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Standard & Poors stuft Griechenland um sechs Stufenauf B-, Anfang eines Trends?

19.12.2012  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute (07.50 Uhr) bei 1.3245, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1.3157 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 84.30. In der Folge notiert EUR-JPY bei111.65, während EUR-CHF bei 1.2080 oszilliert.

Wir freuen uns sehr, dass Standard & Poors auch eine Reagibilität auf der Oberseite für kontinentaleuropäische Reformländer kennt. Vielen Dank Herr Krämer.

Gestern hat S&P Griechenland um sechs Stufen auf B-hoch gestuft. Die Begründungen kennen wir schon, da es für uns alte Fakten sind.

Die Sparbemühungen und Sparerfolge sind in der Tat in den letzten drei Jahren in Griechenland einmalig. Kein anderes Land hat jemals eine größereReduktion in diesem Zeitfenster umgesetzt. Von -15,4% auf unter -7% Neuverschuldung bei gleichzeitiger Kontraktion der Wirtschaftsleistung von 20% ist mehr als bemerkenswert.

Wir freuen uns, dass S&P am 18.12.2012 verstanden hat, dass die Solidaritätsbekundungen und dazu eingeleiteten Maßnahmen der politischen Verantwortungsträger der Eurozone und der EZB ernst gemeint sind. War das vielleicht schon vorhererkennbar?

Schauen wir nach vorne! In den letzten Jahren wurdeder Euro und die Eurozone international diskreditiert.

Nachdem im Sommer 2008 bei EUR-USD Kursen von 1,60 über eine Ablösung des USD durch den Euro als Weltleitwährung am Finanzmarkt diskutiert wurde und damit der Hegemonialstatus der USA und des USD gefährdet war, kam die Eurozone bisSeptember 2012 unter massivsten spekulativen Druck.

Dabei setzten die angeschlagenen Länder der Eurozone die stringentesten Reformen um und bauten strukturelle Vorteile gegenüber den reformunwilligen USA und Japan auf. Die Ratingagenturen schrieben die Reformländer dennoch auf Niveaus ab, die im Dunstkreis Pakistans und der Ukraine lagen/liegen, obwohl mit dem ESM und EFSF Rettungsschirme aufgestellt waren, die bis auf die Ausnahme Griechenlands Staatsbankrotte ausschloss.

Fakt ist, dass die an den internationalen Finanzmärkten erreichte Diskreditierung des Euros lange nachwirken wird, "Mission accomplished". Das Thema Destabilisierung des Hegemonialstatus des USD und der USA durch den Euro und die Eurozone istvollständig vom Tisch.

Wir erwarten als Konsequenz im kommenden Jahr, dassdie Bewertungen der kontinentaleuropäischen Reformländer auf realitätsnähere Niveaus heraufgestuft werden. Eine weitere Missachtung der verbesserten Strukturdaten und zukünftig auch Konjunkturdaten wäre dem Standing der Agenturen ansonsten sehr abträglich.

Eine Trendwende steht bei den Agenturen an!

Gestern stand die Veröffentlichung des US-Leistungsbilanzdefizits per 3. Quartals 2012 auf der Agenda. Mit -107,5 Mrd. USD wurde die Konsensusprognose bei -103,5 Mrd. USD übertroffen. Im Quartalsvergleich kam es zu einem Rückgang des Defizits von zuvor -118,1 auf 107,5 Mrd. USD.

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Der "NAHB Housing Market Index” legte per Berichtsmonat November erwartungsgemäß von zuvor 45 (revidiert von 46) auf 47 Punkte zu. Damit wurdeder höchste Wert seit April 2006 markiert. Der Index nähert sich der neutralen 50 Punkte-Schwelle.Zu beachten ist dabei, dass das ohne 40 Mrd. Intervention der Fed pro Monat nicht ansatzweise denkbar wäre.

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Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.29700 - 00 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank



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