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22.12.2012 07:30  | GoldMoney

Südafrika: Regierung senkt Exportquoten für Platinproduzenten

Open in new windowDieser Artikel wurde ursprünglich von GoldMoney veröffentlicht.

Südafrikas Platinproduzenten leiden ohnehin schon unter deutlich rückläufigen Produktionszahlen, die im Angesicht der Massenstreiks unter den Bergbaukumpels teils drastisch eingebrochen sind. Jetzt, da sich die Lage ein wenig normalisiert hat, verunsichert die Regierung des African National Congress (ANC) Unternehmen und Finanzmärkte zusätzlich, da sich weitläufige Gesetzesänderungen in der Planung befinden.

Ganz so, als ob die im ersten Halbjahr und nahezu den ganzen Sommer über anhaltenden Minenstreiks unter den südafrikanischen Bergbauarbeitern nicht schon genug auf der gesamten Branche lasteten, plant die ANC-Regierung von Jacob Zuma einschneidende Gesetzesänderungen, die vor allem den Platinsektor unter Druck setzen könnten. In Südafrika müsse man sich endlich darüber klar werden, dass das Land einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Weltregionen aufweise, der auf dem Zugang zu wichtigen Rohstoffen basiere.

Anstatt sich nur auf den Export von Gold, Platin oder Palladium zu fokussieren, sollte das Land seine Ressourcen besser dazu nutzen, um eigene Industrien zu fördern. Letztendlich verfolgt die Führung des ANC den Plan, die südafrikanischen Exportquoten im Platinsektor zu senken. Dies gilt ab dieser Woche. Einerseits dürfte der Platinpreis dadurch eine gute Unterstützung erfahren, wenn die Nachfrage im Zuge einer sich weiter abschwächenden Weltwirtschaft nicht rapide zusammenbrechen sollte. Auf der anderen Seite wird den heimischen Abbauunternehmen ein Teil ihres Geschäfts verhagelt.

Investitionen in Minenaktien dürften vor allem aufgrund der Unberechenbarkeit von Regierungen in wichtigen Abbauländern wie Südafrika, Simbabwe, Sambia oder anderen afrikanischen Staaten summa summarum nicht wirklich ertragreich sein. Ehemals diskutierte Verstaatlichungspläne der nationalen Minenindustrie sind seit der politischen Kaltstellung von ANC-Jugendführer Julius Malema zwar vom Tisch. Doch nun wird der ANC den heimischen Platinproduzenten die Auflage machen, einen Teil ihrer Jahresproduktion an lokale Industriefirmen zu rabattierten Preisen zu verkaufen.

Was an sich förderlich für die Wirtschaft des eigenen Landes sein könnte, führt unter den nervlich arg strapazierten Mineninvestoren einmal mehr zu einem Aufschrei. Denn Südafrikas Platinproduzenten werden auf diese Weise wichtige Exporteinnahmen entgehen, die eigentlich hätten dazu beitragen sollen, die heftigen Verluste aus Produktionseinbrüchen aus der ersten Jahreshälfte zumindest teilweise zu kompensieren. Doch kurz vor einer Verabschiedung stehende Gesetze werden den Minenfirmen Quoten auferlegen, die beim Platinexport in den Rest der Welt in der Zukunft nicht mehr überschritten werden dürfen.

In diesem Zuge wird es ebenfalls zu noch detailliert zu bestimmenden Platinkontingenten kommen, die die heimischen Minenunternehmen zu rabattierten Preisen an aufstrebende Industriefirmen des Landes verkaufen müssen. Zwar soll es sich nach aktuellen Angaben nur um kleine Mengen handeln, doch Beobachter blicken den Beschlüssen zwar mit Interesse, jedoch auch einer gehörigen Portion Furcht entgegen. Dem südafrikanischen Handelsministerium geht es bei seinen Plänen in erster Linie um eine Subventionierung der heimischen Batterie- und Brennstoffzellenindustrie.

Die Strategie ist klar darauf ausgelegt, derartige Produkte für die Automobilindustrie zukünftig in Südafrika selbst herzustellen, anstatt sich lediglich als Lieferant von wichtigen Metallen wie Platin zur Produktion von wichtigen Endprodukten an ausländische Käufer zu betätigen. Südafrika müsse seinen grenzenlosen Zugang zu wichtigen Rohstoffen zum eigenen Industrieausbau nutzen. Und die Minenfirmen hätten dazu ihren Beitrag zu leisten, wie es hieß. Doch nicht nur diese Entwicklung dürfte globalen Investoren ihren Appetit auf Minenaktien weiter vergällen.

Bereits seit einigen Wochen wird in der südafrikanischen Presse darüber berichtet, dass die ANC-Regierung auch an neuen Minengesetzen zur Steigerung der eigenen Einnahmen arbeite. So sollen die jährlichen Abgaben und Steuern offensichtlich steigen, obwohl Minen neben einem Rückgang ihrer Produktion auch mit einer sich wirtschaftlich verschärfenden Situation an den Weltmärkten konfrontiert sind. Zuletzt hatte sich eine Angebotsverknappung nicht mehr positiv auf den Preis für Platin ausgewirkt. Vielmehr scheinen die Rohstoffmärkte diesen Faktor bereits eskomptiert zu haben. Südafrika ist der weltweit größte Lieferant der so genannten PGM-Metalle, zu denen auch Palladium gehört.


© GoldMoney News Desk
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