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Bergbau & Schiefer-Ödland: Konsequenzen für Gold

01.04.2015  |  Jim Willie CB
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Die jüngsten Daten zur südafrikanischen Goldproduktion dienen als weitere Bestätigung des verblüffenden Rückgangs in der südafrikanischen Goldindustrie. Kürzlich veröffentlichte Südafrika neue Statistiken zur Goldproduktion. Den Berichten zufolge lag die saisonal bereinigte Produktion im Zeitraum November 2014 bis Januar 2015 bei 74,4 Tonnen; zwischen August und Oktober 2014 wurden noch 79,1 Tonnen abgebaut. Dieser starke Rückgang ist kein Ausreißer, sondern Teil eines größeren Trends, der schon vor einigen Dekaden einsetzte. Die historischen Charts zeigen diesen mächtigen Rückgang.

Im Januar 1980 stand der Index bei 359 Tonnen; das Goldfördervolumen für Januar 2015 lag weit darunter - der Index markierte mit 48,4 t ein Tief. Anders ausgedrückt: Südafrika produzierte im Januar 2015 87% weniger Gold als im selben Monat 1980. Dieser Produktionseinbruch hat auch den Beitrag der Goldindustrie zur südafrikanischen Wirtschaft reduziert. 1993 entfielen noch 3,8% des Bruttoinlandsprodukts auf das Metall, 2013 waren es nur noch 1,7%.

Dieser starke Rückgang hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Unter der clownesken marxistischen Führung gab es 2007 einen Elektrizitätspfusch aufgrund der schlechten Qualität der eingesetzten Kohle. Dieselben lümmelhaften Herren erhoben dann auch noch hohe Steuern auf den Bergbausektor. Zeitgleich dezimierten problematische Gehalte die Gesamtproduktion. Die Minen sind alt, die Adern liegen tiefer und sind schmaler. Arbeiterstreiks und Sicherheitsbedenken sind nicht zu übersehen.

Irgendwann um die Jahrtausendwende herum stammte die erstaunliche Menge von einem Drittel des gesamten oberirdisch gelagerten Goldes aus Südafrika. Der Krügerrand war der globale Standard unter den Goldmünzen. Nun dominiert der einst so mächtige Goldzulieferer nicht mehr die marginalen Zuwächse im Sektor.

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Jackass vermutet nun, dass einige der südafrikanischen Projekte aus der Zuliefererkette genommen werden, um das BRICS-Konsortium zu späterer Zeit zu versorgen (so zum Beispiel die zukünftige Zentralbank der BRICS). Die Stories rund um Arbeiterkämpfe und problematisch niedrige Erträge könnten aber als Deckmantel dienen, obgleich sie nicht ohne Legitimität sind. Zumindest darf man den Asteriskus an dieser Geschichte nicht übersehen.

Verblüffende Tatsache ist auch, dass die berühmte südafrikanische Rand-Raffinerie ihre Produktion stark ausgeweitet hat. Sie hat anglo-amerikanische Eigentümer. Hier stellt sich die Frage, woher all das eingesetzte Gold stammt. Es kommt aus den vielen afrikanischen Konfliktgebieten und wird über die Rand-Raffinerie gewaschen. Kongo ist ein Hauptlieferant, aber eben nicht der einzige.

Mit der Rand-Produktionen wird möglicherweise die sprunghaft ansteigende Investorennachfrage aus Asien und dem Nahen Osten abgedeckt und weniger die Marktauflagen für London oder New York. Man denke dabei an Hongkong, Shanghai und Dubai. Berichte aus Australien legen nah, dass sich auch in Down Under die Gesamtlage wandelt. Sie hoffen und beten für eine Rückkehr der ehemaligen Preisniveaus, da zahlreiche Projekte von der Schließung bedroht sind. Das Problem ist global.


Bergbauproduktion: Motiv für Goldeigentum

Um die Motive aufzulisten, die für Goldeigentum sprechen, braucht man eine lange Liste. Ganz oben steht sicherlich der Zusammenbruch des globalen Geldsystems. Die toxische und als allgemeingültig akzeptierte QE-Geldpolitik ist die Hauptaktivität, die den Ruin des Geldes untermauert. Die Schulden führender Nationen wurden letztes Jahr zu über 100% durch den Monetisierungskanal finanziert, sprich: gedrucktes Geld. Angesichts der insolventen Großbanken müsste eigentlich jeder Investor Angst bekommen, gerade in Anbetracht der Negativzinsen und drohender Bail-In-Gefahr.

Der Diebstahl zugewiesener Goldkonten wird Ersatz erforderlich machen. Das Auftreten von Preisinflation (selbst wenn das Thema in den Medien unterdrückt wird) wird Grund für aktiven Absicherungsschutz sein. Die Auflösung von Lebensersparnissen ist eine reale und existierende Gefahr, da das gesamte System aus Papiervermögen bald mit einem Schock konfrontiert sein wird.

Die östlichen Nationen, allen voran die BRICS-Allianz, planen in aller Stille eine neue Währung mit Gold & Silber-Deckung. Sie wird im Fahrwasser der Goldhandelswechsel aufkommen (welche wie Aktivkredite funktionieren), sie sind schon in Arbeit. Gold ist ein Geldmetall. Es wird die Explosion der Papiervermögen überleben.

Die Rückkehr des Goldstandards wird von den Handelsplattformen ausgehen, und nicht über die Währungsfenster kommen. Sicherlich gibt es noch zahlreiche andere Motive, es soll aber ein Punkt herausgearbeitet werden: Die Goldproduktion schwächt die Goldangebotsseite. Ausgleich wird dringend benötigt - und zwar über eine Wiederherstellung des Preisgleichgewichts.

Der Einbruch der Goldbergbauproduktion ist ein neuer, entscheidender Grund zugunsten von Goldeigentum. Der Renditetrend diktiert einen deutlich höheren Preis. Der entscheidende Faktor hinter dem Stress, den Plagen und der Krise im Goldbergbausektor ist der Einbruch der Investitionsrentabilität.

Angesichts eines offensichtlich gedrückten Goldpreises werden ganze Kapitalbudgets schlicht und einfach verworfen. Die Explorationstätigkeit ist stark gesunken. Viele große Minenprojekte werden ganz offensichtlich ausgesetzt, wenn auch nicht dauerhaft. Talent verbringt untätig Zeit. Die verschwenderische Ausbeutung der besten Minen ist eine Tragödie und Armutszeugnis des Sektors.

Falls es möglich wäre, würde die Edelmetall-Bergbauindustrie in den Streik treten und höhere Preise für die Metallproduktion fordern. Die Märkte für Autos, Fernseher oder Milch würden im Fall gedrückter Preise genauso reagieren. Der unerschrockene Analyst (und Freund) SRS Rocco berichtet, dass die Anlagerendite pro eingesetztem Dollar für Explorationsarbeiten im Goldbergbau in den 1990ern noch 23 $ betrug. In den 2000ern standen jenem einen Kosten-Dollar nur noch 11 $ Anlagerendite gegenüber.

Heute sind einige Projekte schon eingemottet und auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, wodurch auch keine laufenden Kosten anfallen. In Fall einer Fortführung dieser Projekte wäre die Investmentrendite sicherlich schon in den negativen Bereich gesunken, da es hier um marginal kostenintensivere Projekte geht.

Allied Nevada konnte diesem Druck letztendlich nicht standhalten und meldete Gläubigerschutz an. Diese Firma wird die erste der vielen großen bis mittelgroßen Firmen sein, die auf allen Kontinenten Bankrott gehen werden. Das Problem ist global. SRS Roccos Arbeit ist ausgezeichnet und unerreicht; sie wird häufig in den Hat Trick Letters zitiert.



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