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Chinas Weg zur Weltmacht Nr. 1 und was das für den Goldmarkt bedeuten wird

30.10.2014  |  Dr. Dietmar Siebholz
Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren habe ich mein Essay über die einzelnen Schritte des Aufstiegs von China und damit zwangsläufig über die Folgen des Abstiegs der in der Historie führenden Nationen mit der provozierenden Überschrift "Fasten your seat belts, ladies and gentlemen in den USA und den anderen Industrienationen" versehen, über die Webseite www.goldseiten.de publiziert.

Heute quasi zum 10. Geburtstag meiner Zukunftsschätzung möchte ich nochmals auf die Entwicklung dieser letzten zehn Jahre zurückkommen, aufzeichnen, was inzwischen geschehen ist und Sie darauf einstimmen, was Sie aus den sich in den letzten Monaten häufenden Aktivitäten um China herum zu erwarten haben. Da Sie ja offenbar aus gutem Grund die Goldseiten als Ihr Informationsmedium für Ihre Entscheidungen heranziehen, möchte ich Ihnen auch eine langfristige Prognose für Gold und seine künftigen Aufgaben aus heutiger Sicht vermitteln.

Ich sprach damals von etwa dreizehn Schritten, wie China die USA überholen und von der Weltspitze ablösen kann. Von diesen Schritten sind elf derzeit erfüllt. Die letzten beiden Schritte würden eine Welle von Auswirkungen produzieren, die man sich nicht vorstellen kann. Oder was würde Ihrer Meinung nach geschehen, wenn die Chinesen ihre enormen Kursgewinne, die sie aus den von ihnen erworbenen US-Staatsanleihen ziehen könnten (inzwischen sind ja die Zinsen für diese Titel von mehr als 5% auf nahezu 1% gesunken und die Börsenkurse für diese Titel stark gestiegen) realisierten. Das wäre eine Garantie für extrem hohe Kursverluste für die an der Börse notierten Anleihen.

Angesichts der Tatsache, dass es kaum noch langfristig ausgerichtete Anleger und Vermögensverwaltungen gibt, die Staatsanleihen zur Alterssicherung kaufen, nur noch die Bankinstitute und die FED Anleihekäufe tätigen, würde der Verkauf von sagen wir einmal beispielhaft einer (nach deutschen Zahlen) Billion US-$-Staatsanleihen den Markt in einen Abwärtsstrudel ziehen, der seinesgleichen sucht. Und die Chinesen würden damit noch nicht einmal einen Schaden erleiden, nur ihre hohen rechnerischen Kursgewinne minimieren. Der zweite Schritt wäre die Proklamation einer zusätzlichen zweiten Reservewährung neben dem US-Dollar.

Offenbar haben sie noch etwas Zeit mit dem ersten Schritt; dafür sind sie forsch in der Entwicklung anderer Maßnahmen, die mehr mit dem zweiten zu tun haben. Sie fragen, welche?

  • 1. Sie erschließen mit ihren hohen Reserven Rohstoffvorkommen weltweit und investieren ihre Handelsüberschüsse sinnvoll in Unternehmen, Rohstoffe, Firmen und Immobilien. Ich kenne mich aufgrund meiner historischen Beziehung zu Australien recht gut mit den dortigen Rohstoffaktien aus. Dort haben die Chinesen ob Staat oder Private viel Geld investiert, ebenso in vielen afrikanischen Ländern, teilweise auch in Südamerika. Wer künftig über Rohstoffe reden will, muss sich mit China und seinen BRICS-Kollegen unterhalten. Die westlichen Firmen befinden sich relativ gesehen zu China immer weiter im Rückwärtsgang und Länder wie Kasachstan, China und andere geben Vollgas.

  • 2. Es ist seit Jahrzehnten Fakt, dass die Entwicklungsländer sich über das anglo-amerikanische Übergewicht in den US-beeinflussten Organisationen wie Weltbank, IWF etc. beklagen. Die "Entwicklungsländer", wie sie abschätzend bezeichnet werden, sind des Wartens müde. Nun haben sie dank der chinesischen Strategie eine Alternative gefunden. Kürzlich wurden die beiden Konkurrenzinstitute mit hoher chinesischer Finanzierung gegründet. Endlich gibt es für den IWF und die Weltbank Konkurrenz. Der US-Einfluss wird damit sehr eingeschränkt.

    Dazu die aktuellste Meldung, die heute einging: In Peking wird heute (ohne Anwesenheit der anglo-amerikanischen Staaten) die Asia Infrastructure Investment Bank gegründet. Diese Bank wird von China mit 50 Mrd. $ ausgestattet und soll schnell auf 100 Mrd $ gebracht werden. Die von den USA majorisierte Asia Development Bank weist ein Volumen von 165 Mrd $ aus. Das dürfte auch hier der bewusste Fehdehandschuh sein, den Peking in den Vorgarten von Washington D.C. geworfen hat.

  • 3. Haben Sie verfolgt, in welchem Umfang China Währungs-Swap-Abkommen schließt, um den Handel zwischen den Partnerländern zu vereinfachen? Immer größere Anteile des Welthandels werden künftig nicht mehr in US-Dollars abgewickelt, sondern in alternativen Währungen, im Speziellen über den Yuan, der immer mehr konvertierbar wird. Die Konvertierbarkeit einer Währung ist übrigens eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Begründung einer neuen Reservewährung.

    Warum die Inthronisation einer Währung als Weltreservewährung so wichtig ist? Weil ein Land mit der Funktion seiner Währung als Reservewährung sich selbst finanzieren kann, in dem es den Umlauf seiner Währung steigert, so wie es jetzt schon seit Jahrzehnten und in gesteigertem Masse die FED seit zwei Jahren tut. Beantworten Sie sich die Frage selbst, was mit dem Wert einer Reservewährung geschieht, wenn immer größere Anteile des realen Welthandels nicht mehr in dieser abgewickelt werden. Ich helfe Ihnen beim Nachdenken: Warum ist Sand billiger als Kupfer? Meine Antwort: Es gibt zu viel Sand und zu wenig Kupfer. Und wenn niemand mehr die vielen neu geschaffenen Dollars zur Abwicklung des Welthandels benötigt, dann gibt es einfach zu viele davon. Dieses Faktum wird die Welt-Devisenmärkte noch beschäftigen.

  • 4. Der Kauf von US-Staatsanleihen durch internationale Notenbanken ist seit Monaten rückläufig; das Meiste wird dann von der FED von Zwischenstationen übernommen; die transatlantischen Freunde schließen ihre Budgetlöcher durch Anleihen, die von US-Institutionen, die Zugriff auf die lächerlich günstigen FED-Kredite haben, kurzfristig in den Eigenbestand übernommen, um vom Fakt abzulenken, dass der Markt, den es bisher voll funktionsfähig über sechzig Jahre gab, als diese Anleihen nicht mehr abnimmt. Mich erinnert dies an ein Bild aus dem Münchhausen-Buch, als sich der Baron mitsamt seinem im Sumpf eingesunkenen Pferd an den Haaren herauszieht. Mal sehen, ob die Physik klüger ist als die Fähigkeiten der Finanzgenies. Ich vermute, die Physik und die Schwerkraft werden wieder einmal überraschend für die Mainstream-Presse obsiegen.





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