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Londoner Goldfixing: Goldpreismanipulation in 50% aller Fälle?

24.02.2014  |  Redaktion
Der jüngsten Analyse des Beratungsunternehmens Fideres zufolge, könnte die Londoner Goldpreisfestlegung im Zeitraum von Januar 2010 bis Dezember 2013 in 50% aller Fälle nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, wie Financial-Times-Journalistin Madison Marriage am Wochenende berichtete.

Dieses Ergebnis kommt in einer brisanten Zeit, in der deutsche und britische Behörden einer möglichen Manipulation des Goldpreises nachgehen, der zweimal täglich durch Deutsche Bank, HSBC, Barclays, Bank of Nova Scotia und Société Générale im Rahmen des Londoner Gold-Fixings festgelegt wird.

Die Nachforschungen von Fideres hätten ergeben, dass der Goldpreis häufig steigt (oder fällt), sobald eines der Konferenzgespräche zwischen den fünf beteiligten Banken beginnt, und beinahe exakt zu dem Zeitpunkt, an dem das Gespräch endet, das höchste (oder niedrigste) Preislevel erreicht, gefolgt von einer scharfen Richtungsänderung. Dieses Muster lasse vermuten, dass geheime Absprachen zwischen den Banken stattfinden.

In etwa 50% aller Fälle sei das Verhalten des Goldpreises derart verdächtig gewesen. Dies sei nichts, was man unter Berücksichtigung normaler Marktfaktoren erwarten würde, erklärte Alberto Thomas, Partner bei Fideres. Pensionsfonds, Hedgefonds, Rohstoffhandelsberater und Futures-Händler dürften wohl am ehesten Verluste erlitten haben. Viele von ihnen seien definitiv bereit, zu klagen, sollte tatsächlich nachgewiesen werden, dass bei alledem Manipulation im Spiel gewesen ist.

Daniel Brockett, Partner bei der Anwaltskanzlei Quinn Emanuel, sagte, er hätte mit einer Reihe von Investoren über mögliche Verluste gesprochen. Seines Erachtens liege die Schlussfolgerung nahe, dass die am Fixing mitwirkenden Banken nicht nur ihren Kunden einen warnenden Hinweis gegeben haben, sondern auch Absprachen unter den betreffenden Finanzinstituten selbst stattgefunden haben.

Die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin hatte jüngst eine Untersuchung im Hinblick auf eine mögliche Goldpreismanipulation begonnen und im Rahmen dieser Unterlagen von der Deutschen Bank eingefordert. Diese hatte sich kurze Zeit später schließlich entschieden, sich aus der Londoner Gold- und Silberpreisfestlegung zurückzuziehen. Als offizieller Grund für den Rücktritt war die Verkleinerung des Rohstoffgeschäfts genannt worden. Experten sehen jedoch einen deutlichen Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen.

Auch die Finanzdienstleistungsaufsicht des Vereinigten Königreiches befasst sich derzeit mit der Festlegung der Edelmetallpreise im Rahmen ihrer umfangreichen Untersuchungen zur Benchmark-Manipulation.

Der Artikel wurde inzwischen von der Financial Times gelöscht, ist jedoch unter anderem noch bei GATA verfügbar.


© Redaktion GoldSeiten.de



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