Behörde USGS die Produktionszahlen kostenfrei veröffentlicht [5].

Das USGS stützt sich im Übrigen auf die empirische Datenerhebung der Schwedischen Raw Materials Group [6], die die Goldförderung auf Minenebene herunterbrechen. Über meinen Doktorvater (Prof. Frimmel von der Universität Würzburg) habe ich Zugang zu dieser ebenfalls kostenpflichtigen Minen-Datenbank. Für das Jahr 2009 ist aufgrund dieser Datenbank zu erwarten, dass das USGS die globale Goldförderung von 2.350 t auf 2.400 t nach oben korrigieren wird. Dennoch sind die Zahlen der Raw Materials Group um ca. 7% niedriger, als die der GFMS. Zudem stützen sich wissenschaftliche Untersuchungen nach meinem Wissen ausschliesslich auf diese Zahlen, sodass die Berichterstattung der GFMS im Grunde meiner Meinung nach zu vernachlässigen ist. Dennoch finden die Zahlen des GFMS relativ große Verbreitung, z.B. werden diese vom World Gold Council [7] verwendet.

Der Förderzyklus von Öl und Kohle wurde in den 1950er Jahren von Dr. M.K. Hubbert mathematisch beschrieben. Auch für die Metallförderung konnte ich bereits nachweisen, daß diese mathematischen Grundlagen Bestand haben. Ein gutes Beispiel für die Zyklik der Silberförderung ist das Freiberger Revier im schönen Sachsen, in dem die Förderung im Jahr 1168 begann.

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Abb. 1: Silberförderung im Freiberger Revier 1168 - 1969 (Quelle [8]).


Die Silber-Förderung ist durch politische und technische Einflüsse in vier Zyklen unterteilt (der Autor Dr. M. Bayer nennt diese die vier Blütezeiten des Freiberger Bergbaus). Auch für Goldminen sind solche zeitversetzten Blütezeiten zu beobachten, z.B. Cripple Creek in den USA, einer epithermalen Lagerstätte, die ab 1890 den letzten Goldrausch Colorados auslöste. Bis in die 1960er Jahre hinein wurde in einem ersten Zyklus Gold gefördert.

Mitte der 1980er Jahre begann ein zweiter Zyklus aufgrund des Preishochs von 1980 und aufgrund der Entwicklung der "Carbon in Pulp" (CIP) Technik. CIP verbilligte die Gewinnung des Goldes aus der Zyanidlauge und machte dadurch auch sehr niedergradige Erze ökonomisch gewinnbar. Hierdurch wurden z.B. bei epithermalen Lagerstätten wie Cripple Creek auch die niedergradig mit Gold imprägnierten Nebengesteine wirtschaftlich bauwürdig. Hierdruch wurde dieser zweite Zyklus begründet.

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Abb. 2: Goldförderung Cripple Creek Mine Colorado/USA 1890 - heute (Datenquelle: Anglogold Ashanti)







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