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22.10.2011 07:30  | GoldMoney

Waghalsige Europolitik rüttelt Märkte durch

Open in new windowDie Edelmetallpreise gerieten gestern mit deutlich steigenden Dollarkursen erneut unter Druck. Der Dollar stieg, nachdem bekannt wurde, dass der Europäische Rat nächste Woche Mittwoch erneut zusammenkommen muss, damit sich Frankreich und Deutschland endlich auf einen Plan zum weiteren Umgang mit den Staatschuldenproblemen der Eurozone einigen können. Händler hatten gehofft, dass das Treffen des Europäischen Rats diesen Sonntag einen verbindlichen Aktionsplan hervorbringen werde. Diese Hoffnung erwies sich jedoch als zu optimistisch.

Angesichts des öffentlichen Drucks in Europa gegen Rettungspakete (gerade in Deutschland, das den größten Anteil neuer Rettungspakte tragen wird) überrascht es nicht, dass die Verhandlungen angespannt sind und voller Schwierigkeiten stecken. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel kann es sich sicher nicht leisten, den Eindruck zu vermitteln, sie würde den Wünschen von EU-Mitgliedern und Banken ohne weiteres nachgeben. Auf dem Weg zu einem Abkommen wird es wahrscheinlich noch weitere Rückschläge und riskante politische Manöver geben.

Der Oktober-Goldkontrakt schloss gestern mit einem Minus von 34,10$ (2,1%) bei 1.611,90$ pro Feinunze. Es überrascht nicht, dass die Verluste beim Silber deutlicher ausfielen: Der Comex-Silberkontrakt für Oktober sank um 98,6 Cents (3,2%) auf 30,266 $ pro Feinunze. Wie das Wall Street Journal berichtet, trübte sich das Investitionsverhalten der Londoner Fondsmanager für den Rohstoffbereich zum ersten Mal seit 2 Jahren negativ ein, im Umfeld von Ängsten vor einer neuen Abkühlung der Weltwirtschaft; "zum ersten Mal seit Februar 2009 gab es mehr Manager, deren Rohstoffinvestments unter den eigenen Fonds-Benchmarks lagen, als Manager, deren Rohstoffpositionen diese Benchmarks überschritten, das ergab eine Umfrage unter 286 Investmentmanagern, die insgesamt über 739 Mrd. $ verfügen."

Natürlich weiß jeder, was nach Februar 2009 mit den Rohstoffpreisen passierte. Das Tief für Rohstoffe wurde im Februar 2009 mit ca. 317 Punkten im CRB Index markiert. Trotz des stetigen Rückgangs der Rohstoffpreise seit Frühling dieses Jahres steht der CRB Index heute bei 507 Punkten - ein Plus von 60% seit Februar 2009. Würde man die Manager jener Trendfolge-Fonds als vertrauenswürdigen Gegenindikator heranziehen, dann wäre jetzt eine gute Zeit, auf steigende Rohstoffkurse zu setzen.

Die COT-Daten für Gold und Silber gestalten sich nach wie vor sehr bullisch. Und wie Rosenthal Capital Management anmerkt, sind die jüngsten Rekordverkäufe von US-Staatsanleihen durch Nicht-US-Investoren ebenfalls positiv für Gold. Wie der Chart auf ihrer Webseite zeigt, besteht eine (wenn auch unvollkommene) Korrelation zwischen steigenden Goldpreisen und US-Staatsanleihenverkäufen durch ausländische Investoren; Verkaufswellen am US-Staatsanleihenmarkt führten demnach zu Preisfortschritten beim gelben Metall.

Wir könnten also kurz vor steigenden Gold- und Silberkursen stehen.


© GoldMoney News Desk
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