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Quo vadis, Geldsystem?

13.02.2013  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
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Schlechtwetterperioden werden per Dekret, genauer, per global konzertierter Zentralbankenaktionen scheinbar für immer abgeschafft. Ansonsten drohten angeblich Kriege, Katastrophen, Hunger, Elend und weltweite Zusammenbrüche in nie gekannter Depression. Ja, der Weltuntergang selbst wird beschworen. "Fällt der Euro, fällt Europa und wir gehen alle unter“ heisst eine Lieblingsphrasen höchster Politik.

Das verrottende System muss weiter gestützt, erhalten und ausgebaut werden.

Das ist, um eines der Lieblingsschlagworte der Herrschenden zu gebrauchen - absolut "alternativlos“. Ob die Ausschaffung der Politiker und Zentralbanker - sowie das Kippen ihrer der Wirtschaft verordneten "Rezepturen“ - selber "alternativlos“ sind, wird die Zukunft noch zeigen müssen. Der laufende Prozess gigantischer Transfers von Geldvermögen von den Massen der Fleissigen zu der winzigen Elite der Superreichen läuft derzeit jedenfalls ungebremst und beschleunigt sich weiter. Zumindest die westliche Welt und ihre Bevölkerung wird folglich immer ärmer.

Noch nie in der Geschichte war die Verschuldung der Nationen so hoch wie heute und die Aufschuldungsprozesse laufen unbegrenzt weiter. Inmitten Tag und Nacht stampfender Gelddruckmaschinen, fortlaufender Belohnung von notorischen Bankrotteuren in einem Finanzsektor, der, je nach Land oder Länderallianzen, mittlerweile einige 100 Mal das Volumen der Realwirtschaft erreichte - während eine Relation von ca. 3 zu 1 "normal“ und völlig ausreichend wäre, fällt es dem kritischen Beobachter wahrlich nicht leicht, lächelnd ein heiteres Gemüt zur Schau zu stellen. Immerhin hat Experten zufolge das weltweite Derivatevolumen einschliesslich der ausserbörslichen Geschäfte die Marke von 1,5 Millionen Milliarden $ erreicht.

Wer sich dennoch so etwas wie leichten Sinn und frohen Mut erhielt, erleidet fortlaufend weitere Dämpfer in Form ständig an Kaufkraft verlierender Währungen - der Dollar verlor seit der Gründung der FED im Jahre 1913 etwa 98 % und der Euro seit seiner Einführung immerhin ca. 60% der anfänglichen Kaufkraft und das in nur einem Jahrzehnt. Während der Euro-Lebenszeit stiegen die Gold- und Silberpreise, je nach Währung, nominal um etwa das sechs- bis achtfache. An dieser Stelle muss der Investor entscheiden, ob er weiterhin untergehenden Papierwährungen oder soliden Edelmetallen vertrauen will.

Aufs Gemüt legt sich im Weiteren die staatlich sanktionierte, geschickte Falschbilanzierung vor allem im Bankensektor, in welchem beliebige Eigenbewertungen von Schrottpapieren bis ins Absurde schon zur langweiligen Routine verkommen sind. Hinzu kommen massive Manipulationen von Börsenkursen - wie beispielsweise durch das "Plunge Protektion Team“ in New York, Drückung von Gold- und Silberpreisen durch kolossale ungedeckte Shortpositionen an den Terminmärkten, die den physischen Markt an Volumen um weit mehr als das 100-fache übertreffen können. Eine US-Grossbank beispielsweise, verkaufte in einem Falle in nur 45 Minuten nahezu die gesamte Silber-Jahresproduktion der Welt ohne auch nur einen Bruchteil hiervon physisch zu besitzen.

Wenn nun ökonomische Verzerrungen aller Art unter frecher Missachtung heilender Marktkräfte und wirtschaftlicher Gesetze. - sowie routinierte endlose Interventionen im Bereich Wirtschaft und Finanzen nach planwirtschaftlichem Vorbild zu beobachten sind, wenn Griechenland zum vielleicht 14. Male "gerettet“ wird, und wenn Billionen nach Gutdünken der herrschenden Elite veschoben werden, gähnt die von derlei Nachrichten stark ermüdete Bevölkerung nur noch gelangweilt. Nicht ganz so gelangweilt reagiert sie auf immer höhere Steuer- und Abgabenlasten, auf die die Rechte des Einzelnen beschneidenden überbordende staatliche Bürokratien, sowie deren Regulierungswut und wachsendes Eindringen in die Privatsphäre. Das System ist auf dem Marsch zum totalen Überwachungsstaat und seinem gläsernen Bürger.

Wer die endlosen bewaffneten Konflikte bzw. die vorerst noch als Stellvertreterkriege grosser Mächte laufenden Szenen brutaler Gewalt sieht, einschliesslich Währungskriege mit Abwertungswettlauf und Goldkriege mit Preisdrückungen - nebst Silber im Schlepptau - könnte in Schwermut verfallen.

Auch herrscht im Investorenkreisen absoluter Anlagennotstand, da weltweit Negativrenditen die Finanzlandschaften regieren, so dass Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter verzweifelt nach wahrhaft gewinnträchtigen Anlagen suchen. Dow Jones, Dax und die Börsenindices der westlichen Länder stehen im Wesentlichen auf dem gleichen Stand wie vor einem Jahrzehnt. Immobilien werden in den meisten Ländern der Welt immer unattraktiver. In Detroit ist ein Standard-Einfamilienhaus bereits ab 10 000 € zu haben. Die noch laufenden Preisblasen wie in Deutschland und der Schweiz, werden wie alle Blasen, vor und nach ihnen geräuschvoll platzen - völlig alternativlos!

Im Bereich der Bonds bläht sich derzeit auch eine globale Megablase wie ein Ballon in der Grössenordnung von 100 Billionen $ auf, der ebenfalls auf seinen Nadelstich wartet. Vorerst finden sich die Anleger - mitunter auch "Bondaffen“ genannt, mit lächerlichen Minizinsen und den nach Steuern und Inflation eingebauten Dauerverlusten ab. Nach etwa einem Jahrzehnt dürfte die hier investierte Kaufkraft - selbst ohne jeden Crash - sich der Null rasch nähern: Die schleichende Enteignung per excellence.




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