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Quo vadis, Geldsystem?

13.02.2013  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
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Wie ferne scheinen doch die Zeiten einer soliden Gold- oder besser noch - Bimetallwährung, die Silber als Konkurrent zum Gold einschliesst. Beide Metalle, insbesondere Gold, doch mit Silber im Schlepptau - galten seit Jahrtausenden als sichere Fluchtburg in Zeiten von Krisen, Kriegen, Revolutionen, Zusammenbrüchen und anderen Übeln. Nicht nur sind unter ihrer Ägide die grossen Weltreiche entstanden und zur wirtschaftlichen Blüte gelangt, nein, sie waren - und werden es immer sein - die nicht beliebig vermehrbaren "Währungen der letzten Instanz“. Bricht alles zusammen, stehen diese beiden Edelmetalle wie der sprichwörtliche Fels in der wilden Brandung übelriechenden fauligen Finanzwogenganges und der bald demnächst wieder einmal einsetzenden - und für Viele tödlichen existenzbegrabenden - katastrophalen Ebbe.

Vorerst läuft ein, von den Medien stillschweigend übergangener, finanziell brutal geführter globaler Goldkrieg. Vielen Nationen wird plötzlich bewusst, dass ihre Goldreserven die einzig wirklich liquide Vermögensanlage darstellen, die nicht von der Bonität oder dem guten Willen irgendeines Dritten abhängen. Alle Papierwährungen sind, im scharfen Gegensatz zu Gold und Silber, schliesslich nur ein leicht zu brechendes Versprechen. Langsam wird sogar den voll dollarisierten US-Vasallenstaaten bewusst, dass sich andere - im Rahmen weitgehender Weiterverleihung von Sicherheiten - an ihren im Ausland gebunkerten Goldreserven zu schaffen gemacht haben oder diese sogar stahlen. Der Druck in Richtung Prüfung, Offenlegung und Rückholung nationaler Goldbestände, wird immer stärker. Bisher werden diese Ansinnen noch abgeschmettert und mit hohlen Phrasen beantwortet. Vermutlich sind grosse Teile dieser "Reserven“ gar nicht mehr vorhanden, also auf Nimmerwiedersehen ausgeliehen oder heimlich zwecks Preisdrückung und preiswerter Eindeckung seitens der Eilten verkauft worden.

Der Druck wird angeheizt von den Skandalen um die "Zugewiesenen Goldkonten“, hauptsächlich aus den inzwischen ins Kriminelle abgeglittenen Bankensektoren in London und New York, sowie um die LIBOR-Manipulationen, um gefälschte Goldbarren, und auch von den dreisten Diebstählen von Kundengeldern grosser Finanzhäuser in Milliardenhöhe.

Die ersten matten Flügelschläge dieses anlaufenden globalen Gold-Rückruftrendes könnte einen Wirbelwind auslösen, der - sich in einen Finanz-Tornado wandelnd - den Zentralbankern den finalen Todesstoß versetzen dürfte.

Der wahre Wert von Gold und Silber wird gerade wieder entdeckt. Schon jetzt zeichnet sich ganz deutlich der Aufstieg des Goldes und im Hintergrund auch der kleinen Schwester - des Silbers - ab. Es sind die einzigen weltweit voll anerkannten Vermögensanlagen im Umfeld einer großangelegten Währungsentwertung seitens der Zentralbanken.

Mit einer von den Medien übergangenen und von der Öffentlichkeit unbemerkt gleich doppelten Anerkennung des Metalles durch die BIZ, also der Zentralbank der Zentralbanken in Basel, die Gold offiziell wieder zu Geld macht, wurde das Jahr 2013 eingeläutet. Zum Einen werden die Edelmetalle im Rahmen des an der Börse in New York geführten Rohstoff (Commodity) Indexes in ihrer Gewichtung massiv aufgewertet. Zum Anderen wird Gold als hinterlegte Sicherheit bei allen Finanzgeschäften und Transaktionen nicht mehr wie bisher nur zu 50% des Marktwertes, sondern jetzt zu 100% bewertet. Es ist jetzt keine drittklassige Sicherheit (tier 3) mehr, sondern steht mit den besten Staatsanleihen, wie die von Deutschland, der Schweiz oder Singapurs auf gleicher Ebene (tier 1). Vermutlich wird dieser Status um viele Ebenen angehoben werden müssen, sobald die Panikphase im Todeskampf des Papiergeldsystems einsetzt.

Die Fiat-Papierwährungen werden in absehbarer Zeit und erzwungen durch die wirtschaftlichen Naturgesetze, von einer durch Sachanlagen - wie Rohstoffe und Edelmetalle - gedeckten neuen Währung, ersetzt. Die Hauptantriebsquellen sind die auf Dauer ausgerufene Nullzinspolitik sowie der Vertrauensschwund der Öffentlichkeit. Die US-Regierung wie auch die westlichen Länder können sich gar keine Zinssatzerhöhungen leisten, da ansonsten der Schuldendienst ganz schnell den Umfang großer Sozialprogramme oder sogar die gigantischen Angriffsbudgets des Militärs erreichte und überschritte.

Die Zeiten kostenlosen Geldes, der wogenden Schuldenozeane, des Aufklebens von Kredit-Pflästerchen auf Finanz-Krebsgeschwüre, der staatlich sanktionierten Bilanzfälschungen sowie des Ankaufes toxischer Anleihen in Billionenhöhe wären dann vorbei. Das wäre auch das Ende masslos aufgeblähter Bürokratien, von "Fiskalklippen“, über die schon so viele Industrienationen hinaus - und bereits im freien Fall sind, des Ausschüttens staatlicher Wohltaten nach dem Giesskannenprinzip und der Diktatur transnationaler Institutionen der Hochfinanz. Die tägliche kostenlose Ausgabe von 100 000-Liter Fässern billigen Finanzfusels an die im Alkohol-Delirium dahinwankenden Zombie-Banken hätte dann ebenfalls ein klägliches Ende. Die reibungslose Abwicklung von Handelsgeschäften mit solidem Zahlungskern wird die Rückkehr zur sicheren Normalität erzwingen. Die Marschrichtung steht fest. Die arroganten Banker dürften sich bis zur letzten Dollar- und Euro-Patrone wehren, müssen sich aber am Ende fügen. Menschen mit noch aktivem Stamm- und Grosshirn begreifen diese zwingende Abfolge schon jetzt.


© Prof. Hans-Jürgen Bocker

Quelle: www.verlag-jm.ch.





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