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Billige Goldaktien brechen aus

24.06.2014  |  Adam Hamilton
Goldaktien sind in den vergangenen Wochen dramatisch nach oben gestrebt, um entgegen aller Erwartungen eine beträchtliche Nachfrage auszulösen. Extremer Pessimismus plagt den Sektor noch immer, der vermutlich der am meisten verachtete aller Aktienmärkte ist. Warum also kehren die Investoren zurück? Die allgemein und überall gehassten Goldaktien sind lächerlich billig, ohne Weiteres das größte Schnäppchen überhaupt. Und nach einem langen Jahr der Basisbildung brechen sie gegenüber dem Goldpreis endlich aus.

Es ist leicht verständlich, warum jeder den Edelmetallsektor in diesen Tagen hasst. Während des ersten Halbjahrs 2013, als der mächtige allgemeine Aktienindex S&P 500 um 12,6% nach oben schoss, stürzte Gold um 26,4% nach unten. Dank der durch die Fed losgelösten Aktienmärkte stießen US-amerikanische Aktienhändler den führenden Gold-ETF GLD in unglaublicher Rekordrate ab, wodurch der Goldmarkt mit einem Überangebot überschwemmt wurde. Der anschließende Goldabsturz radierte Goldaktien aus.

Ihr führender Index, der HUI-Goldaktienindex, stürzte in diesem Zeitraum um 48,7% ab! Also wurde dieser gesamte Sektor verstoßen, zum Sterben zurückgelassen von bestehenden Investoren und gemieden wie die Pest von neuen Investoren. Der Pessimismus lag jenseits allem Bekannten, einschließlich weitverbreiteter Vorhersagen, dass Gold und die Aktien seiner Bergbauunternehmen verdammt wären, sich ewig in die Tiefe zu schrauben. Aber wie fast alle populären Vorhersagen bei Marktextremen erwies sich auch diese schließlich als völlig falsch.

Stattdessen stabilisierte sich der Edelmetallsektor im Laufe des vergangenen Jahres, zog eine klare Grenze und bildete eine Basis. Mit Stand letzter Woche war Gold um 3,4% gestiegen und der HUI gerade einmal 0,9% gesunken seit letztem Juni. Weder die schlimmste Sektorstimmung seit Jahrzehnten, noch enorme, rekordartige Futures-Leerverkäufe bei Gold und Silber und noch nicht einmal die anhaltende Loslösung der Aktienmärkte durch die Fed konnten die Edelmetalle niedriger zwingen. Neue Käufe absorbierten alle Verkäufe.

Und das bringt uns in die Gegenwart, in der die Edelmetalle ansteigen, um aus dieser ein Jahr anhaltenden Basis auszubrechen. Und dies geschieht zu keinem anderen Zeitpunkt als ausgerechnet inmitten der verhassten Sommerflaute, der schwächsten saisonalen Zeit für diesen Sektor, bar jeglicher wiederkehrender Anstiege in der Investmentnachfrage. So viel Stärke in diesem Moment ist ein Vorzeichen für einen gewaltigen Umschwung bei den Kapitalflüssen zurück zu Goldaktien, die außerordentlich unterbewertet sind.

Die große Mehrheit der Investoren verfügt über ein bedauerlich kurzes Gedächtnis, sie vergessen die Vergangenheit um sich selbst dahingehend zu täuschen, dass die letzten eineinhalb Jahre für die Edelmetalle normal waren. Nichts könnte weiter entfernt sein von der Wahrheit! Zwischen November 2000 und September 2011, als der S&P 500 in einem brutalen säkularen Bärenmarkt um 14,3% zurückging, schoss der HUI um 1664,4% nach oben! Wenn sich die Goldaktien in Bewegung setzen, werden große Vermögen gewonnen.

Fundamental betrachtet sind wenige Sektoren einfacher und leichter zu verstehen als Goldbergbauunternehmen. Diese Unternehmen entreißen das glänzende gelbe Metall dem Schoß der Erde und verkaufen es dann zu Marktpreisen. Somit wird ihre gesamte Profitabilität und die davon abgeleiteten Bewertungsmaßstäbe für die Aktienrenditen, welche schließlich die zukünftigen Aktienpreise bestimmen, nahezu ausschließlich vom Goldpreis dominiert. Wenn Gold steigt, kommt es bei den Goldabbauprofiten zu einer Vervielfachung dieser Gewinne und sie schießen weiter nach oben.

Der beste Weg, um die Kurslevel von Goldaktien aus Sicht eines Investors darzustellen, ist also unter Berücksichtigung ihrer Beziehung zu Gold. Für mittlerweile fast ein Jahrzehnt habe ich umfassende Untersuchungen zum Traden in in diesem Sektor durchgeführt, mit Hilfe des HUI-Gold-Verhältnisses. Der tägliche Schlusskurs dieses führenden Goldaktienindex wird einfach durch den täglichen Schlusskurs von Gold geteilt und das entstandene Verhältnis aufgezeichnet. Dies hat zu enormen Gewinnen durch zeitlich abgestimmtes Kaufen und Verkaufen geführt.

Aber aktuell verschieben immer mehr Investoren ihr Kapital weg vom Besitz einzelner Aktien und hin zu börsengehandelten Fonds. Dieser Trend ist verständlich aber unglücklich, da ein umsichtig handverlesenes Sektorportfolio herausragender Aktien fast immer die breitere Auswahl eines ETFs übertreffen wird. Aber so laufen die Dinge nun mal, zum Guten oder Schlechten. Daher denke ich seit Langem über ein ETF-Äquivalent des HUI-Gold-Verhältnisses nach.

Der HUI selbst kann nicht gekauft werden, aber der führende Goldminen-ETF GDX. Der GDX ist ein angemessener Bewertungsmaßstab für Goldaktien, da er wohldurchdacht zusammengestellt ist aus qualitativen Gold- und Silberaktien und den klassischen HUI fast perfekt nachverfolgt. Und wenn der GDX den HUI als Zähler im Goldaktien-Gold-Verhältnis ersetzt, warum dann nicht den Gold-ETF GLD als Nenner einsetzen? Also habe ich jetzt einen ersten näheren Blick auf das GDX-GLD-Verhältnis (GGR) geworfen.

Dieses neue GGR ist funktional betrachtet identisch zum alten HUI-Gold-Verhältnis, da es Goldaktienkurslevel relativ zum zugrundeliegenden Goldpreis bewertet, welcher ihre Gewinne und somit schlussendlich die Aktienpreise bestimmt. Damit ergibt sich beim GGR natürlich das gleiche Bild wie beim HUI-Gold-Verhältnis: dass die Goldaktienpreise relativ zu Gold lange Zeit Boden verloren haben und radikal unterbewertet sind. Hier ist die Grafik seit dem ersten kompletten Handelsjahr des GDX 2007.

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