09.05.2011 07:20 Uhr
| Robert Rethfeld
Gold - Der Fels in der Brandung
Gold in Euro zeigt eine Besonderheit, auf die nur wenige Analysten hinweisen. Allgemein wird angenommen, dass der Goldpreis im Januar 1980 ein Blasenhoch markierte, das 28 Jahre nicht übertroffen wurde. Für Gold in US-Dollar ist dies richtig, für Gold in Euro nicht. Gold in Euro übertraf auf Monatsbasis sowohl im Oktober 1980 als noch einmal im Januar 1983 das Hoch vom Januar 1980.
Eine weitere Besonderheit zeigte der Goldpreis in Euro in der Phase zwischen April und Juni 2010. In diesen Zeitraum fiel die erste ernsthafte Griechenland-Krise. Während der Goldpreis in US-Dollar kaum anstieg, zog der Goldpreis in Euro deutlich nach oben (siehe Pfeil folgender Chart).
Selbst wenn dementiert wird, dass Griechenland einen Austritt aus der Euro-Zone erwägt, so zeigen die hektischen Aktionen der Politiker, dass die Lunte brennt. Die Tage des Aufschiebens der Staatsverschuldungsproblematik sind gezählt. So wie es aussieht, beginnt der Flächenbrand zuerst in Euroland. Auch wenn eine Ausweitung auf die USA und Japan ist eine Frage der Zeit ist, so ist es doch der Euro, der zunächst und vor allem in Mitleidenschaft gezogen wird.
Die Gold/Erdöl-Ratio schwankt üblicherweise zwischen 10 und 30. Im Juli 2008 markierte der Goldpreis gegenüber dem Ölpreis (Crude) mit einem Wert von 6,63 einen Tiefpunkt (roter Pfeil folgender Chart).
Geht man davon aus, dass sich das Verhältnis im normalen Bereich hält, so muss tendenziell für die kommenden Jahre mit einer relativen Stärke des Goldpreises gegenüber dem Ölpreis gerechnet werden.
Fazit: Auch wenn der Goldpreis in US-Dollar saisonal und aufgrund der Schwäche der Minenaktien in eine Phase der Konsolidierung eintreten könnte, so zeigt der Goldpreis in Euro doch deutliche Stärke. Euroland-Bewohner haben angesichts der jüngsten Flucht aus dem Euro keinen Grund, ihre Bestände im gelben Metall aufzugeben. Gold in Euro befindet sich drei Prozent unterhalb seines im Dezember 2010 erzielten Allzeithochs. Gold in Euro ist der Fels in der Brandung. Verfolgen Sie die Entwicklung der Finanzmärkte in unserer handelstäglichen Frühausgabe.
© Robert Rethfeld
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