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Euro-Absturz und Goldpreis

16.03.2015  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
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Auswirkung auf den Goldpreis

Doch nicht nur der Euro, auch viele andere ungedeckte Papierwährungen geraten unter Abwertungsdruck. Viele Sparer und Investoren erblicken dabei im Greenback einen "sicheren Hafen", der US-Dollar wertet auf.

Die Rückbesinnung auf den US-Dollar kommt nicht von ungefähr. Seit den frühen 1970er Jahren hat sich weltweit ein US-Dollar-Standard herausgebildet. Der Dollar ist die unangefochtene Weltreservewährung.

Im Grunde sind die meisten Währungen der Welt auf dem US-Dollar aufgebaut, ihr Wohl oder Wehe hängt in letzter Konsequenz an der Entwicklung der US-Währung.

Aktuell zeigen Anleger wieder hohes Vertrauen in den US-Dollar. Das schmälert ihre Nachfrage nach Gold zu Absicherungs- beziehungsweise Versicherungszwecken - und dämpft den Goldpreis, in US-Dollar gerechnet.

Der Goldpreis wird natürlich auch dadurch gedämpft, dass der Boom auf den Rohstoffmärkten - der in den letzten Jahren auch den Goldpreis erfasst hatte - bis auf weiteres zum Erliegen gekommen ist.

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Quelle: Thomson Financial.


Die Zentralbanken haben zudem durch ihre Zinsmarktmanipulationen und das Ausweiten der Basisgeldmengen die Kreditausfallsorgen vertrieben. Gleichzeitig zeigen sich bislang noch keine Inflationssorgen der Anleger. Auch das vermindert die Goldnachfrage zu Versicherungs- und Absicherungszwecken.

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Quelle: Thomson Financial. *Goldpreis in den wichtigsten Währungen der Welt (ohne US-Dollar), gewichtet mit dem Anteil, den sie am US-Außenhandel haben.


Das alles mag erklären, warum der Goldpreis in US-Dollar gerechnet seit Ende 2012 gefallen ist. Dass der Goldpreis jedoch in anderen ungedeckten Papiergeldwährungen gerechnet (vor allem jüngst) wieder gestiegen ist, deutet vor allem auf eines hin: Weltweit verlassen sich Sparer und Investoren nicht nur auf den US-Dollar, sondern auch auf das Gold. Das Gold, nicht der US-Dollar, ist das ultimative Zahlungsmittel. Seit Jahresanfang ist der Goldpreis in Euro gerechnet um 12 Prozent gestiegen. Für Euro-Sparer ist Gold eine "Schutzimpfung" gegen den Wertverfall des Euro.


Vertrauen in Euro-Banken hat sich wieder eingetrübt

Open in new windowUm es nicht unnötig zu komplizieren: Die obige "Fieberkurve" zeigt die "Skepsis" der Investoren, Euro-Banken US-Dollar zu leihen. Je weiter die Linie in den Negativbereich fällt, desto größer ist die Skepsis der Investoren, Euro-Banken US-Dollar zu leihen. Bereits seit etwa Frühjahr 2014 hat sich die Zuversicht in die Euro-Banken wieder eingetrübt.

Die großen Zentralbanken der Welt haben jedoch für solche Fälle bereits vorgesorgt: Sie haben sogenannte "Liquidität-Swap-Abkommen" beschlossen. Sie haben vereinbart, dass jede nationale Zentralbank ihre eigene Währung bei Bedarf allen anderen Zentralbanken zur Verfügung stelle. Und letztere können die Fremdwährungsbeträge dann an ihre heimischen Banken weiterverleihen.

Damit kann - wenn politisch gewollt - verhindert werden, dass zum Beispiel Euro-Banken ihre Fremdwährungsverbindlichkeiten nicht mehr begleichen können, weil ihnen kein privater Investor mehr zum Beispiel US-Dollar leiht: Die US-Zentralbank leiht der EZB den benötigten Dollar-Betrag, und die EZB reicht ihn an die bedürftigen Banken weiter.

Dass sich die Skepsis im Markt für Fremdwährungskredite jedoch dennoch erhöht, kann daran liegen, dass sich private Investoren nun tatsächlich aus dem Markt für Fremdwährungskredite zurückziehen. Treten Finanzierungsengpässe für Banken auf, werden die Zentralbanken vermutlich einspringen und offene Rechnungen mit neu geschaffenem Basisgeld bezahlen.


© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Quelle: Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH


(1) Siehe hierzu den Artikel „Die gefährliche Flucht in den US-Dollar“, erschienen in Wirtschaftswoche Online, 2. März 2015.



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