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Na endlich-2!

16.02.2015  |  Christian Vartian
Letzte Woche schrieb ich: Na endlich! Dies war, weil endlich die Renditen auf US- Treasurys gestiegen waren, die Kurse somit gesunken.

Nun, Treasurys sind Anleihen und Anleihen sind Forderungen gegen den Emittenten, wie Geldzahlungsmittel Forderungen gegen die Notenbank sind. Letztere sind immerhin nominell konstant, Anleihen können wie andere Schuldwertpapiere gegen diese Geldzahlungsmittel sinken oder steigen.

Sehen wir uns zuerst die börslichen Hauptkonkurrenten der Forderungen an: Edelmetalle und Aktien am Beispiel Gold vs. S&P 500:

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Die angelegte Gerade ist exakt die gleiche, Sie sehen also: Sowohl Standardaktien wie Gold verhielten sich im großen Bild eigentlich ähnlich. Dies hervorzuheben, ist wichtig, es sind nämlich beides Sachwerte, sehr unterschiedliche zwar, aber Sachwerte und es ist ihnen gemein, etwas nicht zu sein: Forderung und etwas nicht zu suggerieren: nominelle Sicherheitsillusion.

Im betrachteten Zeitraum wurde die Goldförderung laufend gefahren und stark erhöht, die Schaffung neuer Aktien absolut nicht, hier überwogen die Rückkäufe die Emissionen.

Weiteres Fazit daher: Es muß mehr Gold gekauft worden sein, denn sonst hätte Gold nicht das gleiche Ergebnis wie der S&P 500 erzielt, bei dem nichts gefördert wurde an neuen Aktien netto. Dazu aber ein anderes Mal.

Am Freitag geschah seit sehr langer Zeit das augenfällig Logische wieder: Na Endlich-2! Silber stieg kräftig MIT den Standardaktien.

Ich bin es gewohnt, Feuer von beiden Seiten zu bekommen für die normalste und augenfälligste Ansicht der Welt: Na klar steigt ein Rohstoff, der auch Warengeld ist MIT Aktien und sollte sich nicht gegen diese bewegen. Er sollte sich MIT Aktien GEGEN Forderungen bewegen.

Warum bekomme ich Feuer?

  • Wozu braucht man Edelmetall, sagen die Standard- Mainstreaminvestoren (mit Scheuklappe)
  • Wozu braucht man Aktien, "Silber ist Geld" sagen die Gold-Silber-Eingefleischten (auch mit Scheuklappe)

Na weil sie Geschwister sind, sag ich! Weil sie beide die letzte Währungsreform überlebt haben (Aktien 1:1 umgestellt), weil sie die Aspekte göttlicher Seltenheit und menschlicher Kreativität zusammenbringen- gemeinsam- und im Gegensatz zu den Forderungen. Deswegen nennt sich diese Publikation Hard Asset Macro.

Und nachdem- endlich- letzte Woche die Renditen der Treasurys stiegen, stieg - endlich- Silber am Freitag MIT den Standardaktien!

Es gibt also noch Hoffnung. Ausgelöst wurde diese offenbar von einer einzigen Nachricht: Der EURO- Zone geht es etwas weniger schlecht als erwartet, das Wachstum kam mit 0,3% etwas höher als erwartet (0,2%), das Wachstum der BRD kam mit 0,7% vs. 0.3% Konsensus viel höher als erwartet.

Sofort pausierte, weil wer Anderer als die USA auch mal eine positive Nachricht zusammenbrachte, die verdrehte Logik der letzten 23 Monate mit steigenden Aktien (der Teil ist ok) und steigenden Anleihen (der Teil passt nicht dazu), weil ja "Geld knapper werden wird" (Kontraktionserwartung), aber die Staatsanleihen noch immer zu 90%++ bei der Zentralbank refinanzierungsfähig sind, der Zinssatz für die Refinanzierung 0,25% beträgt und die Rendite der Anleihe 1,7%, was einen Spread im Beispiel von 1,45% ergibt (bei 10% Eigenkapital) x 10 = 14,5% jährlich.

Wenn jetzt aus der edelmetallfeindlichen Drohung, man werde "Monetary Tightening" betreiben, also aus der bloßen ERWARTUNG (Gift für Edelmetall) Realität wird und die 14,5% jährlich ohne Arbeit beim Hauptkonkurrenten beschnitten werden, ja dann: Bitte darum! Zinsen rauf! Yields rauf! Schwächt den Hauptkonkurrenten des Goldes!

Verstehen Sie bitte, was WIRKLICH in den letzten 2 Jahren geschah: Man hat es wirklich fertig gebracht, vollkommenen Unsinn in die Gehirne der Marktteilnehmer einzupflanzen. Man hat die ERWARTUNG kreiert, die Monetisierung von Staatsanleihen (genannt QE) werde eingestellt und diese Schwächung des größten Konkurrenten von Gold sei ein Grund, Gold abzuverkaufen und die Märkte taten es wirklich (mit Hilfe der Indischen Importrestriktionen wurde es rohstoffseitig möglich).

Nicht nur das, man hat es geschafft, Gold als NUR Versicherung gegen Armageddon ins Eck zu stellen, locker verschweigend, dass es beim Gegenteil von Armageddon, dem letzten Boom von 2002 bis 2007 stark gestiegen ist- MIT den Aktien (was auch sonst). Wir werden bald wissen, ob der Bluff jetzt kippt oder ob wir eine Eintagsfliege sahen.


© Mag. Christian Vartian
www.gip-ag.ch



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