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Kommt die Gold und Silberpreisexplosion 2014?

24.02.2014  |  Rolf Nef
1. Neues Mitglied im Schuldenclub: China

Die Verschuldung der USA im privaten und öffentlichen Sektor ist bestens bekannt (Grafik 1). Das Total aller US Kredite beläuft sich aktuell auf etwas weniger als 60 Trillionen US$ (1 Trillion sind 1'000 Mrd.) und wächst noch immer, besonders die Bundesschuld, die gegenwärtig bei ca. 17 Trillionen liegt. Kürzlich hat der Kongress die Schuldenobergrenze bis 2015 aufgehoben, so dass bis 2015 ungehindert und unlimitiert weiter Schulden aufgetürmt werden können.

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Grafik 1: Die Verschuldung der USA


Ebenso ist bekannt, dass Japans Staatschuld ca. 250% des BIP beträgt. Italiens 170% und Spaniens 94% tönen dagegen geradezu bescheiden.

Die Krise von 2008 veranlasste die chinesische Regierung so zu handeln, wie es der Westen bei Rezessionen stets tat: zusätzliche staatliche Nachfrage auf Kredit unterstützt durch lockere Geldpolitik. Nur tat sie es kräftig mehr, als es im Westen üblich war. Das Fiskalprogramm betrug über 10% des BIP. Die Folgen sind deutlich zu sehen im heute viel höheren Kreditniveau als 2008. Alle ausstehenden Kredit in China betragen heute umgerechnet 23 - 24 Trillionen US$ gegen 8 Trillionen 2008. Die Verschuldung gemessen am BIP stieg auf 230%, was verglichen mit USA und Japan zwar deutlich weniger ist, aber eine Rezession ohne Absturz in die Deflation nicht mehr zulässt.

Etwa 65 Mio. Wohnungen sollen leer sein. Das sind etwa 5% der Bevölkerung. Bei drei Einwohnern pro Wohnung sogar 15%. Auch China ist verdammt zu Wachstum über Kredit. Das Schattenbankensystem Chinas, also die Kredite, die nicht auf den Büchern der Banken sind und deshalb meistens schlechterer Qualität sind, betragen 7,7 Trillionen $ gegen 2,4 Trillionen 2008. Zum Vergleich die Subprimes in den USA 2008: diese betrugen 1,2 Trillionen. Das Schattenbankensystem finanziert vor allem mit kurzfristigen Krediten langfristige Investitionen, eine erstklassige Quelle für eine Finanzkrise.

Es ist vor allem auch die Geschwindigkeit des Kreditwachstums, was in China so anders ist, aber entsprechend schnell ist auch das BIP-Wachstum. Wird es auch der chinesischen Regierung zu schnell oder zu wackelig? Wie immer gebremst wird (höhere Zinsen oder befohlener Kreditstop), ein Soft-Landing bei Kreditblasen funktioniert nicht. Kommt es zum Einbruch, muss wieder massiv Liquidität eingeschossen werden, um eine Deflation zu verhindern. Wächst dann in der Folge die Wirtschaft nochmals, war einfach der Leverage noch zu tief. China mit 230% Verschuldung kann wahrscheinlich nochmals einen Zyklus starten, besonders weil die Staatsverschuldung der Zentralregierung erst bei ca. 20% liegt und somit ein Fiskalprogramm leicht zu finanzieren ist.

Auch ist die Auslandverschuldung Chinas mit 1,1 Trillionen US$ bescheiden, d.h. ein Abfluss dieser Gelder kann leicht aus den ca. 3,8 Trillionen US$ Währungsreserven bezahlt werden und würde somit den Wechselkurs des Yüan nicht verändern.Da die chinesische Volkswirtschaft zur zweit größten der Welt und zur größten Handelsnation gewachsen ist, trifft ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität auch westliche Exporteure und somit die Weltwirtschaft.


2. Die US$-Blase

Im internationalen Handel wird der US$ sehr stark als Finanzierungswährung verwendet. Allein die Produktion von täglich 80 Mio. Fass Erdoel zu 100 $ ergibt ein Handelsvolumen von jährlich von 3.000 Mrd. US$. Weil das Handelsvolumen weltweit in US$ so groß ist, ist es auch natürlich, dass US$ als Reserve für künftige Einkäufe gehalten werden. Diese US$ Reserven zeigen sich in den US-Statistiken als von Ausländern gehaltene Bankguthaben und Schuldpapieren, die von 6 Trillionen US$ 2003 auf aktuell 16 Trillionen $ angewachsen sind. (Grafik 2). Grafik 3 zeigt die jährliche Zu- oder Abnahme dieser von Ausländern gehaltenen US$. Deutlich ist zu sehen, dass das Wachstum abnimmt und 2008 auch schon negativ war. Aus Sicht der USA ist das eine Finanzierung ihrer Wirtschaft und Staat von 100% des BIP durch ausländische Ersparnisse.

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Grafik 2: Vom Ausland gehaltene US$


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Grafik 3: Veränderung in $ der vom Ausland gehaltenen $-Reserven


Weil das Ausland so lange und so viel US$ akkumulierte, konnten die USA auch eine viel lockere Geldpolitik führen als der Rest der Welt und sich eine chronisch negative Leistungsbilanz leisten, ohne dass der US$ zusammenbrach. Er neigte zwar zur Schwäche, aber eine Flucht daraus gab es nie.

Aber weil China und andere Staaten ihren Aussenhandel zunehmend nicht mehr in US$ abwickeln und weil sie genügend Dollars in den Büchern halten, kommt die Nachfrage nach US$ ins stottern.






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