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Goldminen-Verzweiflung und -Euphorie im historischen Kontext

08.04.2015  |  Uwe Bergold
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Bertachtet man in Abb. 6 die fundamentale Bewertungssituation des amerikanischen Aktienmarktes anhand des S&P-Index (global größter und liquidester Aktienindex) über die vergangenen 115 Jahre, dann zeigt dies relativ deutlich, dass der Aktienmarkt aktuell auf dem zweithöchsten Niveau aller Zeiten notiert. Nur im Frühjahr 2000 waren die Aktien noch höher bewertet als heute. Wir publizierten damals, am 15.03.2000, das Verkaufssignal und investieren seither in den Edelmetallsektor.

Im Jahr 2000 begann die Krise und alles was wir seither erleben kann man unter "monetärere Illusion" buchen (2007 und 2015 sind nur Echos der wahren "Mutter aller Blasen" im Jahr 2000). Seit 2000 verlieren alle Anlageklassen massiv gegenüber Gold. Da Gold gegenüber den restlichen offiziellen 160 Papierwährungen weltweit als einzige Devise die wichtigste Geldfunktion "Wertaufbewahrungsmittel" (neben Tauschmittel und Recheneinheit) schon immer besessen und auch weiterhin besitzen wird, bewerten wir seit mehr als 15 Jahren parallel zum EUR (nominal) alles in Unzen GOLD (real).


Reale Entwicklung der Anlageklassen seit dem Jahrtausendwechsel

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Abb. 7: Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und EUR-Bargeld in Unzen GOLD seit 01.01.2000
Quelle: GR Asset Management GmbH


In Abb. 7 haben wir seit dem Jahrtausendwechsel (reales Börsen- und Weltwirtschaftshoch) die vier Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe), inkl. Bargeld nicht in Euro, sondern in Unzen GOLD bewertet. Obwohl alle Anlageklassen seit 15 Jahren in Euro nominal gestiegen sind ("monetäre Illusion"), sind sie real in Unzen Gold doch alle massiv eingebrochen. Am stärksten erwischte es naturgemäß das unverzinste Bargeld (Euro) mit -75 Prozent. Vorletzte wurden - aufgrund der vergangenen vierjährigen zyklischen Korrektur - die ebenfalls unverzinsten Rohstoffe (Reuters Rohstoff-Index) mit -62 Prozent.

Drittstärkster Verlierer war die Anlageklasse Immobilien (MSCI Immobilien) mit -59 Prozent. Die Aktien (DAX) kamen immerhin mit aktuell "nur" -57 Prozent auf Platz zwei. Und Sieger im Vergleich mit dem geringsten Verlust gegenüber Gold (-47 Prozent) waren die Anleihen, die sich derzeit in einer wahren "Jahrtausendblase" befinden. Die deutsche 10-Jährige Bundesanleihe hat derzeit ein KGV von über 500 (!). Am Ende dieser Krise (202?) werden alle zinstragenden Anlageklassen (Aktien, Immobilien und Anleihen) real über 90 Prozent gegenüber Gold verloren haben. Und dies ist absolut unabhängig davon, was nominal in EUR weiter passieren wird.


Nominale Entwicklung von Portfoliokonstruktionen seit dem Jahrtausendwechsel

Auch die Goldminen und Silber (beides Edelmetallinvestments mit Hebel auf den Goldpreis) verloren massiv gegenüber Gold. Jedoch geschah dieser Rückgang in Unzen Gold nicht strategisch über die gesamten vergangenen 15 Jahre, wie bei allen anderen Anlageklassen, sondern nur taktisch in den vergangenen 4 Jahren, als zyklischer Negativhebel auf der Unterseite. Sobald die Hausse im Gold- und Rohstoffsektor wieder Fahrt aufnimmt, wird sich der Hebel von beiden Investments wieder auf der Oberseite zeigen. Die Geschichte zeigt, dass nur Goldminen und Silber strategisch mit Gold mithalten oder sogar dies outperformen konnten. Beide wurden auch noch nie von staatlicher Seite verboten!

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Abb. 8: Verschiedene Portfoliokonstruktionen von 01.01.2000 bis 31.03.2015
Quelle: GR Asset Management GmbH


Bertachten wir nun in Abbildung 8 strategisch die nominale Entwicklung von sieben verschiedenen Portfolio-Konstruktionen (handelstägliche Reallokation) seit dem Jahrtausendwechsel, also seit unserer Umschichtung von einem Aktien-Portfolio in ein Edelmetall-Portfolio (zu je 1/3 Gold, Silber und Goldminen) in EUR:

  • 1. Auf Platz eins steht das Investment nur in Gold mit einem Anstieg von + 301%.
  • 2. Platz zwei belegt der Investmentansatz mit dem Edelmetall-Portfolio von + 185%.
  • 3. Auf Platz drei kommt das Aktien-Anleihen-Immobilen-Gold-Portfolio mit + 138%.
  • 4. Auf den vierten Platz steht das reine Anleihen-Portfolio mit + 114%.
  • 5. Auf Platz fünf kommt das Aktien-Anleihen-Portfolio mit + 93%.
  • 6. Platz sechs belegt das Aktien-Anleihen-Immobilien-Rohstoff-Portfolio mit + 76%.
  • 7. Und auf den letzten Platz steht das aktuell hochgejubelte DAX-Portfolio mit + 72%.

Betrachtet man die beiden Erstplatzierten (Gold- und Edelmetall-Portfolio) taktisch etwas genauer, so kann man die zyklische Hebelfunktion von Goldaktien und Silber auf Gold eindeutig erkennen. Bis ins Jahr 2008, dem letzten zyklischen Hoch der Rohstoff-Hausse, erzielte das Edelmetall-Portfolio gegenüber dem reinen Gold-Investment eine Überrendite. Der Finanzcrash 2008 sorgte dann für das Kollabieren und den Hebel von Silber und Goldaktien auf der Unterseite. Diese Underperformance im Jahr 2008 glichen die beiden Gold-Alternativen bis zum letzten zyklischen Hoch 2011 wieder aus.

Die anschließende vierjährige Korrektur, bei gleichzeitig wieder auftretender Underperformance von Silber und Goldminen, wurde zum Jahreswechsel 2014/15 beendet. Seit drei Monaten steigt die zyklische Trendlinie des Edelmetallportfolios wieder (siehe hierzu bitte rote Linie in Abb. 8), wie zuletzt nach dem Tief 2008. Wir erwarten für die kommenden Jahre eine massive Outperformance von Goldaktien gegenüber Gold. Am nächsten zyklischen Hoch sollte das Edelmetall-Portfolio wieder über dem reinen Gold-Portfolio notieren.



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