10.05.2004 09:31 Uhr
| Prof. Dr. Hans J. Bocker
Eine glänzende Zukunft
- Das zeitlose Krisenmetall als nie versagende Versicherung und Anlage in unsicheren Zeiten -
1. Die (Finanz-) Welt in der wir leben
Wer, verehrter Leser, macht sich abgesehen vom Problemkreis der täglichen Routine, schon Gedanken über die Welt in der wir leben? Insbesondere über die (hochgradig kranke) Welt der Finanzen, die die Wirtschaft und unser Leben so entscheidend beeinflusst?
Doch das Verschliessen der Augen schützt nicht vor den Folgen katastrophaler Politik und eines Unwetters, das am Horizont der Wirtschaft und Finanzen drohend heraufzieht.
Die folgenden Ausführungen sind nicht als Sammlung pessimistischer Zitate und Kernpunkte einer dunklen Weltanschauung gedacht. Im Gegenteil: Wie das indische Sprichwort sagt: Wenn die Regenzeit kommt, baut sich der Weise rechtzeitig eine Hütte. Und man wird sich an die etwas bedrückende Tatsache erinnern, dass, im Gegensatz zu "normalen Zeiten", die grössten Gewinne durch wenige Weitsichtige gerade dann zu machen sind, "wenn das Blut knöchelhoch durch die Strassen fliesst". Dieser etwas grausige poetische Vergleich enthält tiefe Wahrheiten. Die Namen Carnegie, Rothschild oder Rockefeller sind lebendige Beispiele für die Ansammlung gigantischer Vermögen in allerschwersten Zeiten. Wer sich sinnvoll vorbereitet, den wird die unausweichliche Krise nicht nur nicht treffen, sondern reichlich belohnen. Und dies wiederum versetzt in die beneidenswerte Lage, auch Anderen in Not dann helfen zu können.
Da ist zunächst einmal der exponentiell weiter wachsende Schuldenberg, dessen Erwähnung nur das grosse Gähnen hervorruft. Alle haben sich daran gewöhnt. Schon zu lange ist er mit uns und nichts Bedrohliches geschieht. In fast allen Ländern nimmt die Bedienung der Staatsschulden die zweitgrösste Position im jährlichen Staatshaushalt ein. Das Vorrücken auf die Position Eins ist genau so vorprogrammiert, wie der Zeitpunkt, zu dem die Steuereinnahmen nicht mehr ausreichen, die Zinsdienste weiter zu leisten.
Finanzmathematiker haben errechnet, dass bei einer Einsparung von 50% der laufenden Staatsausgaben, die politisch wegen der unvorstellbaren Konsequenzen keine drei Tage durchzuhalten wäre, es immer noch über 30 Jahre dauern würde, bis der Schuldenberg z.B. in Deutschland endlich abgetragen wäre. Dieses Problem ist "im Guten" nicht mehr lösbar.
Die Amerikaner als grösste Schuldnernation der Welt haben auf Bundes-, Landes-, Gemeinde-, Unternehmens- und privater Ebene ein kleines Gebirge von etwa 49 Billionen (49 Tausend Milliarden) US$ an finanziellen Verpflichtungen im In- und Ausland aufgebaut. Dies entspricht umgelegt rund 600 000 $ pro Durchschnittsfamilie.
In den 90er Jahren gewannen die US-Börsen rund 7 Billionen US$ im Kurswert. Der Bärenmarkt nahm diese Summe wieder zurück, mit verheerenden Begleiterscheinungen. Als Puffer wirkte die nächste Finanzblase: Die gewaltigen Preissteigerungen im Immobilienmarkt auf immer absurdere Höhen, der seit März 2000 etwa 6 Billionen im Nennwert gewann. Circa 2,5 Billionen US$ haben die Hausbesitzer aufgrund von manipulierten Billigsthypotheken ihren Häusern per Beleihung entnommen, sich damit tiefer in Schulden gestürzt und durch diesen, auf reiner Verschuldung basierenden Kaufkraftschub die Volkswirtschaft und damit auch die von der Konjunktur in den USA abhängige Weltwirtschaft in Gang gehalten. Der Markt wird auch für diese letzte der grossen Finanzblasen eine Nadel finden und ihren Wert auf Normalmass reduzieren, wie dies in der Geschichte immer ablief. Geschieht dies, dürfte die US-Ökonomie und damit die von ihr so abhängige Weltwirtschaft mit ihren Massenexporten in die USA eine Krise erleben, gegen die die grosse Depression der 30er Jahre wie ein Kindergartenpicknick erschiene.
Doch genau diese bedrohliche Entwicklung hat bereits begonnen. Zwar hält Greenspan die kurzfristigen Zinsen mit aller Gewalt unten, doch am langfristigen Zinsmarkt tut sich Bedenkliches: Zwischen Juni und August 2003 stiegen die Zinssätze der 30-jährigen US-Schatzbriefe grob gesprochen von 4 auf 5% und diejenigen für 10-Jahresläufer von 3,1 auf über 4,5%.
Hält diese Tendenz an (immerhin erreichten die Verzinsungen um 1980 in den USA 17% und in Kanada 21%), müssten die Schuldner, allen voran die Staaten, schon bald wesentlich höhere Summen zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten aufwenden, weil die Investoren dieses wegen des steigenden Risikos verlangen. Dann reichten die Steuergelder zur Deckung nicht mehr aus und der offene Staatsbankrott wäre unvermeidlich. Die Deutschen durchlebten genau diese Situation im letzten Jahrhundert zwei Mal: Zum einen Mitte der 20er Jahre per Hyperinflation, zum anderen 1948 durch die sog. "Währungsreform" (die Regierenden sind sehr erfinderisch, wenn es um die Schaffung schön klingender Worte für den staatlichen Vollbankrott geht). Deutschland hat den zweimaligen Fall auf Null aller Konten, Guthaben und Geldscheine bequemerweise vergessen. Alle Ersparnisse, Geldvermögen, Sparbuch- und Kontenguthaben, Bargeld usw. waren im Totalverlust schlicht "weg". Eine dritte Wiederholung bahnt sich jedoch an. Es geht schon lange nicht mehr um das "Ob", sondern nur noch um das "Wann".
Hier im Folgenden ein kleines Quiz. Sie können damit Ihr Wissen um wirklich entscheidende Dinge, Fakten und Trends, die unser aller Leben bereits stark beeinflussen und künftig in noch ungeahnter Weise treffen werden, testen.
2. Quiz - ein kleiner Test verbotenen Wissens
Wussten Sie beispielsweise schon dass:
die reine Haushaltsverschuldung der amerikanischen Durchschnittsfamilie etwa 125.000 US$ beträgt
die offizielle Verschuldung des US-Bundes sich auf "nur" 8 Billionen US$ beläuft (und sich rasant weiter erhöht), die tatsächlichen Verpflichtungen (Pensionen, Renten, Krankenkassen, Beamtenabfindungen, Versicherungen, staatliche Garantien usw.) sich auf 43 Billionen US$ (also 43 Tausend Milliarden Dollar) aufsummiert, nicht gerechnet künftige Kriegs- und Rüstungs- und Besatzungskosten (die USA sind in 103 Ländern militärisch präsent)
die Verschuldung der Unternehmen, der Städte und Gemeinden und der Bundesstaaten (z.B. Kalifornien und New York sind technisch längst bankrott) hinzukommt (alles zusammen: etwa 49 Billionen US$ oder rund 500% des jährlichen Bruttosozialprodukts der USA, - die Nation müsste also theoretisch fünf Jahre "umsonst" arbeiten und wirtschaften, um diesen Berg abzutragen)
Japan diese Zahlen deutlich übertrifft (wenngleich, im Gegensatz zu den USA erhebliche Guthaben im Ausland dagegenstehen)
die meisten anderen Länder in ähnlichen Grössenordnungen verschuldet sind
diese Schuldenberge nie mehr zurückbezahlt werden können
Amerika derzeit 85% der Weltersparnisse (rund 2 Milliarden US$ pro Tag) ansaugt, nur um sein Finanzsystem aufrecht zu erhalten und diese Schuldengebirge zu finanzieren und damit total abhängig vom Wohlverhalten der Ausländer ist
die Gelddruckmaschinen der USA pro Woche 3 Mrd. US$ frisch in Umlauf bringen, sich die Kosten des Irak-Abenteuers auf 1 Mrd. US$ pro Woche belaufen, sich das Staatsdefizit der USA pro Woche um 10 Mrd. US$ vergrössert, und sich das US-Handelsbilanzdefizit jede Woche um 10 Mrd. US$ ausweitet. Das sind 24 Mrd. US$ an roten Zahlen in nur einer einzigen Woche und das Jahr hat 52 davon. Der Schuldenberg wächst rasant, und nicht nur in den USA. Für 2003 wird mit einem Defizit des Bundes von 600 Mrd. US$ gerechnet.
ein Steigen der Zinsen die Bedienung der Schulden verunmöglichen würde (in Japan zittert die Regierung vor den dort bereits anziehenden Zinsen)
ganz gleichgültig was geschieht, eines Tages entweder nicht mehr zurückgezahlt wird (offener Staatsbankrott) oder die Schuldner mit wertlosem Geld per Hyperinflation (verdeckter Bankrott) bedient werden.
allein in den letzten 15 Monaten Dollarhalter etwa 30% verloren haben
der Dollar seit der Gründung der Federal Reserve (Bundesbank), einer reinen Privatinstitution (im verschachtelten Privatbesitz weniger Familien und Bankhäuser), 98% (!!!) seiner Kaufkraft verloren hat, ein Skandal, über den nie berichtet wird
es derzeit in den USA bereits rund fünf Dollar an frischen Krediten (sprich neuer Verschuldung) braucht, nur um einen Dollar an Bruttosozialprodukt zu erzeugen und dass damit jedes Wirtschaftswachstum den Schuldenberg automatisch im Turboladereffekt explodieren lässt. Grünspans Papier-Dollarsystem kann sich nur halten, indem immer grössere Mengen frisch geschaffenen Geldes und sich stets weiter öffnende Kreditschleusen die Volkswirtschaften überfluten, die zu immer neuen spekulativen "Blasen" führen (Aktienblase, Bondblase, Immobilienblase), die eine nach der anderen unter gewaltigen Verlusten platzen. Der Patient benötigt immer größere Dosen dieses Finanzrauschmittels, um zu überleben. Doch genau wie bei einem Drogensüchtigen, der immer stärkere "Kicks" braucht, kommt irgendwann der unvermeidliche Zusammenbruch und oft der Tod
allein in der letzten Augustwoche 2003 14 Mrd. US$ (!) an neuen Krediten durch die Fed ins Dollarsystem gepumpt wurde. Durch den sogenannten Multiplikatoreffekt des "fractional reserve banking systems" (dieser eine Quellkredit wird im System des "banking" immer wieder durch die in einer Kette agierenden Banken ausgeliehen, jeweils unter Zurückbehaltung einer kleinen, gesetzlich vorgeschriebenen Reserve von beispielsweise 2-3%) entsteht am Ende eine Totalkreditsumme im System von mindestens dem 100-fachen des ursprünglichen Quellkredits der Fed. Dies entspricht also 1,4 Billionen US$ an neuen Gesamtkrediten (= 1.400 Mrd. $) - und das in einer einzigen Woche!!
Hier kommt ein nicht mehr zu beherrschender Schulden-Koloss auf uns zugerast, in dessen verheerendem Zerstörungspfad man möglichst nicht stehen sollte. Zauberlehrling Greenspan hat einen Moloch geschaffen, den er nicht mehr los wird und der immer grössere Dosen an frischen Krediten und gedrucktem Geld benötigt, um die sonst augenblicklich einsetzende Zerstörung des Gesamtsystems zu verhindern. Doch auch hier wachsen keine Bäume in den Himmel. Das unvermeidliche Ende wird den Naturgesetzen zufolge kommen.
die Amerikaner seit 1972 Dollar zu vernachlässigbaren Kosten drucken und diese dem Ausland überreichen als "Gegenleistung" für gewaltige Mengen von Waren, Gütern, Dienstleistungen, Energie und Rohstoffen, für die andere Völker hart arbeiten und schwitzen müssen. Die USA erhalten also den Grossteil aller Auslandslieferungen umsonst. Gab es je etwas schöneres? Man druckt im Keller bunte Zettelchen zum Nulltarif und erhält dafür alles, was man nur will. Dies ist allerdings nur möglich, weil sie den Dollar zur Weltleitwährung emporgetrieben haben, der das Gold verdrängte. Sobald das Ausland diesen gigantischen Betrug begreift und den beliebig vermehrbaren Dollar zurückweist, hat Amerika als Grossmacht ausgespielt.
Genau dies tat Saddam Hussein, er weigerte sich, Dollars anzunehmen. Was dann mit seinem Land geschah, ist bekannt. Er hatte den Lebensnerv der letzten Weltmacht präzise getroffen.
in Wirklichkeit über 12% der arbeitsfähigen Menschen (die offiziellen in den USA Arbeit suchen) und den für die Weltwirtschaft nötigen Konsum nicht mehr aufrechterhalten können
die volkswirtschaftlichen Kennzahlen gewaltig geschönt und verfälscht sind, so zählen die Amerikaner beispielsweise einen für 1000 US$ gekauften Computer nicht mit 1000 sondern mit 27.000 US$ in der volkswirtschaftlichen Rechnung sowie im "Produktivitätswunder", da der Computer "heute 27 mal besser sei, als vor 15 Jahren", und andere Produkte (Autos usw.) werden ähnlich "verrechnet".
das bejubelte Wachstum des Bruttosozialproduktes in den USA vor allem durch Regierungsausgaben (neue Schulden), weiteres Aufblähen der Staatsbürokratie (völlig unproduktiv und durch immer neue Vorschriften wirtschaftshemmend) und Rüstungsgelder (davon wird eine Nation nicht "reich") sowie Konsumentenausgaben (vor allem durch immer höhere Hypotheken auf Häuser finanziert), verursacht wird.
noch niemals in der Geschichte der Menschheit eine Papierwährung, die nicht durch Gold gedeckt war, überlebte (chinesisches Papiergeld vor 2000 Jahren, die Rentenmark, die Reichsmark, die D-Mark und zahllose andere). Nicht umsonst heisst die neue Währung "Teuro"
das Steigen der Börsen in den USA vor allem durch die verdeckten Manipulationen der privaten Federal Reserve in Form von Index-Futures-Käufen in astronomischer Höhe (meist kurz vor der Börsen-Schlussglocke) vorangetrieben wird, ein inzwischen offenes Geheimnis
die Goldvorräte Deutschlands (etwa 3.600 Tonnen) und der Schweiz (ungefähr 2000 Tonnen) nicht im Inland gelagert werden, niemand weiss, wieviel davon ausgeliehen wurde (möglicherweise alles) und dass selbst auf Anfragen von Parlamentariern in beiden Ländern alle Auskünfte verweigert werden. Im Krisenfalle hätten diese Nationen also keinerlei Gold mehr real verfügbar.
die Zentralbanken der Welt rund 28.000 Tonnen laut Buchausweis besitzen, davon aber Experten- und Insiderschätzungen zufolge etwa 16.000 Tonnen ausgeliehen haben. Steigt der Goldpreis scharf an und bleibt auf höherem Niveau, müssten die Ausleihenden am Markt teuer zurückkaufen, was zu weiteren steilen Preissteigerungen führen würde. Damit aber wäre das Ende der grossen New Yorker Bankhäuser (Goldleiher) besiegelt, denn Summen der notwendigen Grössenordnung wären unter keinen Umständen aufzubringen. Mit dem Fall dieser zentralen Schlüsselinstitute aber würde das Weltfinanzsystem ebenfalls fallen. Gold und sein Preis stellen somit ein enormes Sicherheitsrisiko für die Hochfinanz dar, bei dem es schlussendlich schlicht ums Überleben geht.
von all diesen Entwicklungen vor allem eine Form der Anlage profitiert: Gold (nebst seinen Schwestermetallen). Das Anziehen des Preises von 250 auf 370 US$ innert Jahresfrist ist selbst für Laien nicht zu übersehen
trotz aller Manipulationen des Goldpreises und des künstlichen Niederhaltens durch die Geldmächte hat sich der Goldpreis seit in den letzten 100 Jahren fast verzweihundertfachte (und gewaltige Steigerungen werden eines Tages noch Schlagzeilen machen)
dass der Goldmarkt ungeheuer eng ist: alles verfügbare, in den vergangenen 10.000 Jahren durch die Menschen angesammelte Gold der Welt würde, wenn geschmolzen, gerade einen Würfel mit der Kantenlänge von noch nicht einmal 18 Metern (!!) ausfüllen.
diese Weltgoldmenge (etwa 127 000 Tonnen) falls alles Papiergeld der Welt (auf Dollar umgerechnet) durch Gold wieder gedeckt werden müsste, einer Deckungsquote von 170.000 Dollar entspräche (mit einer Handvoll Krügerrande wären dann ganze Strassenzüge kaufbar).
der Goldaktienmarkt ungeheuer eng ist: Alle Goldaktien der Welt entsprechen in ihrer Börsenkapitalisierung etwa der Verschuldung von General Motors.
falls nur ein einziges Prozent der Kapitalisierung der Aktien- und Bondmärkte der Welt in den Goldmarkt flösse, der Unzenpreis sofort auf mehrere 1.000 Dollar (Schätzungen schwanken zwischen 3.000 und 12.000 US$) in die Höhe schösse.
Gold (ungeachtet seiner Preisschwankungen) nie wertlos, Papiergeld aber am Ende immer wertlos wird.
Gold kein Versprechen und keine Verpflichtung eines Schuldners darstellt, alle Papierwerte (gleich welcher Art) aber immer ein Versprechen eines Schuldners darstellen, und dass solche Versprechen (also Rückgabe der Kaufkraft des Gläubigers) in der Geschichte immer gebrochen wurden.
Gold seit 1972 (also seit der totalen Abkoppelung des Dollars vom Gold durch Nixon) in der Erhaltung der Kaufkraft den Dollar bis heute, trotz massiver manipulativer Unterdrückung des Goldpreises) um 82% übertraf.
der Goldaktienindex im August 2003 den höchsten Stand in sechs Jahren erreichte
die Welt-Goldproduktion wegen steigender Kosten und nicht marktgerechter Preise rückläufig ist und auf absehbare Zeit auch bleiben wird.
Dies alles sind nur wenige Zahlen, die ein völlig krankes Wirtschaftssystem schlaglichtartig beleuchten und die in den kontrollierten Medien so gut wie nie erwähnt werden. Ein Ignorieren dieser Fakten kommt sträflichem Leichtsinn gleich.
Wenn Ihnen diese Andeutungen und Warnungen noch immer nicht genügen, dann denken Sie einmal an die historische Rolle des Goldes als Krisenmetall. Die Spannungen zwischen der muslimischen und der westlichen Welt wachsen, desgleichen scheint sich die Dauerkrise im mittleren Osten (Stichworte: Öl, Israel, Palästina, Irak, Iran, Saudi-Arabien) wo regional 75% der Weltölvorräte lagern zuzuspitzen.
Seit die USA ganz offen und ohne jede Rücksicht auf Verbündete und Weltmeinung als imperiale Macht hoch aggressiv auftreten verschärfen sich die Spannungen stetig und die weltweite Inflation ist nicht mehr zu übersehen. Papiergeld wird also ständig wertloser.
Dies alles ist gut für Gold. Daher: Legen Sie 5 (-10)% Ihres Gesamtvermögens in physischem Gold und weitere 5% in ausgewählten Goldminenaktien an. Dies ist eine Regel der Vernunft und der Vorsorge. Versäumen Sie dies, handeln Sie mittel- und langfristig verantwortungslos.
Um Ihre Zweifel zu zerstreuen, werden im Folgenden die wichtigsten Fragen, die ein potentieller Goldanleger stellen kann, in Kurzform beantwortet.
3. Typische Fragen knapp beantwortet
Um der Vielzahl möglicher Fragen, die zur Goldproblematik gestellt werden könnten zuvorzukommen, finden sich die am häufigsten vorkommenden 21 Kandidaten bzw. Versionen im Folgenden zusammengestellt.
Macht es überhaupt noch Sinn, heute Gold zu besitzen?
Sicherlich. Auch wenn die Propaganda des dem nach Gutdünken vermehrbaren Papiergeldes verschriebenen Machtapparates immer wieder vom "sinn- und nutzlosen barbarischen Relikt des finstersten Mittelalters" spricht, ist niemand in der Lage die Natur- und fundamentalen ökonomischen Gesetze ausser Kraft zu setzen. Gold ist seit den nebelhaften Zeiten von Atlantis und Lemuria immer Zahlungs-, Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel gewesen. Es hat seinen Wert als Krisenmetall wieder und wieder bewiesen. Es ist nicht beliebig vermehrbar, stellt kein Versprechen (wie alles Papier) dar, kann leicht aufbewahrt und transportiert werden und ist die einzige "Weltwährung", da es grundsätzlich (von Fidschi über New York, Peking, Rio, Johannesburg, Paris, Melbourne oder Wladiwostok) überall anerkannt wird.
Seine Faszination, Schönheit und seine vielfachen Anwendungsmöglichkeiten in der Schmuck-, Elektronik-, Weltraum-, Chemie- und Pharmaindustrie können nicht zerredet werden.
Der Goldmarkt ist sehr eng, und jede fundamentale Störung der modernen Volkswirtschaften würde (im Krisenfalle) die Kaufkraft des gelben Metalles steil nach oben treiben.
Warum halten überhaupt die Staaten bzw. deren Zentralbanken noch Goldreserven?
Sie verkaufen der Öffentlichkeit die Mär von der völligen Nutz- und Zinslosigkeit des Goldes, halten aber gleichzeitig enorme Vorräte, von denen sie sich nur verbal aber nicht de facto trennen. Sie trauen der Zukunft genausowenig, wie die vorsichtigen Bürger und möchten im Krisenfalle nicht unbedeckt dastehen. Die Bürger würden der Währung eines Landes mit Goldreserven viel eher vertrauen wie einer Währung ohne diesen beruhigenden Hintergrund. Gold braucht kein Vertrauen wie das auf reine Versprechungen aufgebaute Papiergeldsystem. Irgendwann werden alle Versprechen einmal gebrochen.
70% aller Länder, die Mitglieder des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind, halten, genau wie dieser selbst, beachtliche Goldreserven. 6% halten keine solchen und der Rest gibt keine öffentlichen Erklärungen hierzu ab.
Die Zentralbanken und andere monetäre Institutionen der Welt lagern (zumindest auf dem Papier) etwa 30.000 Tonnen oder rund 25% allen Goldes der Menschheit in ihren Tresoren.
Wieviel Gold gibt es überhaupt auf der Welt?
Relativ gesehen und gemessen an anderen Rohstoffvorkommen fast nichts. Wenn alles überirdisch verfügbare Gold, das die Menschheit in 10.000 Jahren zusammengetragen hat, in Würfelform zusammengeschmolzen würde, hätte dieser Würfel nur eine Kantenlänge von knapp 18 Metern. Weltweit gesehen: Ein Stäubchen. Es ist sicherlich gut, von diesem Würfelchen ein kleines Stückchen zu besitzen.
Wie eng ist der Markt für Goldaktien?
Unglaublich eng! Vor drei Jahren belief sich die Marktkapitalisierung aller Goldaktien der Welt auf etwa 22 bis 25 Mrd. US $. Der reichste Mann der Welt, Bill Gates, konnte damals alle existierenden Goldvaloren theoretisch (nicht schlagartig über die Börse, um die Kurse nicht zu treiben) aufkaufen. Danach blieben ihm noch drei Viertel (!!) seines Privatvermögens übrig.
Einige Goldaktien solider gewinnbringender Gesellschaften im Portfolio zu halten, wäre daher längerfristig sicherlich keine schlechte Idee.
Heute schafft der gute Monopolist Bill derlei nicht mehr. Der Aktiensturz hat sein Vermögen halbiert und die Marktkapitalisierung für Goldaktien etwa verdreifacht. Er brauchte jetzt etwa das Doppelte seines Vermögens für einen solchen finanziellen Kraftakt. Dies zeigt, dass er dam als besser alle Goldminen gekauft und Microsoft verkauft hätte.
Ist Goldbesitz nach weltweiter Abschaffung des Goldstandards sinnlos geworden?
Die Schweiz hat im April 1999 als letztes Land der Welt die Golddeckung ihrer Währung offiziell leider abgeschafft (wenngleich das deckende Gold nach wie vor zumindest auf dem Papier vorhanden ist). Dennoch macht privat gehaltenes Gold aus vierfachem Grunde Sinn. Zum einen ist keine Schuldverpflichtung (wie bei Papier) daran geknüpft. Die Bonität irgendeines Schuldners spielt keine Rolle. Seine Menge oder der Zufluss ins Wirtschafts- und Bankensystem kann nicht beliebig gedrosselt oder beschleunigt werden. Der politischen Manipulation sind Grenzen gesetzt. Gold ist eine absolut "ehrliche Währung", die sich Täuschung, Betrug und Manipulation widersetzt. Zum anderen wurde es als Zahlungsmittel noch niemals und nirgendwo zurückgewiesen (wie so viele kaputte Währungen) und kann zwar im Besitz verboten aber nicht als wertlos erklärt werden. Der schwarze Markt wäre die Reaktion auf die erste, und Lächerlichkeit die Folge der zweiten Massnahme. Sein "eingebauter" Wert ("intrinsic value") entzieht es dem manipulativen Griff selbst der mächtigsten Politiker und Vertreter der Hochfinanz. Drittens fällt ohne Goldreserven das Vertrauen der Bevölkerung in eine Währung und letztlich hält es langfristig seinen Kaufkraftwert.
Sollte Gold in einem Portfolio gehalten werden?
Ja, es stellt eine ideale Diversifizierungsanlage dar. Viele Studien in zahlreichen Ländern haben zweifelsfrei bewiesen, dass das Metall negativ mit den Werten anderer Anlagevehikel korreliert. Wenn also Aktien, Festverzinsliche oder Immobilien in die Knie gehen, steigt der Wert des Goldes und/oder der Goldaktien (und umgekehrt). Somit lässt sich das Anlagerisiko selbst für solche Investoren, die dem Gold ablehnend gegenüberstehen, eindeutig mindern.
Schützt Gold vor den Wirkungen der Inflation?
Grundsätzlich und langfristig immer. Doch gibt es Phasen, während derer die Entwicklung des Goldpreises hinter der schleichenden Geldentwertung nachhinkt (wie derzeit dank Manipulation der Zentralbanken). Zu anderen Zeiten, beispielsweise in den frühen 80er Jahren, übertraf der Unzenpreis die Inflationsentwicklung bei weitem. Diese Bewegungen scheinen Gesetzen des Zyklus zu unterliegen.
Sollte man sich von Gold trennen, da es keine Zinsen trägt?
Die Zentralbanken tun eben dies nicht weil es Zinsen trägt. Sie leasen Teile ihrer Goldbestände aus zu Zinssätzen um 1,0%. Im April 2000 beispielsweise schwankte die monatliche Leasingrate zwischen 0,42 und 0,31% (also zwischen 5,0% und 3,7% pro Jahr) und die Umschläge an der Londoner Metallbörse fielen im März gegenüber dem Vormonat um 19% auf einen Tagesdurchschnitt von 753 Tonnen wegen der höheren "Goldzinssätze".
Bullion-Banken, Hedgefonds und Institutionelle übernehmen und verkaufen das Leihgold am Markt, investieren den Erlös und Aktien oder andere Anlageinstrumente, erzielen (meist) hohe Renditen, kaufen das Gold, was zwischenzeitlich (hoffentlich) im Preis weiter fiel, billiger zurück und übereignen es der Zentralbank wieder. Dieses Spielchen des "gold carry trades" an dem sich 75 Zentralbanken beteiligen, war die vergangenen Jahren (wenngleich von der Öffentlichkeit unbemerkt) gross in Mode und machte viele Hedgefonds reich. Es beweist: Gold bringt tatsächlich Zinsen und Gewinne.
Dem Kleinanleger bleibt dieser direkte Weg aber versperrt. Er kann sich jedoch indirekt an derartigen Fonds oder als Aktionär an Goldminen mit Dividendenzahlungen beteiligen, falls ihm die Zinslosigkeit wider den Strich geht. Noch einmal: Langfristig hat Gold alle Zins- und Inflationsverluste immer wieder aufgeholt und sogar überholt.
Der Igel holt den Hasen am Ende immer ein.
Übrigens: Wenn keine Zinsen anfallen, fallen auch keine Steuern an und die Kaufkraft Ihrer Anlage nimmt mittel- und langfristig immer zu.
Eine steuerfreie Anlage (noch dazu anonym) muss man heute mit der Lupe suchen.
An US-Schatzbriefen sind auf jeden Fall mehr Zinsen zu verdienen als an Gold. Warum trennen sich die Zentralbanken dann nicht davon?
Sie halten erhebliche Bestände an Treasury Bills, die aufgrund des anhaltenden (neuerdings schwächelnden) Wirtschaftsbooms in den USA auch als solide Anlage gelten. Doch wie schnell sich Szenen wandeln beweist die Situation Anfang der 80er Jahre, als die Amerikaner 17% und die Kanadier 21% an Zins bieten mussten, um überhaupt Käufer für ihre Dollars zu finden. Gute Zeiten dauern nicht ewig. Eine ähnliche Phase wird wieder kommen.
Die Asiaten schlitterten in den 90er Jahren über Nacht in eine schwere Wirtschafts- und Währungskrise, obwohl sie noch Wochen vorher weltweit als die grössten wirtschaftlichen Vorbilder hingestellt wurden, die es je gab. Wer damals rechtzeitig auf Gold (oder Dollars) umstieg, konnte sein Vermögen retten. Andere verloren durch massive Währungsverluste den Grossteil ihrer Kaufkraft.
Weiterhin haben Studien eindeutig gezeigt, dass die in Kaufkraft gemessene Rendite einer Goldanlage über die letzten 100 Jahre erstaunlicherweise höher ausfiel als diejenige einer vergleichbaren Investition in US-Schatzbriefe.
Wie steht es mit den in den Medien hochstilisierten Zentralbankverkäufen?
Dies ist zum grossen Teil Show. Trotz aller offiziellen Verkäufe wurden heimlich auch Käufe getätigt. Viele Zentralbanken schieben ihre Goldvorräte insgeheim unter sich hin und her, wobei Verkäufer meist genannt werden, doch die Käufer fast immer anonym bleiben. Das Ganze drückt als erwünschter Effekt auf den Marktpreis. Schliesslich wollen sich die Hochburgen der Finanzwelt nicht durch Schwächung der - und Vertrauensverlust in die - Papierwährung zugunsten des Goldpreises selbst das Wasser abgraben. Ein solcher Akt entspräche der Abschaffung des Kreuzes und der Bibel durch den Papst.
Fakt ist: In den letzten 15 Jahren trennte sich das Kartell der Zentralbanken insgesamt gesehen nur von 10% ihrer Goldvorräte (einzelne, inoffizielle Schätzungen durch Experten sprechen von höheren Zahlen und gehen bis zu 20%). Welche Zahlen auch korrekt sein mögen, sie sind auf jeden Fall relativ niedrig. Zur Beachtung: Die in der Tat ausgeliehenen Goldmengen zählen offiziell als "vorhanden". Die physische Abwesenheit, sprich, leere Goldregale in den Kellern der Zentralbanken, mit Schuldscheinen anstelle der Barren, stört weder Staat noch Banken noch Statistiker. Das Gold ist für sie - und für die Öffentlichkeit, trotz physischer Abwesenheit "vorhanden".
Dass sich einzelne Länder, wie Kanada und die Benelux-Staaten, nahezu vollständig von Goldreserven entblössten, ändert nichts an dieser Tatsache. Das verkaufte Gold liegt jetzt bei den Schwester-Reservebanken in beispielsweise New York, Taiwan (kauft jährlich über 100 Tonnen), Peking, Bombay (Indien absorbiert 800 Tonnen pro Jahr) oder Paris. Die Türkei meldete im ersten Quartal 2000 beispielsweise einen Nettozufluss von 53 Tonnen. Sie kauft Gold und profitierte davon, denn der Dollar verlor 30% an Wert, während Gold über 30% gewann - keine schlechte Anlageentscheidung der Türken, Inder und Chinesen.
Die Regierung in Washington denkt im Übrigen nicht daran, sich von ihren rund 8.000 Tonnen (Zahl auf dem Papier) zu trennen.
Der Goldpreis fällt immer wieder, nachdem er sich zwischenzeitlich erholte. Wird es daher nicht Zeit zum Liquidieren?
Nur seit Anfang 1980 (zu 852 US$ oder etwa 4000 Sfr. die Unze) zeigte der Preistrend bis vor zwei Jahren nach unten. Dann war der Preisboden gefunden und der Trend weist wieder nach oben. Gold ist historisch gesehen billig wie nie. Man steigt in einen Markt ein, wenn er am Boden liegt oder anfängt sich zu erholen, wie derzeit - und nicht wenn er boomt. Jetzt wäre eher die Zeit zum Kaufen als zum Liquidieren. Der Goldpreis hat noch einen langen Marsch vor sich und steht am Anfang eines Bullen-Marktes, während die Papieranlagen am Anfang eines Bären-Marktes stehen. Im Übrigen musste wenigstens die Hälfte der noch vor 20 Jahren aktiven Goldminen bereits schliessen. Das Aus für den Rest käme beim Unzenpreis von 200 US$ oder darunter. Nur ganz ganz wenige Minen fördern zu Tiefstpreisen noch wirtschaftlich. Damit käme das Angebot praktisch zum Erliegen und die Nachfrage triebe den Preis nach oben, was allerdings zur schrittweisen Wiederinbetriebnahme von Minen führte, was wiederum verhindert, dass die Preise (unter geregelten Verhältnissen) ins Astronomische schiessen. Allerdings dauert es Jahre, bis alte, stillgelegte. oder ganz neue Minen (wieder oder endlich) voll produzieren.
Könnten die Zentralbanken den Preis in den Nullbereich drücken?
Theoretisch und für kurze Zeit durch Dumping grosser Mengen ja. Doch wäre ihr Pulver nach kurzer Zeit verschossen und damit ihre Möglichkeiten der Marktmanipulation vertan. Dann wären sie den Marktkräften hilflos ausgeliefert. Vielleicht haben 15 europäische Zentralbanken im September 1999 auch aus diesem Grund erklärt, in den nächsten fünf Jahren nicht mehr als 2.000 Tonnen auf den Markt werfen zu wollen. (Der Unzenpreis stieg daraufhin sprunghaft an).
Damit wollen die Reservebanken eine Tradition fortsetzen, denn ihre tatsächlichen Abgaben lagen schon lange im Bereich von 400 Tonnen pro Jahr was etwa 20% des gesamten Angebotes, bestehend aus Förderung, eingeschmolzenem Goldschmuck, Recycling der Industrie usw. ausmacht. Es ist also nicht die schiere Menge, die die Preise drückt, sondern die schlechte Stimmung der potentiellen Investoren. Diese glauben, dass die Banken einfach nur ihre Goldschleusen nach Belieben zu öffnen brauchen und schon ist der Preis kaputt. Daraus folgt das Motto: Es hat keinen Sinn in Gold zu investieren, denn 28.000 Tonnen stehen drohend im Markthintergrund. Dieses psychologischen Vorteils wollen sich die Banken natürlich nicht begeben. Es ist eine äusserst preiswerte Methode der Marktmanipulation, freilich nicht die einzige.
Sollte der Preis merklich ansteigen, wird am Markt mit Abgaben interveniert. Wird der Preisverfall unerträglich, reagiert man mit Ankäufen. Dieses Spiel funktionierte in den letzten Jahren hervorragend.
Haben die Asienkrise, die Argentinienkrise und jetzt die Mittelostkrise, einschliesslich der Okkupation des Irak nicht bewiesen, dass Gold seine Rolle als Krisenmetall ausgespielt hat?
Ganz im Gegenteil. Goldhalter in Thailand, Korea, Argentinien und im Irak gewannen gegenüber den eigenen Währungen (und sogar gegenüber dem Dollar) enorm. Dies traf sinngemäss auch auf die dortigen Zentralbanken zu.
Macht Goldbesitz nicht in einer nahezu inflationsfreien Welt lächerlich?
Keineswegs. Erstens herrschen in großen Teilen der Welt hohe Inflationsraten und zweitens hat das Entwertungsgespenst starke Überlebenskraft bewiesen. Von Zeit zu Zeit kehrt es zurück und wütet einige Jahre. Wer einen Blick auf die Preisanzeigen an Tankstellen und Supermärkten wirft, oder die steigenden Ausbildungs- und Krankenkosten bedenkt, ist vom Märchen der "Nullinflation" sofort geheilt.
Was macht Gold überhaupt wertvoll?
Der "Wert" des gelben Metalles besteht in einem Gemisch aus Seltenheit, Schönheit, mystischer Faszination, Korrosionsbeständigkeit, Dehnbar- und Formbarkeit (es lassen sich Folien von einer "Dünne" herstellen, die dem menschlichen Auge nicht mehr sichtbar sind), Schmucktradition, elektrischer Superleit- und Kontaktfähigkeit (etwa 280 Tonnen verbraucht allein die Elektronik pro Jahr), Heilwirkung (Blutreinigung usw.), Nachfrage nach Zahnersatz (etwa 75 Tonnen pro Jahr), leichte Transport- und Lagerfähigkeit, Anerkennung als weltweites Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel, begrenzte Vermehrbarkeit, Nichtbindung an irgendwelche Versprechen (Papiere) oder Bonitäten von Schuldnern, unbegrenzter Haltbarkeit (selbst nach Jahrhunderten im Meerwasser) und seiner Rettungsfunktion in Zeiten von Krieg, Flucht oder Krise.
Gelingt es den manipulativen Kräften, den Goldpreis unten zu halten?
Nur zeitweilig. Auf Dauer scheitern sie immer wieder, denn im Ernstfalle "ist niemand grösser als der Markt". Die Hunt-Brüder mussten dies Ende der 70-er Jahre schmerzhaft erfahren, als sie den Silbermarkt "Cornern", den Silberpreis auf 52 US$ pro Unze trieben (heute um 5 US$), am Ende auf ihren Silberbergen sassen, zu Kellerpreisen verkaufen mussten und ungefähr 7 Mrd. US$ (den Grossteil ihres Erbes von 11 Mrd. US$) verloren.
Im Goldmarkt gelten die sinngemäss gleichen Gesetze. Wenn die Hedgefonds 8.000 bis 10.000 Tonnen von den Zentralbanken borgten, am Markt absetzten und hoffen, das Geliehene zu niedrigeren Preisen zurückzukaufen (sie "gingen short"), geht das gut, solange die Preise fallen. Spielt der Markt aus irgendwelchen Gründen nicht mit und die Preise ziehen an, müssen die Fonds, um ihre vertraglichen Verpflichtungen (zeitlich limitierte Kontrakte) zu erfüllen, mit empfindlichen Verlusten teuer zurückkaufen. Bei den riesigen Mengen, die auf dem Spiel stehen, käme dies enormen Marktbewegungen gleich. Der anziehende Preis aber würde andere Fonds zu Panikkäufen zwingen, die den Preis weiter in die Höhe trieben. Um derlei zu verhindern, müssten die Zentralbanken ihre Lager massiv leeren. Doch ein "Verschwinden" des Goldschatzes einer Nation liesse sich auf Dauer kaum verheimlichen (leider in vielen Ländern seit Jahren mit mystischem Dunkel überzogen und durch vage Andeutung seitens der Herrschenden gekennzeichnet) und hätte massive politische Konsequenzen.
Wie die 100 Mrd. teure Rettungsaktion des Hedgefonds "Long Term Capital Management" (LTCM) durch Clinton und Wallstreet bewies, sind selbst die konservativsten Hedgefonds tief in Shortpositionen verstrickt. Ohne die Rettung hätten die Kreditmärkte der Welt in Kettenreaktion schliessen müssen.
Zur Beachtung: LTCM wurde durch zwei Nobelpreisträger geführt und war nur ein mittelgrosser Hedgefond. Es gibt weltweit etwa 6.500 Hedgefonds, viele von ihnen von vielfacher Grösse von LTCM. Wenn in diesem gewaltigen Kartenhaus mit einem Derivativvolumen von insgesamt 150 Billionen US$ auch nur wenige Karten fallen, dann wäre das Weltfinanzsystem am Ende und der Goldpreis bei 10.000 Dollar die Unze oder mehr.
Selbst ein mässiger Auftrieb im Goldpreis würde Fond nach Fond und auch viele Grossbanken zum Liquidieren ihrer Shortpositionen zwingen und zu einer von der "FED" so gefürchteten "Armagheddon Situation" führen. Ausserdem käme dann ans Tageslicht, dass grosse Teile der Goldschätze der Nationen "weg" sind und gegen wertlose Schuldverschreibungen von Hedgefonds und Bullionbanken ausgetauscht wurden, was die Unzenpreise weiter in die Höhe treiben würde und den Notenbanken die Macht der Manipulation weitgehend nähme. Auf Dauer ist der Goldpreis aus all diese Gründen nicht im Keller zu halten.
Gab es in der Vergangenheit Beispiele für das Versagen der Manipulatoren?
Gewiss! Vor drei Jahren stoppte die Bank von England ein Goldrally im Ansatz, mit der Ankündigung, 2000 Tonnen tranchenweise zu verkaufen. Die Begründung war lächerlich: Die Reserven hätten ein Übergewicht an Gold, war zu vernehmen. Dieses "Übergewicht" belief sich auf 16,6% der Gesamtreserven - während die Europäische Union insgesamt auf 30,1% kommt. Nach Abschluss der Verkäufe hätten die Engländer noch 7% ihrer Reserven in Gold. Dies muss viele Anleger entmutigen. Immer wenn der Preis abhebt, schlagen die Banken zu und so ist es sinnlos in Gold zu investieren - so jedenfalls laufen die typischen Gedankengänge potentieller Investoren.
Doch ein geschichtlicher Rückblick lässt Optimismus aufkommen: In den 60er Jahren wurde in London der "Gold Pool" etabliert. Eine Anzahl von Nationalbanken gelobten sich mittels dieser gemeinsam betriebenen Organisation den Unzenpreis auf dem künstlich niedrigen Niveau von 35 US$ zu halten. Dank dem rasch wachsenden amerikanischem Handelsdefizit präsentierten die Handelspartner dem US Schatzamt ihre frisch im Export verdienten Dollar und verlangten Gold dafür. Frankreich war führend und Präsident De Gaulle schickte sogar ein Kriegsschiff, um eine mächtige Goldladung in New York abzuholen. Hohe Defizite und Inflation liessen zudem die weltweite Goldnachfrage anziehen. Doch der Gold Pool warf Tonne um Tonne in den Markt und der Preis verharrte auf 35 US$. Endlich ging dem edlen Gold Pool die Luft bzw. das Gold aus und der Preis schoss auf 200 US$.
Damit nicht genug: Am 1.1.1975 wurde es für Amerikaner nach 42 langen Jahren endlich wieder legal, Gold zu kaufen. Ausserdem lief die Inflation aus dem Ruder. Beide Faktoren trieben die Nachfrage steil in die Höhe. Aber die Regierung war wieder einmal fest entschlossen, den Unzenpreis nach unten zu treiben, um Gold zu diskreditieren. Eine konzertierte Verkaufsaktion von Schatzamt, Zentralbanken und IWF setzte ein. Tatsächlich gelang es, den Preis von rund 200 US$ auf 103 US$ zu drücken. Dabei wurden hohe Gewinne erzielt, denn Gold stand noch immer mit 35 US$ zu Buche. Außerdem bestrafte man die Bürger, die die Frechheit besassen, gegen den Willen ihrer sich allmächtig wähnenden Regierung mittels Goldkäufen anzugehen. Auch diese Schlacht ging den Regierungsbürokraten schliesslich verloren. Keine Regierung kann einem starken Aufwärtstrend am Markt auf Dauer widerstehen. So auch hier. Bis zum Frühjahr 1980 avancierte der Goldpreis von 103 auf 852 US$. Der weitsichtige Investor hatte nicht nur sein Vermögen von den verkrüppelnden Inflationsraten der 70-er Jahre gerettet, sondern obendrein noch hohe Gewinne erzielt. Dasselbe Spiel wird sich wiederholen, die Anfangsphasen sind derzeit bereits durchlaufen.
Allein in den letzten 35 Jahren sind also zwei massive Versuche der Regierungen und Zentralbanken den Goldpreis künstlich tief zu halten gescheitert. Der dritte Versuch läuft seit 23 Jahren. Wie wird er ausgehen? Der Satz: "Niemand ist grösser als der Markt" gilt noch immer. Auch diese Schlacht wird den Manipulatoren verloren gehen. Sie manipulieren, weil für sie viel (in vielen Fällen ihr Überleben) auf dem Spiel steht. Die internationalen Finanzsysteme sind aus dem Gleichgewicht, sind überschuldete Kartenhäuser und krank. Gold ist historisch das einzige Thermometer, das die Fiebertemperatur des Kranken anzeigt. Da sich der Goldpreis aber kaum bewegt, glauben die Anleger und Bürger, dass alles in bester Ordnung sei und sich ein Goldkauf nicht lohne.
In Wahrheit schüttelt der Kranke aber nur das Thermometer künstlich herunter und täuscht damit Arzt und Schwester. Die Krankheit ist damit in keinster Weise kuriert. Wenn der Zeiger am Armaturenbrett in den roten Bereich schwenkt, ändert das Zurückbiegen dieses Zeigers mit dem Finger auf Null nicht das Geringste an der tatsächlich gemeldeten Überhitzung des Motors. Nach einer Weile kommt der unvermeidliche Kolbenfresser.
Genau dieses praktizieren die Zentralbanken und Regierungen derzeit wieder einmal und aus genau dem gleichen Grund werden sie am Ende mit ihrem "managen" des Goldpreises wieder versagen. Es tobt ein von der Öffentlichkeit nicht bemerkter regelrechter Goldkrieg. Die Zentralbanken und Politiker, denen ihre Volksbeglückungsprogramme auf Pump eine Goldwährung sofort nehmen würde, haben sich im Gold mit diesem Krieg einen mächtigen Gegner ausgesucht. Die einzelnen Attacken gewinnen die Manipulatoren fast immer, aber die Schlacht geht ihnen am Ende immer verloren. Der jahrtausendealte Gegner erwies sich stets als übermächtig.
Droht Gefahr durch die Schwäche der amerikanischen Verbraucher?
Ja! Etwa 52% aller US Haushalte verfügen über liquide Mittel von weniger als 1.000 US$, sind mit 135.000 US$ extrem hoch verschuldet (sie müssten über ein Jahr arbeiten um ihre durchschnittlichen Schulden zu tilgen (ohne einen Cent für andere Ausgaben zu haben) und verschulden sich Monat für Monat weiter. Drei Jahren lang war zudem die Sparrate negativ - was es noch nie in diesem Umfang gab, wenngleich sie neuerdings wieder im Bereich von plus 2-3% liegt (Zum Vergleich: Die Chinesen sparen derzeit fast 40% des verfügbaren Einkommens..., vielleicht müssen die Amerikaner die Chinesen in 20 Jahren um Kredite anbetteln, falls es so weitergeht??) Fiele in den USA nur ein einziger Gehaltsscheck für eine typische Familie aus, müssten Millionen innerhalb weniger Wochen Bankrott erklären.
Trotz der expandierenden Wirtschaft steigt die Anzahl der persönlichen Insolvenzen langsam aber stetig weiter an - und dies während und nach dem grössten Boom der Geschichte. Was geschieht, falls ein wirklicher Konjunktureinbruch käme, von einer Krise ganz zu schweigen, lässt sich nur schwer vorstellen. Nicht zu vergessen: Ca. 60% aller Hauskäufer zahlen zwischen 5% (meist) und 10% (seltener) an und müssen dann jahrzehntelang hohe Hypothekenzinsen und Abzahlungsbeträge auf die eigentliche Schuld bedienen. Immer mehr Hauskäufer leisten keine Anzahlung und finanzieren 100% des Kaufpreises und die Preise steigen und steigen. Platzt diese Blase wird der Goldpreis reagieren.
Stiegen die Zinsen merklich an, wäre dies das Ende der finanziellen Service- und Leistungskraft von Millionen. Der Anfang ist bereits gemacht, die langfristigen Zinsen zogen 2003 deutlich an. Hält dieser Trend an, würde der Immobilienmarkt von Billigangeboten der Banken, die auf Millionen verlassener Häuser sitzen, überschwemmt, was wiederum andere, deren Kalkulationen auf steigende Hauspreise aufbaute, in den Ruin triebe. Hier steht ein Kartenhaus in der Grössenordnung von 9 Billionen US$,- vorläufig aber noch intakt.
Über die Hälfte aller Amerikaner (die höchste Prozentzahl in der Geschichte) ist derzeit direkt oder indirekt (Fonds) im Aktienmarkt, nach gigantischen Verlusten seit März 2000 neuerdings wieder ermutigt vom (manipulierten) neuerlichen Anstieg der New Yorker Börsen. Von den hier investierten Beträgen sind etwa 40% geliehen, meist über die Kreditkarte oder über eine 2. Hypothek auf das (nur angezahlte) Haus. In beiden Fällen fallen Kosten bzw. Zinsen von rund 16-18% pro Jahr an. Es kommen die Gebühren für Ein- und Ausstieg aus den Fonds sowie Brokerkosten und Fonds- oder Aktienverwaltungsgebühren usw. hinzu, so sind etwa 22% jährlich zu bedienen. Stiege der Aktienmarkt um 22% hätten Millionen von Anlegern noch keinen Cent verdient. Die Börse müsste jährlich um "einige 30%" steigen, um dieses gefährliche Spiel erfolgreich weiterzuspinnen. Dies tat sie auch einige Jahre hindurch. Doch historisch gesehen signalisiert der Anstieg eines Börsenindex von 15% ein extrem gutes Börsenjahr. Dass diese in absurder Höhe verschuldeten Investoren bald erneut massiv Geld verlieren werden, ist vorprogrammiert. Stiegen sie dann in Massen notgedrungen aus dem Aktienmarkt aus, erhöbe sich ein Wal aus einer Pfütze. Geschähe dies, wäre die grosse Stunde des Goldes wahrscheinlich schon gekommen.
Nur das Vertrauen der Bevölkerung in die "gesunden" Finanzmärkte sowie Geld- und Kreditsysteme - und natürlich in die im Mittelpunkt des Ganzen stehenden Aktienmärkte und Börsen - hält das gesamte Gebäude der Wirtschaft aufrecht. Die Regierungen, Zentralbanken und die gesamte Finanzsphäre wissen dies nur zu gut. Daher müssen sie um jeden Preis die Aktienmärkte stützen und gleichzeitig um jeden Preis das so sensitive Wirtschafts- und Finanzbarometer "Gold" unten halten. Stiege der Unzenpreis, wäre das ein Signal für "Gefahr in den Wertpapiermärkten und der Wirtschaft" mit entsprechenden Vertrauensverlusten und unabsehbaren Folgen. Die beiden Hauptinstrumente der Mächtigen das Vertrauen weiter zu erhalten, sind Zentralbankverkäufe (oft genügt schon die Androhung) sowie anhaltende Anti-Gold-Propaganda.
Dennoch reagiert Gold am Ende immer auf politische, wirtschaftliche und soziale Extreme. Auch diesmal wird es nicht anders sein. Die Macht der Propaganda und Manipulation ist unglaublich stark, doch am Ende ist die Macht der Märkte und des Goldes stärker.
Bergwerke und Minen liefern Jahr für Jahr einen nie versiegenden Strom von Gold. Hält dies die Preise dauerhaft unten?
Wegen der historisch extrem niedrigen Unzenpreise mussten hunderte von Minen bereits schliessen. Gold Fields Mineral Services in London gab die weltweit mittleren Produktionskosten im Frühjahr 1999 mit 315 US$ an (Ende 2000 bei etwa 295 US$). Die Kostensituation hatte sich bis zum Herbst 2003 nicht wesentlich verändert. Eher ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen, da die leicht abbaubaren Reserven sich zusehends erschöpfen. Die Südafrikaner gaben durchschnittlich 335 US$ pro produzierte Unze aus. In Australien waren es im Mittel 358 US$. Zu einem damaligen Goldpreis von 290 US$ (heute um 370 US$) arbeiten viele Minen mit einem Verlust. Dasselbe gilt für den Rest der Welt. Radikale Kostensenkungen, Massenentlassungen und neue Technologien (massive Investitionen erforderlich) könnten weltweit den Break-Even-Point (an dem sich Gewinn und Verlust die Waage halten) jährlich um vielleicht 5% drücken. Am Gesamtbild ändert sich dadurch nichts wesentliches: Die Anzahl der Produzenten und damit die produzierten Menge schrumpft weltweit. Dies fährt das Angebot zurück und wirkt preistreibend. Diese Komponente des Marktes lässt sich auf Dauer nicht ignorieren. Der Goldpreis ist für die Industrie einfach zu niedrig. Übrigens: Ein echter Marktpreis, frei von Manipulation, der sich aufgrund reiner Angebots- und Nachfragekräfte bilden könnte, läge derzeit im Bereich zwischen 700 und 1.000 US$ pro Unze.
Wie kann man sich ausser in Münzen, Barren und Schmuck noch im Gold engagieren?
Durch Kauf von Goldaktien, wobei man nicht direkt in Gold, sondern in eine Gesellschaft investiert. Der Wert und damit auch der Kurs der Aktie hängt zum einen von der allgemeinen Marktstimmung ab, die derzeit wegen des schwachen Images des Metalls, trotz des Kursaufschwungs im Jahre 2003, noch immer gedrückt ist. Goldaktien sind heute immer noch extrem billig. Es gab und gibt an der Börse Vancouver beispielsweise zahlreiche kleine Unternehmen, deren Börsenwert noch unter dem Wert ihrer Barreserven bei ihrer Bank liegt. Andere Kriterien sind die Gewinnaussichten, der Cashflow, die Wachstumschancen sowie die Möglichkeiten einer kurstreibenden Übernahme durch eine andere Gesellschaft.
Grundsätzlich gilt: Die Kurse der Grossgesellschaften und Marktführer schlagen in Boom- oder Krisenzeiten nach oben oder unten nur mässig aus. Das ist der Preis für ihre Sicherheit und Stabilität. Kleine und mittlere Firmen sind für deren Aktionäre sehr viel risikoreicher, aber reagieren in Zeiten anziehender Goldpreise mit Vehemenz in den Aktienkursen. Eine Steigerung auf das 20-50-fache wäre keine Seltenheit, sollte ein Goldpreissprung die Anleger überraschen.
Gäbe es noch eine weitere Form des Engagements?
Ja, beispielsweise in Gold-Futures und Gold-Optionen. Eine Option gibt dem Halter das Recht aber nicht die Pflicht Gold zu einem im Voraus fixierten Preis zu einem bestimmten Datum kaufen oder zu verkaufen. Setzt man auf steigende Preise, schreibt man einen "Call", umgekehrt einen "Put".
An den Börsen COMEX in New York und Bolsa Mercadorias & Futuros (BM & F) in Sao Paulo, Brasilien werden diese Papiere beispielsweise gehandelt. Da es stets einen Kontrahenten gibt, der gegenteiliger Ansicht über die Preisentwicklung ist, bleiben derlei Derivativgeschäfte Nullsummenspiele. Was der eine Kontrahent verliert, gewinnt der andere, doch Broker und Börse gewinnen durch ihre Gebühren und Aufschläge als "Mittelsmänner" immer. Auch der unersättliche Staat ist natürlich fast immer mit seinen Steuern dabei.
In einem Futures-Kontrakt verpflichtet sich der Kontrahent unwiderruflich eine bestimmte Menge Goldes zu einem bestimmten zukünftigem Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Am Verfalltag kann der Inhaber die physische Lieferung annehmen oder bereitstellen, meist wird jedoch darauf verzichtet, sondern je nach erzieltem Gewinn oder Verlust in Währungseinheiten abgerechnet und dem Brokerkonto zugerechnet oder abgezogen. Da nur eine Anzahlung erfolgt, kann eine Aufforderung zur Nachzahlung (margin call) im Falle dass sich der Markt gegen die Position, auf die der Schreiber setzte bewegt, eine gefährliche Angelegenheit werden. Hier kann die volle Höhe der Vertragssumme eingefordert werden und verloren gehen, während bei der Option nur das bereits anfänglich Eingezahlte abgeschrieben werden muss. Die Option ist frei von erzwungenen - und möglicherweise hohen - nachzuschiessenden Beträgen. Der Hauptbestandteil des Futures-Preises ist der "contango", d.h. die Zinskosten für das Halten von Gold, sowie die Versicherung und die Aufbewahrungskosten.
© Prof. Dr. Hans J. Bocker (9/2003)
1. Die (Finanz-) Welt in der wir leben
Wer, verehrter Leser, macht sich abgesehen vom Problemkreis der täglichen Routine, schon Gedanken über die Welt in der wir leben? Insbesondere über die (hochgradig kranke) Welt der Finanzen, die die Wirtschaft und unser Leben so entscheidend beeinflusst?
Doch das Verschliessen der Augen schützt nicht vor den Folgen katastrophaler Politik und eines Unwetters, das am Horizont der Wirtschaft und Finanzen drohend heraufzieht.
Die folgenden Ausführungen sind nicht als Sammlung pessimistischer Zitate und Kernpunkte einer dunklen Weltanschauung gedacht. Im Gegenteil: Wie das indische Sprichwort sagt: Wenn die Regenzeit kommt, baut sich der Weise rechtzeitig eine Hütte. Und man wird sich an die etwas bedrückende Tatsache erinnern, dass, im Gegensatz zu "normalen Zeiten", die grössten Gewinne durch wenige Weitsichtige gerade dann zu machen sind, "wenn das Blut knöchelhoch durch die Strassen fliesst". Dieser etwas grausige poetische Vergleich enthält tiefe Wahrheiten. Die Namen Carnegie, Rothschild oder Rockefeller sind lebendige Beispiele für die Ansammlung gigantischer Vermögen in allerschwersten Zeiten. Wer sich sinnvoll vorbereitet, den wird die unausweichliche Krise nicht nur nicht treffen, sondern reichlich belohnen. Und dies wiederum versetzt in die beneidenswerte Lage, auch Anderen in Not dann helfen zu können.
Da ist zunächst einmal der exponentiell weiter wachsende Schuldenberg, dessen Erwähnung nur das grosse Gähnen hervorruft. Alle haben sich daran gewöhnt. Schon zu lange ist er mit uns und nichts Bedrohliches geschieht. In fast allen Ländern nimmt die Bedienung der Staatsschulden die zweitgrösste Position im jährlichen Staatshaushalt ein. Das Vorrücken auf die Position Eins ist genau so vorprogrammiert, wie der Zeitpunkt, zu dem die Steuereinnahmen nicht mehr ausreichen, die Zinsdienste weiter zu leisten.
Finanzmathematiker haben errechnet, dass bei einer Einsparung von 50% der laufenden Staatsausgaben, die politisch wegen der unvorstellbaren Konsequenzen keine drei Tage durchzuhalten wäre, es immer noch über 30 Jahre dauern würde, bis der Schuldenberg z.B. in Deutschland endlich abgetragen wäre. Dieses Problem ist "im Guten" nicht mehr lösbar.
Die Amerikaner als grösste Schuldnernation der Welt haben auf Bundes-, Landes-, Gemeinde-, Unternehmens- und privater Ebene ein kleines Gebirge von etwa 49 Billionen (49 Tausend Milliarden) US$ an finanziellen Verpflichtungen im In- und Ausland aufgebaut. Dies entspricht umgelegt rund 600 000 $ pro Durchschnittsfamilie.
In den 90er Jahren gewannen die US-Börsen rund 7 Billionen US$ im Kurswert. Der Bärenmarkt nahm diese Summe wieder zurück, mit verheerenden Begleiterscheinungen. Als Puffer wirkte die nächste Finanzblase: Die gewaltigen Preissteigerungen im Immobilienmarkt auf immer absurdere Höhen, der seit März 2000 etwa 6 Billionen im Nennwert gewann. Circa 2,5 Billionen US$ haben die Hausbesitzer aufgrund von manipulierten Billigsthypotheken ihren Häusern per Beleihung entnommen, sich damit tiefer in Schulden gestürzt und durch diesen, auf reiner Verschuldung basierenden Kaufkraftschub die Volkswirtschaft und damit auch die von der Konjunktur in den USA abhängige Weltwirtschaft in Gang gehalten. Der Markt wird auch für diese letzte der grossen Finanzblasen eine Nadel finden und ihren Wert auf Normalmass reduzieren, wie dies in der Geschichte immer ablief. Geschieht dies, dürfte die US-Ökonomie und damit die von ihr so abhängige Weltwirtschaft mit ihren Massenexporten in die USA eine Krise erleben, gegen die die grosse Depression der 30er Jahre wie ein Kindergartenpicknick erschiene.
Doch genau diese bedrohliche Entwicklung hat bereits begonnen. Zwar hält Greenspan die kurzfristigen Zinsen mit aller Gewalt unten, doch am langfristigen Zinsmarkt tut sich Bedenkliches: Zwischen Juni und August 2003 stiegen die Zinssätze der 30-jährigen US-Schatzbriefe grob gesprochen von 4 auf 5% und diejenigen für 10-Jahresläufer von 3,1 auf über 4,5%.
Hält diese Tendenz an (immerhin erreichten die Verzinsungen um 1980 in den USA 17% und in Kanada 21%), müssten die Schuldner, allen voran die Staaten, schon bald wesentlich höhere Summen zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten aufwenden, weil die Investoren dieses wegen des steigenden Risikos verlangen. Dann reichten die Steuergelder zur Deckung nicht mehr aus und der offene Staatsbankrott wäre unvermeidlich. Die Deutschen durchlebten genau diese Situation im letzten Jahrhundert zwei Mal: Zum einen Mitte der 20er Jahre per Hyperinflation, zum anderen 1948 durch die sog. "Währungsreform" (die Regierenden sind sehr erfinderisch, wenn es um die Schaffung schön klingender Worte für den staatlichen Vollbankrott geht). Deutschland hat den zweimaligen Fall auf Null aller Konten, Guthaben und Geldscheine bequemerweise vergessen. Alle Ersparnisse, Geldvermögen, Sparbuch- und Kontenguthaben, Bargeld usw. waren im Totalverlust schlicht "weg". Eine dritte Wiederholung bahnt sich jedoch an. Es geht schon lange nicht mehr um das "Ob", sondern nur noch um das "Wann".
Hier im Folgenden ein kleines Quiz. Sie können damit Ihr Wissen um wirklich entscheidende Dinge, Fakten und Trends, die unser aller Leben bereits stark beeinflussen und künftig in noch ungeahnter Weise treffen werden, testen.
2. Quiz - ein kleiner Test verbotenen Wissens
Wussten Sie beispielsweise schon dass:
Hier kommt ein nicht mehr zu beherrschender Schulden-Koloss auf uns zugerast, in dessen verheerendem Zerstörungspfad man möglichst nicht stehen sollte. Zauberlehrling Greenspan hat einen Moloch geschaffen, den er nicht mehr los wird und der immer grössere Dosen an frischen Krediten und gedrucktem Geld benötigt, um die sonst augenblicklich einsetzende Zerstörung des Gesamtsystems zu verhindern. Doch auch hier wachsen keine Bäume in den Himmel. Das unvermeidliche Ende wird den Naturgesetzen zufolge kommen.
Genau dies tat Saddam Hussein, er weigerte sich, Dollars anzunehmen. Was dann mit seinem Land geschah, ist bekannt. Er hatte den Lebensnerv der letzten Weltmacht präzise getroffen.
Wenn Ihnen diese Andeutungen und Warnungen noch immer nicht genügen, dann denken Sie einmal an die historische Rolle des Goldes als Krisenmetall. Die Spannungen zwischen der muslimischen und der westlichen Welt wachsen, desgleichen scheint sich die Dauerkrise im mittleren Osten (Stichworte: Öl, Israel, Palästina, Irak, Iran, Saudi-Arabien) wo regional 75% der Weltölvorräte lagern zuzuspitzen.
Seit die USA ganz offen und ohne jede Rücksicht auf Verbündete und Weltmeinung als imperiale Macht hoch aggressiv auftreten verschärfen sich die Spannungen stetig und die weltweite Inflation ist nicht mehr zu übersehen. Papiergeld wird also ständig wertloser.
Dies alles ist gut für Gold. Daher: Legen Sie 5 (-10)% Ihres Gesamtvermögens in physischem Gold und weitere 5% in ausgewählten Goldminenaktien an. Dies ist eine Regel der Vernunft und der Vorsorge. Versäumen Sie dies, handeln Sie mittel- und langfristig verantwortungslos.
Um Ihre Zweifel zu zerstreuen, werden im Folgenden die wichtigsten Fragen, die ein potentieller Goldanleger stellen kann, in Kurzform beantwortet.
3. Typische Fragen knapp beantwortet
Um der Vielzahl möglicher Fragen, die zur Goldproblematik gestellt werden könnten zuvorzukommen, finden sich die am häufigsten vorkommenden 21 Kandidaten bzw. Versionen im Folgenden zusammengestellt.
Sicherlich. Auch wenn die Propaganda des dem nach Gutdünken vermehrbaren Papiergeldes verschriebenen Machtapparates immer wieder vom "sinn- und nutzlosen barbarischen Relikt des finstersten Mittelalters" spricht, ist niemand in der Lage die Natur- und fundamentalen ökonomischen Gesetze ausser Kraft zu setzen. Gold ist seit den nebelhaften Zeiten von Atlantis und Lemuria immer Zahlungs-, Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel gewesen. Es hat seinen Wert als Krisenmetall wieder und wieder bewiesen. Es ist nicht beliebig vermehrbar, stellt kein Versprechen (wie alles Papier) dar, kann leicht aufbewahrt und transportiert werden und ist die einzige "Weltwährung", da es grundsätzlich (von Fidschi über New York, Peking, Rio, Johannesburg, Paris, Melbourne oder Wladiwostok) überall anerkannt wird.
Seine Faszination, Schönheit und seine vielfachen Anwendungsmöglichkeiten in der Schmuck-, Elektronik-, Weltraum-, Chemie- und Pharmaindustrie können nicht zerredet werden.
Der Goldmarkt ist sehr eng, und jede fundamentale Störung der modernen Volkswirtschaften würde (im Krisenfalle) die Kaufkraft des gelben Metalles steil nach oben treiben.
Sie verkaufen der Öffentlichkeit die Mär von der völligen Nutz- und Zinslosigkeit des Goldes, halten aber gleichzeitig enorme Vorräte, von denen sie sich nur verbal aber nicht de facto trennen. Sie trauen der Zukunft genausowenig, wie die vorsichtigen Bürger und möchten im Krisenfalle nicht unbedeckt dastehen. Die Bürger würden der Währung eines Landes mit Goldreserven viel eher vertrauen wie einer Währung ohne diesen beruhigenden Hintergrund. Gold braucht kein Vertrauen wie das auf reine Versprechungen aufgebaute Papiergeldsystem. Irgendwann werden alle Versprechen einmal gebrochen.
70% aller Länder, die Mitglieder des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind, halten, genau wie dieser selbst, beachtliche Goldreserven. 6% halten keine solchen und der Rest gibt keine öffentlichen Erklärungen hierzu ab.
Die Zentralbanken und andere monetäre Institutionen der Welt lagern (zumindest auf dem Papier) etwa 30.000 Tonnen oder rund 25% allen Goldes der Menschheit in ihren Tresoren.
Relativ gesehen und gemessen an anderen Rohstoffvorkommen fast nichts. Wenn alles überirdisch verfügbare Gold, das die Menschheit in 10.000 Jahren zusammengetragen hat, in Würfelform zusammengeschmolzen würde, hätte dieser Würfel nur eine Kantenlänge von knapp 18 Metern. Weltweit gesehen: Ein Stäubchen. Es ist sicherlich gut, von diesem Würfelchen ein kleines Stückchen zu besitzen.
Unglaublich eng! Vor drei Jahren belief sich die Marktkapitalisierung aller Goldaktien der Welt auf etwa 22 bis 25 Mrd. US $. Der reichste Mann der Welt, Bill Gates, konnte damals alle existierenden Goldvaloren theoretisch (nicht schlagartig über die Börse, um die Kurse nicht zu treiben) aufkaufen. Danach blieben ihm noch drei Viertel (!!) seines Privatvermögens übrig.
Einige Goldaktien solider gewinnbringender Gesellschaften im Portfolio zu halten, wäre daher längerfristig sicherlich keine schlechte Idee.
Heute schafft der gute Monopolist Bill derlei nicht mehr. Der Aktiensturz hat sein Vermögen halbiert und die Marktkapitalisierung für Goldaktien etwa verdreifacht. Er brauchte jetzt etwa das Doppelte seines Vermögens für einen solchen finanziellen Kraftakt. Dies zeigt, dass er dam als besser alle Goldminen gekauft und Microsoft verkauft hätte.
Die Schweiz hat im April 1999 als letztes Land der Welt die Golddeckung ihrer Währung offiziell leider abgeschafft (wenngleich das deckende Gold nach wie vor zumindest auf dem Papier vorhanden ist). Dennoch macht privat gehaltenes Gold aus vierfachem Grunde Sinn. Zum einen ist keine Schuldverpflichtung (wie bei Papier) daran geknüpft. Die Bonität irgendeines Schuldners spielt keine Rolle. Seine Menge oder der Zufluss ins Wirtschafts- und Bankensystem kann nicht beliebig gedrosselt oder beschleunigt werden. Der politischen Manipulation sind Grenzen gesetzt. Gold ist eine absolut "ehrliche Währung", die sich Täuschung, Betrug und Manipulation widersetzt. Zum anderen wurde es als Zahlungsmittel noch niemals und nirgendwo zurückgewiesen (wie so viele kaputte Währungen) und kann zwar im Besitz verboten aber nicht als wertlos erklärt werden. Der schwarze Markt wäre die Reaktion auf die erste, und Lächerlichkeit die Folge der zweiten Massnahme. Sein "eingebauter" Wert ("intrinsic value") entzieht es dem manipulativen Griff selbst der mächtigsten Politiker und Vertreter der Hochfinanz. Drittens fällt ohne Goldreserven das Vertrauen der Bevölkerung in eine Währung und letztlich hält es langfristig seinen Kaufkraftwert.
Ja, es stellt eine ideale Diversifizierungsanlage dar. Viele Studien in zahlreichen Ländern haben zweifelsfrei bewiesen, dass das Metall negativ mit den Werten anderer Anlagevehikel korreliert. Wenn also Aktien, Festverzinsliche oder Immobilien in die Knie gehen, steigt der Wert des Goldes und/oder der Goldaktien (und umgekehrt). Somit lässt sich das Anlagerisiko selbst für solche Investoren, die dem Gold ablehnend gegenüberstehen, eindeutig mindern.
Grundsätzlich und langfristig immer. Doch gibt es Phasen, während derer die Entwicklung des Goldpreises hinter der schleichenden Geldentwertung nachhinkt (wie derzeit dank Manipulation der Zentralbanken). Zu anderen Zeiten, beispielsweise in den frühen 80er Jahren, übertraf der Unzenpreis die Inflationsentwicklung bei weitem. Diese Bewegungen scheinen Gesetzen des Zyklus zu unterliegen.
Die Zentralbanken tun eben dies nicht weil es Zinsen trägt. Sie leasen Teile ihrer Goldbestände aus zu Zinssätzen um 1,0%. Im April 2000 beispielsweise schwankte die monatliche Leasingrate zwischen 0,42 und 0,31% (also zwischen 5,0% und 3,7% pro Jahr) und die Umschläge an der Londoner Metallbörse fielen im März gegenüber dem Vormonat um 19% auf einen Tagesdurchschnitt von 753 Tonnen wegen der höheren "Goldzinssätze".
Bullion-Banken, Hedgefonds und Institutionelle übernehmen und verkaufen das Leihgold am Markt, investieren den Erlös und Aktien oder andere Anlageinstrumente, erzielen (meist) hohe Renditen, kaufen das Gold, was zwischenzeitlich (hoffentlich) im Preis weiter fiel, billiger zurück und übereignen es der Zentralbank wieder. Dieses Spielchen des "gold carry trades" an dem sich 75 Zentralbanken beteiligen, war die vergangenen Jahren (wenngleich von der Öffentlichkeit unbemerkt) gross in Mode und machte viele Hedgefonds reich. Es beweist: Gold bringt tatsächlich Zinsen und Gewinne.
Dem Kleinanleger bleibt dieser direkte Weg aber versperrt. Er kann sich jedoch indirekt an derartigen Fonds oder als Aktionär an Goldminen mit Dividendenzahlungen beteiligen, falls ihm die Zinslosigkeit wider den Strich geht. Noch einmal: Langfristig hat Gold alle Zins- und Inflationsverluste immer wieder aufgeholt und sogar überholt.
Der Igel holt den Hasen am Ende immer ein.
Übrigens: Wenn keine Zinsen anfallen, fallen auch keine Steuern an und die Kaufkraft Ihrer Anlage nimmt mittel- und langfristig immer zu.
Eine steuerfreie Anlage (noch dazu anonym) muss man heute mit der Lupe suchen.
Sie halten erhebliche Bestände an Treasury Bills, die aufgrund des anhaltenden (neuerdings schwächelnden) Wirtschaftsbooms in den USA auch als solide Anlage gelten. Doch wie schnell sich Szenen wandeln beweist die Situation Anfang der 80er Jahre, als die Amerikaner 17% und die Kanadier 21% an Zins bieten mussten, um überhaupt Käufer für ihre Dollars zu finden. Gute Zeiten dauern nicht ewig. Eine ähnliche Phase wird wieder kommen.
Die Asiaten schlitterten in den 90er Jahren über Nacht in eine schwere Wirtschafts- und Währungskrise, obwohl sie noch Wochen vorher weltweit als die grössten wirtschaftlichen Vorbilder hingestellt wurden, die es je gab. Wer damals rechtzeitig auf Gold (oder Dollars) umstieg, konnte sein Vermögen retten. Andere verloren durch massive Währungsverluste den Grossteil ihrer Kaufkraft.
Weiterhin haben Studien eindeutig gezeigt, dass die in Kaufkraft gemessene Rendite einer Goldanlage über die letzten 100 Jahre erstaunlicherweise höher ausfiel als diejenige einer vergleichbaren Investition in US-Schatzbriefe.
Dies ist zum grossen Teil Show. Trotz aller offiziellen Verkäufe wurden heimlich auch Käufe getätigt. Viele Zentralbanken schieben ihre Goldvorräte insgeheim unter sich hin und her, wobei Verkäufer meist genannt werden, doch die Käufer fast immer anonym bleiben. Das Ganze drückt als erwünschter Effekt auf den Marktpreis. Schliesslich wollen sich die Hochburgen der Finanzwelt nicht durch Schwächung der - und Vertrauensverlust in die - Papierwährung zugunsten des Goldpreises selbst das Wasser abgraben. Ein solcher Akt entspräche der Abschaffung des Kreuzes und der Bibel durch den Papst.
Fakt ist: In den letzten 15 Jahren trennte sich das Kartell der Zentralbanken insgesamt gesehen nur von 10% ihrer Goldvorräte (einzelne, inoffizielle Schätzungen durch Experten sprechen von höheren Zahlen und gehen bis zu 20%). Welche Zahlen auch korrekt sein mögen, sie sind auf jeden Fall relativ niedrig. Zur Beachtung: Die in der Tat ausgeliehenen Goldmengen zählen offiziell als "vorhanden". Die physische Abwesenheit, sprich, leere Goldregale in den Kellern der Zentralbanken, mit Schuldscheinen anstelle der Barren, stört weder Staat noch Banken noch Statistiker. Das Gold ist für sie - und für die Öffentlichkeit, trotz physischer Abwesenheit "vorhanden".
Dass sich einzelne Länder, wie Kanada und die Benelux-Staaten, nahezu vollständig von Goldreserven entblössten, ändert nichts an dieser Tatsache. Das verkaufte Gold liegt jetzt bei den Schwester-Reservebanken in beispielsweise New York, Taiwan (kauft jährlich über 100 Tonnen), Peking, Bombay (Indien absorbiert 800 Tonnen pro Jahr) oder Paris. Die Türkei meldete im ersten Quartal 2000 beispielsweise einen Nettozufluss von 53 Tonnen. Sie kauft Gold und profitierte davon, denn der Dollar verlor 30% an Wert, während Gold über 30% gewann - keine schlechte Anlageentscheidung der Türken, Inder und Chinesen.
Die Regierung in Washington denkt im Übrigen nicht daran, sich von ihren rund 8.000 Tonnen (Zahl auf dem Papier) zu trennen.
Nur seit Anfang 1980 (zu 852 US$ oder etwa 4000 Sfr. die Unze) zeigte der Preistrend bis vor zwei Jahren nach unten. Dann war der Preisboden gefunden und der Trend weist wieder nach oben. Gold ist historisch gesehen billig wie nie. Man steigt in einen Markt ein, wenn er am Boden liegt oder anfängt sich zu erholen, wie derzeit - und nicht wenn er boomt. Jetzt wäre eher die Zeit zum Kaufen als zum Liquidieren. Der Goldpreis hat noch einen langen Marsch vor sich und steht am Anfang eines Bullen-Marktes, während die Papieranlagen am Anfang eines Bären-Marktes stehen. Im Übrigen musste wenigstens die Hälfte der noch vor 20 Jahren aktiven Goldminen bereits schliessen. Das Aus für den Rest käme beim Unzenpreis von 200 US$ oder darunter. Nur ganz ganz wenige Minen fördern zu Tiefstpreisen noch wirtschaftlich. Damit käme das Angebot praktisch zum Erliegen und die Nachfrage triebe den Preis nach oben, was allerdings zur schrittweisen Wiederinbetriebnahme von Minen führte, was wiederum verhindert, dass die Preise (unter geregelten Verhältnissen) ins Astronomische schiessen. Allerdings dauert es Jahre, bis alte, stillgelegte. oder ganz neue Minen (wieder oder endlich) voll produzieren.
Theoretisch und für kurze Zeit durch Dumping grosser Mengen ja. Doch wäre ihr Pulver nach kurzer Zeit verschossen und damit ihre Möglichkeiten der Marktmanipulation vertan. Dann wären sie den Marktkräften hilflos ausgeliefert. Vielleicht haben 15 europäische Zentralbanken im September 1999 auch aus diesem Grund erklärt, in den nächsten fünf Jahren nicht mehr als 2.000 Tonnen auf den Markt werfen zu wollen. (Der Unzenpreis stieg daraufhin sprunghaft an).
Damit wollen die Reservebanken eine Tradition fortsetzen, denn ihre tatsächlichen Abgaben lagen schon lange im Bereich von 400 Tonnen pro Jahr was etwa 20% des gesamten Angebotes, bestehend aus Förderung, eingeschmolzenem Goldschmuck, Recycling der Industrie usw. ausmacht. Es ist also nicht die schiere Menge, die die Preise drückt, sondern die schlechte Stimmung der potentiellen Investoren. Diese glauben, dass die Banken einfach nur ihre Goldschleusen nach Belieben zu öffnen brauchen und schon ist der Preis kaputt. Daraus folgt das Motto: Es hat keinen Sinn in Gold zu investieren, denn 28.000 Tonnen stehen drohend im Markthintergrund. Dieses psychologischen Vorteils wollen sich die Banken natürlich nicht begeben. Es ist eine äusserst preiswerte Methode der Marktmanipulation, freilich nicht die einzige.
Sollte der Preis merklich ansteigen, wird am Markt mit Abgaben interveniert. Wird der Preisverfall unerträglich, reagiert man mit Ankäufen. Dieses Spiel funktionierte in den letzten Jahren hervorragend.
Ganz im Gegenteil. Goldhalter in Thailand, Korea, Argentinien und im Irak gewannen gegenüber den eigenen Währungen (und sogar gegenüber dem Dollar) enorm. Dies traf sinngemäss auch auf die dortigen Zentralbanken zu.
Keineswegs. Erstens herrschen in großen Teilen der Welt hohe Inflationsraten und zweitens hat das Entwertungsgespenst starke Überlebenskraft bewiesen. Von Zeit zu Zeit kehrt es zurück und wütet einige Jahre. Wer einen Blick auf die Preisanzeigen an Tankstellen und Supermärkten wirft, oder die steigenden Ausbildungs- und Krankenkosten bedenkt, ist vom Märchen der "Nullinflation" sofort geheilt.
Der "Wert" des gelben Metalles besteht in einem Gemisch aus Seltenheit, Schönheit, mystischer Faszination, Korrosionsbeständigkeit, Dehnbar- und Formbarkeit (es lassen sich Folien von einer "Dünne" herstellen, die dem menschlichen Auge nicht mehr sichtbar sind), Schmucktradition, elektrischer Superleit- und Kontaktfähigkeit (etwa 280 Tonnen verbraucht allein die Elektronik pro Jahr), Heilwirkung (Blutreinigung usw.), Nachfrage nach Zahnersatz (etwa 75 Tonnen pro Jahr), leichte Transport- und Lagerfähigkeit, Anerkennung als weltweites Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel, begrenzte Vermehrbarkeit, Nichtbindung an irgendwelche Versprechen (Papiere) oder Bonitäten von Schuldnern, unbegrenzter Haltbarkeit (selbst nach Jahrhunderten im Meerwasser) und seiner Rettungsfunktion in Zeiten von Krieg, Flucht oder Krise.
Nur zeitweilig. Auf Dauer scheitern sie immer wieder, denn im Ernstfalle "ist niemand grösser als der Markt". Die Hunt-Brüder mussten dies Ende der 70-er Jahre schmerzhaft erfahren, als sie den Silbermarkt "Cornern", den Silberpreis auf 52 US$ pro Unze trieben (heute um 5 US$), am Ende auf ihren Silberbergen sassen, zu Kellerpreisen verkaufen mussten und ungefähr 7 Mrd. US$ (den Grossteil ihres Erbes von 11 Mrd. US$) verloren.
Im Goldmarkt gelten die sinngemäss gleichen Gesetze. Wenn die Hedgefonds 8.000 bis 10.000 Tonnen von den Zentralbanken borgten, am Markt absetzten und hoffen, das Geliehene zu niedrigeren Preisen zurückzukaufen (sie "gingen short"), geht das gut, solange die Preise fallen. Spielt der Markt aus irgendwelchen Gründen nicht mit und die Preise ziehen an, müssen die Fonds, um ihre vertraglichen Verpflichtungen (zeitlich limitierte Kontrakte) zu erfüllen, mit empfindlichen Verlusten teuer zurückkaufen. Bei den riesigen Mengen, die auf dem Spiel stehen, käme dies enormen Marktbewegungen gleich. Der anziehende Preis aber würde andere Fonds zu Panikkäufen zwingen, die den Preis weiter in die Höhe trieben. Um derlei zu verhindern, müssten die Zentralbanken ihre Lager massiv leeren. Doch ein "Verschwinden" des Goldschatzes einer Nation liesse sich auf Dauer kaum verheimlichen (leider in vielen Ländern seit Jahren mit mystischem Dunkel überzogen und durch vage Andeutung seitens der Herrschenden gekennzeichnet) und hätte massive politische Konsequenzen.
Wie die 100 Mrd. teure Rettungsaktion des Hedgefonds "Long Term Capital Management" (LTCM) durch Clinton und Wallstreet bewies, sind selbst die konservativsten Hedgefonds tief in Shortpositionen verstrickt. Ohne die Rettung hätten die Kreditmärkte der Welt in Kettenreaktion schliessen müssen.
Zur Beachtung: LTCM wurde durch zwei Nobelpreisträger geführt und war nur ein mittelgrosser Hedgefond. Es gibt weltweit etwa 6.500 Hedgefonds, viele von ihnen von vielfacher Grösse von LTCM. Wenn in diesem gewaltigen Kartenhaus mit einem Derivativvolumen von insgesamt 150 Billionen US$ auch nur wenige Karten fallen, dann wäre das Weltfinanzsystem am Ende und der Goldpreis bei 10.000 Dollar die Unze oder mehr.
Selbst ein mässiger Auftrieb im Goldpreis würde Fond nach Fond und auch viele Grossbanken zum Liquidieren ihrer Shortpositionen zwingen und zu einer von der "FED" so gefürchteten "Armagheddon Situation" führen. Ausserdem käme dann ans Tageslicht, dass grosse Teile der Goldschätze der Nationen "weg" sind und gegen wertlose Schuldverschreibungen von Hedgefonds und Bullionbanken ausgetauscht wurden, was die Unzenpreise weiter in die Höhe treiben würde und den Notenbanken die Macht der Manipulation weitgehend nähme. Auf Dauer ist der Goldpreis aus all diese Gründen nicht im Keller zu halten.
Gewiss! Vor drei Jahren stoppte die Bank von England ein Goldrally im Ansatz, mit der Ankündigung, 2000 Tonnen tranchenweise zu verkaufen. Die Begründung war lächerlich: Die Reserven hätten ein Übergewicht an Gold, war zu vernehmen. Dieses "Übergewicht" belief sich auf 16,6% der Gesamtreserven - während die Europäische Union insgesamt auf 30,1% kommt. Nach Abschluss der Verkäufe hätten die Engländer noch 7% ihrer Reserven in Gold. Dies muss viele Anleger entmutigen. Immer wenn der Preis abhebt, schlagen die Banken zu und so ist es sinnlos in Gold zu investieren - so jedenfalls laufen die typischen Gedankengänge potentieller Investoren.
Doch ein geschichtlicher Rückblick lässt Optimismus aufkommen: In den 60er Jahren wurde in London der "Gold Pool" etabliert. Eine Anzahl von Nationalbanken gelobten sich mittels dieser gemeinsam betriebenen Organisation den Unzenpreis auf dem künstlich niedrigen Niveau von 35 US$ zu halten. Dank dem rasch wachsenden amerikanischem Handelsdefizit präsentierten die Handelspartner dem US Schatzamt ihre frisch im Export verdienten Dollar und verlangten Gold dafür. Frankreich war führend und Präsident De Gaulle schickte sogar ein Kriegsschiff, um eine mächtige Goldladung in New York abzuholen. Hohe Defizite und Inflation liessen zudem die weltweite Goldnachfrage anziehen. Doch der Gold Pool warf Tonne um Tonne in den Markt und der Preis verharrte auf 35 US$. Endlich ging dem edlen Gold Pool die Luft bzw. das Gold aus und der Preis schoss auf 200 US$.
Damit nicht genug: Am 1.1.1975 wurde es für Amerikaner nach 42 langen Jahren endlich wieder legal, Gold zu kaufen. Ausserdem lief die Inflation aus dem Ruder. Beide Faktoren trieben die Nachfrage steil in die Höhe. Aber die Regierung war wieder einmal fest entschlossen, den Unzenpreis nach unten zu treiben, um Gold zu diskreditieren. Eine konzertierte Verkaufsaktion von Schatzamt, Zentralbanken und IWF setzte ein. Tatsächlich gelang es, den Preis von rund 200 US$ auf 103 US$ zu drücken. Dabei wurden hohe Gewinne erzielt, denn Gold stand noch immer mit 35 US$ zu Buche. Außerdem bestrafte man die Bürger, die die Frechheit besassen, gegen den Willen ihrer sich allmächtig wähnenden Regierung mittels Goldkäufen anzugehen. Auch diese Schlacht ging den Regierungsbürokraten schliesslich verloren. Keine Regierung kann einem starken Aufwärtstrend am Markt auf Dauer widerstehen. So auch hier. Bis zum Frühjahr 1980 avancierte der Goldpreis von 103 auf 852 US$. Der weitsichtige Investor hatte nicht nur sein Vermögen von den verkrüppelnden Inflationsraten der 70-er Jahre gerettet, sondern obendrein noch hohe Gewinne erzielt. Dasselbe Spiel wird sich wiederholen, die Anfangsphasen sind derzeit bereits durchlaufen.
Allein in den letzten 35 Jahren sind also zwei massive Versuche der Regierungen und Zentralbanken den Goldpreis künstlich tief zu halten gescheitert. Der dritte Versuch läuft seit 23 Jahren. Wie wird er ausgehen? Der Satz: "Niemand ist grösser als der Markt" gilt noch immer. Auch diese Schlacht wird den Manipulatoren verloren gehen. Sie manipulieren, weil für sie viel (in vielen Fällen ihr Überleben) auf dem Spiel steht. Die internationalen Finanzsysteme sind aus dem Gleichgewicht, sind überschuldete Kartenhäuser und krank. Gold ist historisch das einzige Thermometer, das die Fiebertemperatur des Kranken anzeigt. Da sich der Goldpreis aber kaum bewegt, glauben die Anleger und Bürger, dass alles in bester Ordnung sei und sich ein Goldkauf nicht lohne.
In Wahrheit schüttelt der Kranke aber nur das Thermometer künstlich herunter und täuscht damit Arzt und Schwester. Die Krankheit ist damit in keinster Weise kuriert. Wenn der Zeiger am Armaturenbrett in den roten Bereich schwenkt, ändert das Zurückbiegen dieses Zeigers mit dem Finger auf Null nicht das Geringste an der tatsächlich gemeldeten Überhitzung des Motors. Nach einer Weile kommt der unvermeidliche Kolbenfresser.
Genau dieses praktizieren die Zentralbanken und Regierungen derzeit wieder einmal und aus genau dem gleichen Grund werden sie am Ende mit ihrem "managen" des Goldpreises wieder versagen. Es tobt ein von der Öffentlichkeit nicht bemerkter regelrechter Goldkrieg. Die Zentralbanken und Politiker, denen ihre Volksbeglückungsprogramme auf Pump eine Goldwährung sofort nehmen würde, haben sich im Gold mit diesem Krieg einen mächtigen Gegner ausgesucht. Die einzelnen Attacken gewinnen die Manipulatoren fast immer, aber die Schlacht geht ihnen am Ende immer verloren. Der jahrtausendealte Gegner erwies sich stets als übermächtig.
Ja! Etwa 52% aller US Haushalte verfügen über liquide Mittel von weniger als 1.000 US$, sind mit 135.000 US$ extrem hoch verschuldet (sie müssten über ein Jahr arbeiten um ihre durchschnittlichen Schulden zu tilgen (ohne einen Cent für andere Ausgaben zu haben) und verschulden sich Monat für Monat weiter. Drei Jahren lang war zudem die Sparrate negativ - was es noch nie in diesem Umfang gab, wenngleich sie neuerdings wieder im Bereich von plus 2-3% liegt (Zum Vergleich: Die Chinesen sparen derzeit fast 40% des verfügbaren Einkommens..., vielleicht müssen die Amerikaner die Chinesen in 20 Jahren um Kredite anbetteln, falls es so weitergeht??) Fiele in den USA nur ein einziger Gehaltsscheck für eine typische Familie aus, müssten Millionen innerhalb weniger Wochen Bankrott erklären.
Trotz der expandierenden Wirtschaft steigt die Anzahl der persönlichen Insolvenzen langsam aber stetig weiter an - und dies während und nach dem grössten Boom der Geschichte. Was geschieht, falls ein wirklicher Konjunktureinbruch käme, von einer Krise ganz zu schweigen, lässt sich nur schwer vorstellen. Nicht zu vergessen: Ca. 60% aller Hauskäufer zahlen zwischen 5% (meist) und 10% (seltener) an und müssen dann jahrzehntelang hohe Hypothekenzinsen und Abzahlungsbeträge auf die eigentliche Schuld bedienen. Immer mehr Hauskäufer leisten keine Anzahlung und finanzieren 100% des Kaufpreises und die Preise steigen und steigen. Platzt diese Blase wird der Goldpreis reagieren.
Stiegen die Zinsen merklich an, wäre dies das Ende der finanziellen Service- und Leistungskraft von Millionen. Der Anfang ist bereits gemacht, die langfristigen Zinsen zogen 2003 deutlich an. Hält dieser Trend an, würde der Immobilienmarkt von Billigangeboten der Banken, die auf Millionen verlassener Häuser sitzen, überschwemmt, was wiederum andere, deren Kalkulationen auf steigende Hauspreise aufbaute, in den Ruin triebe. Hier steht ein Kartenhaus in der Grössenordnung von 9 Billionen US$,- vorläufig aber noch intakt.
Über die Hälfte aller Amerikaner (die höchste Prozentzahl in der Geschichte) ist derzeit direkt oder indirekt (Fonds) im Aktienmarkt, nach gigantischen Verlusten seit März 2000 neuerdings wieder ermutigt vom (manipulierten) neuerlichen Anstieg der New Yorker Börsen. Von den hier investierten Beträgen sind etwa 40% geliehen, meist über die Kreditkarte oder über eine 2. Hypothek auf das (nur angezahlte) Haus. In beiden Fällen fallen Kosten bzw. Zinsen von rund 16-18% pro Jahr an. Es kommen die Gebühren für Ein- und Ausstieg aus den Fonds sowie Brokerkosten und Fonds- oder Aktienverwaltungsgebühren usw. hinzu, so sind etwa 22% jährlich zu bedienen. Stiege der Aktienmarkt um 22% hätten Millionen von Anlegern noch keinen Cent verdient. Die Börse müsste jährlich um "einige 30%" steigen, um dieses gefährliche Spiel erfolgreich weiterzuspinnen. Dies tat sie auch einige Jahre hindurch. Doch historisch gesehen signalisiert der Anstieg eines Börsenindex von 15% ein extrem gutes Börsenjahr. Dass diese in absurder Höhe verschuldeten Investoren bald erneut massiv Geld verlieren werden, ist vorprogrammiert. Stiegen sie dann in Massen notgedrungen aus dem Aktienmarkt aus, erhöbe sich ein Wal aus einer Pfütze. Geschähe dies, wäre die grosse Stunde des Goldes wahrscheinlich schon gekommen.
Nur das Vertrauen der Bevölkerung in die "gesunden" Finanzmärkte sowie Geld- und Kreditsysteme - und natürlich in die im Mittelpunkt des Ganzen stehenden Aktienmärkte und Börsen - hält das gesamte Gebäude der Wirtschaft aufrecht. Die Regierungen, Zentralbanken und die gesamte Finanzsphäre wissen dies nur zu gut. Daher müssen sie um jeden Preis die Aktienmärkte stützen und gleichzeitig um jeden Preis das so sensitive Wirtschafts- und Finanzbarometer "Gold" unten halten. Stiege der Unzenpreis, wäre das ein Signal für "Gefahr in den Wertpapiermärkten und der Wirtschaft" mit entsprechenden Vertrauensverlusten und unabsehbaren Folgen. Die beiden Hauptinstrumente der Mächtigen das Vertrauen weiter zu erhalten, sind Zentralbankverkäufe (oft genügt schon die Androhung) sowie anhaltende Anti-Gold-Propaganda.
Dennoch reagiert Gold am Ende immer auf politische, wirtschaftliche und soziale Extreme. Auch diesmal wird es nicht anders sein. Die Macht der Propaganda und Manipulation ist unglaublich stark, doch am Ende ist die Macht der Märkte und des Goldes stärker.
Wegen der historisch extrem niedrigen Unzenpreise mussten hunderte von Minen bereits schliessen. Gold Fields Mineral Services in London gab die weltweit mittleren Produktionskosten im Frühjahr 1999 mit 315 US$ an (Ende 2000 bei etwa 295 US$). Die Kostensituation hatte sich bis zum Herbst 2003 nicht wesentlich verändert. Eher ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen, da die leicht abbaubaren Reserven sich zusehends erschöpfen. Die Südafrikaner gaben durchschnittlich 335 US$ pro produzierte Unze aus. In Australien waren es im Mittel 358 US$. Zu einem damaligen Goldpreis von 290 US$ (heute um 370 US$) arbeiten viele Minen mit einem Verlust. Dasselbe gilt für den Rest der Welt. Radikale Kostensenkungen, Massenentlassungen und neue Technologien (massive Investitionen erforderlich) könnten weltweit den Break-Even-Point (an dem sich Gewinn und Verlust die Waage halten) jährlich um vielleicht 5% drücken. Am Gesamtbild ändert sich dadurch nichts wesentliches: Die Anzahl der Produzenten und damit die produzierten Menge schrumpft weltweit. Dies fährt das Angebot zurück und wirkt preistreibend. Diese Komponente des Marktes lässt sich auf Dauer nicht ignorieren. Der Goldpreis ist für die Industrie einfach zu niedrig. Übrigens: Ein echter Marktpreis, frei von Manipulation, der sich aufgrund reiner Angebots- und Nachfragekräfte bilden könnte, läge derzeit im Bereich zwischen 700 und 1.000 US$ pro Unze.
Durch Kauf von Goldaktien, wobei man nicht direkt in Gold, sondern in eine Gesellschaft investiert. Der Wert und damit auch der Kurs der Aktie hängt zum einen von der allgemeinen Marktstimmung ab, die derzeit wegen des schwachen Images des Metalls, trotz des Kursaufschwungs im Jahre 2003, noch immer gedrückt ist. Goldaktien sind heute immer noch extrem billig. Es gab und gibt an der Börse Vancouver beispielsweise zahlreiche kleine Unternehmen, deren Börsenwert noch unter dem Wert ihrer Barreserven bei ihrer Bank liegt. Andere Kriterien sind die Gewinnaussichten, der Cashflow, die Wachstumschancen sowie die Möglichkeiten einer kurstreibenden Übernahme durch eine andere Gesellschaft.
Grundsätzlich gilt: Die Kurse der Grossgesellschaften und Marktführer schlagen in Boom- oder Krisenzeiten nach oben oder unten nur mässig aus. Das ist der Preis für ihre Sicherheit und Stabilität. Kleine und mittlere Firmen sind für deren Aktionäre sehr viel risikoreicher, aber reagieren in Zeiten anziehender Goldpreise mit Vehemenz in den Aktienkursen. Eine Steigerung auf das 20-50-fache wäre keine Seltenheit, sollte ein Goldpreissprung die Anleger überraschen.
Ja, beispielsweise in Gold-Futures und Gold-Optionen. Eine Option gibt dem Halter das Recht aber nicht die Pflicht Gold zu einem im Voraus fixierten Preis zu einem bestimmten Datum kaufen oder zu verkaufen. Setzt man auf steigende Preise, schreibt man einen "Call", umgekehrt einen "Put".
An den Börsen COMEX in New York und Bolsa Mercadorias & Futuros (BM & F) in Sao Paulo, Brasilien werden diese Papiere beispielsweise gehandelt. Da es stets einen Kontrahenten gibt, der gegenteiliger Ansicht über die Preisentwicklung ist, bleiben derlei Derivativgeschäfte Nullsummenspiele. Was der eine Kontrahent verliert, gewinnt der andere, doch Broker und Börse gewinnen durch ihre Gebühren und Aufschläge als "Mittelsmänner" immer. Auch der unersättliche Staat ist natürlich fast immer mit seinen Steuern dabei.
In einem Futures-Kontrakt verpflichtet sich der Kontrahent unwiderruflich eine bestimmte Menge Goldes zu einem bestimmten zukünftigem Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Am Verfalltag kann der Inhaber die physische Lieferung annehmen oder bereitstellen, meist wird jedoch darauf verzichtet, sondern je nach erzieltem Gewinn oder Verlust in Währungseinheiten abgerechnet und dem Brokerkonto zugerechnet oder abgezogen. Da nur eine Anzahlung erfolgt, kann eine Aufforderung zur Nachzahlung (margin call) im Falle dass sich der Markt gegen die Position, auf die der Schreiber setzte bewegt, eine gefährliche Angelegenheit werden. Hier kann die volle Höhe der Vertragssumme eingefordert werden und verloren gehen, während bei der Option nur das bereits anfänglich Eingezahlte abgeschrieben werden muss. Die Option ist frei von erzwungenen - und möglicherweise hohen - nachzuschiessenden Beträgen. Der Hauptbestandteil des Futures-Preises ist der "contango", d.h. die Zinskosten für das Halten von Gold, sowie die Versicherung und die Aufbewahrungskosten.
© Prof. Dr. Hans J. Bocker (9/2003)
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