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Die Ukraine, das Sarajewo unserer Zeit und die Konsequenzen für die Finanzmärkte

13.03.2015  |  Rolf Nef
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Wie hoch und wie schnell geht der Goldmarkt in die Höhe mit dieser Konstellation? Grafik 19 enthält viel Information und Projektionsmöglichkeiten. Die Zeitachse: seit 1835 sind fast alle Bull- und Bearphasen mit Fibonaccizahlen gegangen und haben auch gefixte Preise durch Regierungen über Bord geworfen. Ab 1968 wechselte der Markt vom Jahresrythmus zum Monatsrythmus. In welchem Rhythmus ist er ab 1999? 2012, 13 und 14 hätten Tops sein können, waren es aber nicht. Im Jahresrythmus ist erst 2020 (1999 + 21) wieder eine Sollbruchstelle und im Monatsrythmus erst 2018.4 (1999 + 233 Monate).

Rechnet man aber von 1968 im Jahresrythmus mit Zahlen, die nahe an den Spitzen und Böden liegen, sieht die Reihe so aus: 1968 + 13 = 1981 + 21 = 2002 + 13 = 2015. Kommt der Markt zurück in den Jahresrythmus? Was ich damit sagen will: 2020 ist zu lange weg. Eine Panik dauert nicht 5 Jahre. Beendet Gold diesen März 2015 die seit 2006 anhaltende Korrektur, so kann man folgende Zeitprojektionen nach vorne machen: +5,8 und 13 Monate ergäben August, November 2015 und April 2016.

Macht man dasselbe für Silber mit Lucaszahlen von Dezember 2015 weg, so erhält man folgendes: +4,7,11 und 18) Monate ergäben April, November 2015 und Juni 2016. November ist gemeinsam und im Jahr 2015. Wird November 2015 der Top der Metallpanik? 2015.75 aus dem Princeton Zyklus für ein Aktientief wäre in der Nähe. Gold und Silber müssen die Spitze nicht zusammen machen, aber können. Man muss diese Planspiele vor und nicht während der Panik machen.

Nun noch zur möglichen Preishöhe. Dazu liefert Grafik 19 ebenso interessante Informationen. Die obere Trendlinie des Trendkanals ab 1934 verbunden mit 1980 läuft etwas unter 10.000 $US durch, was einer ver-8,7-Fachung (Fibonacci 8mal ergäbe 9.200 $) vom heutigen Preisniveau entspräche. Überschiessungen in Panikphasen sind aber eher die Regel als die Ausnahme. 1869 ver-5-fachte sich der Preis, 1976 bis 1980 ver-8-fachte sich dieser. Beides sind Fibonaccizahlen in aufsteigender Reihenfolge.

Setze sich diese Reihe fort - und es macht Sinn, dass sie sich fortsetzt, denn es ist so viel mehr Papiercash vorhanden wie früher - , dann müsste sich der Preis ver-13-fachen. Angesetzt beim heutigen Preisniveau käme man auf 15.000 $US. Unmöglich? Vielleicht, aber das wäre dann eben Panik. Was würde das für den Silberpreis bedeuten? Sparen wir uns diesen Genuss auf das letzte Kapitel auf.

Zum Schluss hier einige Vermögenswerte und Konsumgüter gemessen in Gold. Öl ist ungeeignet als Anlagewert. Wer kann sich schon einen Tanker kaufen, mit Öl füllen und auf dem Ozean warten lassen. In Gold gemessen ist Öl aber teuer und war früher viel billiger (Grafik 20). Immobilien sind ein typischer Vermögenswert. Hier in Grafik 21 sind Stadt-Zürcher Immobilien seit 1885 in Gold gemessen. Sie kennen nur einen Trend: aufwärts. Den Höchstpreis in Gold wurde 1991 erzielt. Seither fallen sie, aber der Trend ist noch nicht gebrochen.

Beide Werte sind physische Werte, der eine flüssig, der andere immobil und hoch mit Krediten belastet. Grafik 22 zeigt den Dow Jones in Gold in logarithmischen Massstab. In Gold hat der Dow 2000 seine Spitze erreicht und seit 2011 korrigiert er. Das alte Tief von 1:1 sollte im Minimum erreicht werden. Grafik 23 zeigt den DAX seit 1950 in Gold in linearem Massstab. Er ist gleichweit wie 1950 nach einer Spitze im Jahr 2000. Grafik 24 zeigt den Schweizer Konsumentenpreis seit 1804 in Gold. Konsumgüterpreise sind in Gold gemessen stabil geblieben. Es sind die Vermögenswerte Anleihen, Aktien und Immobilien, die so überteuert sind.

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Grafik 19: Gold jährlich in US$ und Fibonacci


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Grafik 20: Öl in Gold


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Grafik 21: Zürcher Immobilien in Gold


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Grafik 22: Dow Jones in Gold seit 1800


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Grafik 23: DAX in Gold


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Grafik 24: Schweizer Konsumentenpreisindex in Gold


Die chinesische (Grafik 25) und die indische Goldnachfrage sind seit einigen Jahren weit größer als die Produktion. Der Markt wurde nicht nur leer gekauft, sondern es müssen aus westlichen Beständen der Notenbanken oder ETFs Verkäufe über Leihgeschäfte getätigt worden sein. Leihen heißt, jemand hat Schulden in Gold und jemand hat Guthaben in Gold. Die Webseite Kingworldnews.com berichtete, HSBC schließe alle 7 Goldtrsore in London. Kunden sollen angewiesen worden sein, binnen 60 Tagen zu verkaufen oder zu transferieren.

HSBC ist der Verwahrer des Gold-ETFs GLD, der etwa 24 Mio. Unzen Gold hat. Ob die Geschichte wahr ist, weiss ich nicht. Die Propaganda läuft auf beiden Seiten. Aber GLD ist sicher eine Quelle, woher Gold verleiht wurde. GLD wäre der Gläubiger, irgend eine oder mehrere Banken der/die Schuldner. GLD Investoren haben kein Anrecht auf Gold, sonder auf $. Warum nicht den GLD schließen und die Gold-Schuldposition mit US$ ausgleichen?

Grafik 26 zeigt den Rückgang der Goldhaltung in ETFs und Lagerstätten wie Comex. Seit der Spitze 2013 ist die Haltung um etwa 30 Mio. Unzen gefallen (Jahresproduktion 80 Mio.). Das Menge ist sicher kleiner, als von China und Indien zusammen gekauft haben. Man vergleiche das nachher mit der Silberhaltung, denn die ist überhaupt nicht gesunken.

Interessant ist auch in Grafik 27 die offenen Positionen (OI) im Comex. 40 Mio. Unzen sind per Termin gekauft und verkauft. Historisch ist es immer noch hoch auch nach dem Rückgang von 20 Mio Unzen.

Sieht man Gold in Euro, ist der Goldbull längst losgegangen (Grafik 28): im Dezember 2013. Grafik 29 zeigt den momentan schwachen Euro gegen US$. Der erste Absturz 2008 ist jetzt etwa gleich lang wie der aktuelle und der Preis befindet sich im Bereich zweier wichtiger Trendlinien, die ihn stützen. Einerseits kann man die Formation seit 2008 als bullische, fallende Flagge sehen, aber auch als langfristige Kopf-Schulter Umkehrformation.

Im zweiten Fall wäre der Zerfall des Euro wegen seiner strukturellen Schwäche angezeigt. Aber selbst in diesem Falle wäre ein Anstieg des Preises bis unter die Nackenlinie das erfahrungsgemäss übliche Verhalten. Der Hintergrund des starken US$ ist die Menge neuer Schulden in US$ ausserhalb der USA, besonders in den aufstrebenden Ländern, die in der Produktion von Rohstoffen stark sind. Diese $ Schulden sind short-Positionen und der Preis der Rohsoffe sinkt in $. Diese Firmen haben ein starkes Beürfnis, diese Schulden in der Heimwährung abzusichern, was diese $-Nachfrage kreiert.



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