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EZB-Ratssitzung im Fokus - Ukrainekrise trifft Europa immer stärker

06.11.2014  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.2524 (07.08 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.2458 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 114.32. In der Folge notiert EUR-JPY bei 143.17. EUR-CHF oszilliert bei 1.2036.

Heute ist der Finanzmarkt einmal mehr auf die EZB-Ratssitzung fokussiert. Weder Zinsschritte noch weitere quantitative Maßnahmen werden erwartet. Die EZB hatte in den letzten Monaten bereits massiv geliefert. Nein, es kommt auf die Presskonferenz an. Welche Töne werden diesmal bemüht, um die Gemüter an den Märkten sanft und zuversichtlich zu stimmen. Mehr noch kursieren seit gestern einmal mehr Gerüchte über Unstimmigkeiten im EZB-Rat. Die Medien geben Insider als Quelle an. Mario Draghis Führungsstil soll laut diesen Insidern auf nicht allzu große Liebe bei den Kollegen stossen. Wir nehmen diese Mediengeräusche zur Kenntnis, mehr nicht.

Der Datenpotpourri, der uns aus Kontinentaleuropa erreicht, ist mit Ausnahme der erfolgreichen Reformländer zunehmend prekär und von den politisch Verantwortlichen nicht ansatzweise erwartet worden.


Kommen wir zu den Fakten:

Die Wachstumsaussichten haben sich nach Ansicht des IFO-Instituts für das laufende Jahr weiter verschlechtert. "Der neueste Mittelwert der Prognose für Deutschland liegt nach vorläufiger Schätzung nochmals ein Stück tiefer, in der Gegend von etwa einem Prozent", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Nach dem Einbruch der deutschen Auftragseingänge um 4,2% per August (revidiert von - 5,2%) kam es per September lediglich zu einem Anstieg um 0,8% (Prognose +2,3%).

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Per 4. Quartal brach das Verbrauchervertrauen in der Schweiz unerwartet stark ein. Offensichtlich kann man die Schweiz nicht aus den Folgen der Geopolitik herauslösen. Der Index sackte von zuvor -1 auf -11 Punkte. Damit wurde der niedrigste Wert seit dem vierten Quartal 2012 markiert!

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Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone konnten die Erwartungen nicht ansatzweise erfüllen. Per Berichtsmonat September kam es zu einem unerwarteten Rückgang um 1,3% im Monatsvergleich. Die Prognose lag bei -0,8%. Mehr noch wurde der Vormonatswert von +1,2% auf +0,9% revidiert. Im Jahresvergleich steht jetzt nur noch ein mageres Plus in Höhe von 0,6% (Prognose 1,2%). Damit wurde das schlechteste Ergebnis seit vier Monaten erzielt.

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Auch die Einkaufsmanagerindices von Markit waren für die Eurozone leicht enttäuschend. Der finale Wert für den Dienstleistungssektor stellte sich per Oktober auf 52,3 nach zuvor 52,4 Punkten. Der Composite Index (Dienstleistung und Produktion kombiniert) lag im finalen Wert bei 52,1 nach zuvor 52,2 Zählern. Wie bereits zuvor erwähnt, sind nicht die Reformländer das Problem …

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Vor diesem Datenhintergrund, der klare Tendenzen aufweist, könnte man die Frage aufwerfen, in wie weit die Politik der EZB mit dem Ziel der Stimulierung der Konjunktur der Eurozone durch andere politische Interessen seitens der EU neutralisiert oder konterkariert wird. Man könnte, man muss nicht, also machen wir es auch nicht …

Heute wurden auch die neuesten Daten des russischen Reservefonds veröffentlicht. Wir wollen Ihnen diese Daten nicht vorenthalten. Hier kam es zu einem Anstieg per Oktober um 9,6% auf 3.886 Mrd. Rubel oder circa 70 Mrd. Euro.


Aus den USA erreichten uns nachfolgende Datensätze:

Der MBA-Hypothekenmarktindex sank in der letzten Berichtswoche um 2,6% von zuvor 386,1 auf 376,1 Punkte. Der Index oszilliert damit weiter auf dem Niveau des Jahres 2000.

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Positive Akzente setzte der „ADP-Employment Report“ per Oktober. Laut Berechnungen von ADP wurden 230.000 neue Beschäftigungsverhältnissse geschaffen. Die Prognose lag bei 220.000.

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Der ISM-Dienstleistungsindex verzeichnete per Oktober einen unerwarteten Rückgang von zuvor 58,6 auf 57,1 Punkte. Die Prognose lag bei 58,1 Zählern.

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Fazit:

Das quantitaive Bild der US-Konjunktur bleibt deutlich besser als das konjunkturelle Bild in der Eurozone. Hinsichtlich der Qualität der US-Konjunktur ist Skepsis erlaubt. Parallelen zu 2007/2008 (u.a. Kreditleverage) sind diesbezüglich ausgeprägt. Die Wirkungen der Geopolitik sind erkennbar ausgeprägt in der Eurozone.

Derzeit ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.2650 neutralisiert den negativen Bias des Euros.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank



Anmerkung Redaktion: Herr Hellmeyer ist Referent auf der diesjährigen Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse, die am 7. & 8. November in München stattfindet.

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