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Gold am Scheideweg und Gegenströmungen!

03.03.2015  |  David Chapman
Gold hatte am 22. Februar 2015 bei knapp über 1.300 $ sein Hoch markiert, dann glitt es abwärts. Der Hauptgrund scheinen Ängste vor geplanten Zinssatzerhöhungen der Fed zu sein. Ist diese Angst rational? Möglicherweise nicht. Das Erinnerungsvermögen ist zweifelsohne kurz. Wahrscheinlich hat man vergessen, dass Ende der 1970er Jahre Gold trotz steigender Zinssätze Gewinne machte.

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Charts wurden mit Omega TradeStation 2000i erstellt. Chart-Daten stammen von Dial Data.


Studien zeigen, dass Gold insgesamt betrachtet keine starke Korrelation mit Zinssätzen hat. Wenn Gold mit irgendetwas stark korreliert, dann aber mit dem US $. Und der US $ steigt, also fällt Gold. Das zumindest ist die gängige Meinung.

Seit Jahresbeginn liegt Gold - in US $ gerechnet - mit 1,4% im Plus. In Kanadischen $ liegt Gold mit 8,4% im Plus - 1,7% in Britischen Pfund , 8,2% in Euro und 0,6% in Japanischen Yen. Gegenüber dem Schweizer Franken liegt es, dank der Franken-Euro-Entkopplung, aber 3,2% im Minus. Trotz aller Berichte über den sanktionsbedingten Klippensturz Russlands liegt Gold in Russischen Rubel seit Jahresbeginn nur mit 1,4% im Plus; seit Juni 2014 waren es allerdings satte 75%.

Gold wird häufig als Alternativwährung genutzt, es kann als Absicherung gegen Währungswertverluste eingesetzt werden. Gold ist zudem eine Absicherung gegen Unsicherheit und staatliche Korruption. Gold hat, anders als Aktien und Anleihen, keine Kontrahentenrisiken.

Trotzdem fiel Gold knapp 100 $ von seinen im Januar markierten Hochs. Viele finden das rätselhaft. Oft wird behauptet, die Goldkurse würden in die Tiefe manipuliert; auch hier sollte erinnert werden, dass Manipulation in beide Richtungen funktioniert, nicht nur in sinkenden Märkten. Ob das nun zutrifft oder nicht, ist in diesem Zusammenhang nicht Ausschlag gebend. Der Trend zeigt nach unten.

In den westlichen Wirtschaften haben die Zinssätze Rekordtiefs erreicht, in einigen Ländern wurden sogar negative Zinsen ausgelotet. Einige Kurzläufer des deutschen Staates fieln vor Kurzem unter die positive Zinsschwelle. Um auf eine Rendite von mehr als 1% zu kommen, muss man in den USA jenseits der 3-Jahre-Laufzeit (bonds oder notes) suchen.

Ist die Vorstellung nicht verrückt, dass man Banken für die Verwahrung des eigenen Geldes bezahlen muss? In der Schweiz und den skandinavischen Ländern ist das die Norm. In Ländern wie Indien und China wird den Banken ohnehin misstraut, man spart gerne in Gold. Niedrige oder negative Zinsen müssten Gold magnetische Kraft geben, dennoch ist genau das in den westlichen Ökonomien (EU und USA) nicht der Fall gewesen.

Auch wenn die physische Goldnachfrage im Jahr 2014 rückläufig war, kauften die Zentralbanken so viel Gold wie seit 50 Jahren nicht mehr. Einst gehörten die Zentralbanken zu den Goldverkäufern. Heute stehen sie auf der Käuferseite.

Einer der größten Käufer ist die russische Zentralbank. Im Januar kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Goldimporte von Hongkong nach China. EZB-Präsident Mario Draghi erklärte, Gold sei eine monetäre “Sicherheitsreserve“. Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan meinte, der Goldpreis “werde" in einigen Jahr signifikant höher liegen.

Das US-Justizministerium und die CFTC haben neue Untersuchungen hinsichtlich einer "Steuerung der Goldkurse" angeschoben, die sich gegen 10 Großbanken richtet, darunter Barclays PLC, Deutsche Bank, Crédit Suisse, UBS, Société Generale, J.P.Morgan Chase und Goldman Sachs. Ob die was bringen, ist vielleicht nicht einmal relevant, die Tatsache allein, erinnert uns daran, dass die Großbanken schon gewaltige Strafen andere "Steuerungen" zahlen mussten - z.B. des LIBOR-Marktes, der Währungsmärkte sowie einiger Rohstoff- und Energiemärkte. Zuvor hatte es schon Untersuchungen zum Zustandekommen des Londoner Goldfixing gegeben, auch hier haben die Banken Strafen zahlen müssen.



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