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Eeden-Müller-Goldpreistheorie

25.04.2006  |  Dr. Jürgen Müller
Eeden-Müller-Goldpreistheorie Die folgende Theorie wurde im Buch "Generation Gold", S. 149 ff erstmalig veröffentlicht. Die genannten Preise und Berechnungen beziehen sich auf Ende 2005.


Ich möchte Ihnen eine Preistheorie präsentieren, die auf einer mathematischen Formel von Paul van Eeden beruht, der eine wöchentliche Kolumne für die Internetseite www.kitco.com schreibt. Diese Formel berechnet den theoretischen Preis für Gold in Relation zum Geldmengenwachstum des Dollars und zur weltweit vorhandenen Goldmenge. Mit ihr ist es möglich den zukünftigen theoretischen Goldpreis für zwei mögliche Szenarien zu berechnen: a) einer linear steigenden Geldmenge oder b) einer exponentiell wachsenden Geldmenge M3 des Dollars. Im Internet wurden diese Berechnungen von Paul van Eeden erstmals im April 2003 veröffentlicht (1). Im Oktober 2005 nahm er in einer Kolumne nochmals Bezug auf diese Artikel und aktualisierte die Zahlen von 2003 (2). Der Autor vermied es jedoch auf Grundlage seiner Formel Vorhersagen für die Zukunft zu treffen. Mit der prognostizierten Goldförderung aus der folgenden Abbildung erscheint es jedoch möglich, sinnvoll und interessant, zu berechnen, wohin der Goldpreis aufgrund dieser Preistheorie gehen könnte.

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Abb. 1: Goldförderung 1980 - 2005, sowie möglicher, prognostizierter zukünftiger Verlauf der Kurve.
Die Restmenge des weltweit förderbaren Goldes würde demnach integriert noch rund 50.000 Tonnen betragen
und Mitte der 2030er-Jahre zur Neige gehen. (Anmerkung: Diese Kurve wurde weiter oben im Buchtext von
"Generation Gold" erörtert und hergeleitet)


Die Formel von van Eeden ist im Grunde sehr simpel. Sie geht davon aus, daß alles Gold, das jemals gefördert wurde, auch heute noch in irgendeiner Form vorhanden ist. Dies trifft zwar nicht ganz zu, da in der Industrie teilweise auch Gold unwiderbringlich verbraucht wird, stellt jedoch eine gute und konservative Näherung dar. Die jährliche Neuproduktion von Gold stellt demnach eine Inflation (Aufblähung) der bestehenden Goldbestände dar, Zitat:

"Der Betrag des jährlich geförderten Goldes ist nichts anderes als die Inflation der bisherigen Goldbestände." (1)

Demzufolge verringert also die gesteigerte Goldmenge deren Wert pro Mengeneinheit. Weiterhin geht der Autor von einer fixen Kaufkraft des Goldes aus. D.h. eine Geldmengenausweitung des Dollars (dessen Inflation bzw. Kaufkraftverringerung) bewirkt ein Steigen des Goldpreises. Der Goldpreis steigt also mit steigender Geldmenge und sinkt mit steigender Goldmenge. Mathematisch sieht die Formel wie folgt aus:

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wobei Au(t) der Goldpreis zum Zeitpunkt t, M3 die Geldmenge des US-Dollar und GP die kumulierte, historische Goldproduktion darstellt, jeweils zum Zeitpunkt t. Unter den anzunehmenden Voraussetzungen, daß sowohl die Geldmenge, als auch die Goldmenge steigt, wird der erste Geld-Term stets größer als 1, der zweite Gold-Term stets kleiner als 1. Kommt die Goldproduktion zum Erliegen, d.h. wird den bestehenden Beständen kein neues Gold mehr hinzugeführt, wird der 2. Term gleich eins, d.h. er wirkt sich nicht mehr auf den theoretischen Goldpreis aus. Geht man von einer bis heute kumulierten Goldförderung von 130.000 Tonnen (4.57), sowie davon aus, daß der Goldpreis im Jahr 1947 den wahren inneren Wert von 35 Dollar besaß (1), so berechnet sich der theoretische Goldpreis bis heute folgendermaßen:

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Abb. 2: Theoretischer Goldpreis nach van Eeden (schwarze Kurve)
sowie tatsächliche Goldpreise (graue Kurve, jährliche Mittelwerte, Quelle: www.kitco.com)


Der Autor Paul van Eeden kommt in seiner Publikation [4.55] auf niedrigere Werte für den theoretischen Goldpreis, was wohl daran liegt, daß die historische Goldförderung niedriger als 130.000 Tonnen angesetzt wurde. Da die Statistik der Dollar Geldmenge M3 nur bis 1959 zurückreicht (3), wurden die Werte für 1946 bis 1958 polynomisch in die Vergangenheit extrapoliert.

Man erkennt in Abbildung 2, daß Gold im Jahr 1971, nachdem der Preis freigegeben worden war, ungefähr um das 3-fache zu niedrig bewertet war und folgerichtig in den Jahren bis 1975 fast bis zum theoretischen Wert von 200 Dollar aufschließen konnte. In der Hysterie Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre schoss das Gold über seinen theoretischen Wert hinaus und kam daher im Preis wieder zurück. In den 80er und 90er Jahren öffnete sich durch die Marktmanipulationen der Geschäfts- und Zentralbanken die Schere zwischen theoretischem und realen Goldpreis immer weiter, verstärkt seit 1996, sodaß zum Beginn des neuen Jahrtausends der Druck des Marktes wohl so groß geworden war, daß der reale Goldpreis wieder zu steigen beginnen mußte. Der aktuelle theoretische Goldpreis liegt für Ende 2005 bei ca. 1.000 Dollar je Unze, d.h. 100% über dem derzeitigen Marktniveau.

Interessant wird es nun, wenn man diese Werte in die Zukunft extrapoliert, d.h. die Zahlenreihen sozusagen aufgrund ihres bisherigen mathematischen Verlaufes in die Zukunft verlängert. Zum einen können hierfür die zukünftigen Goldförderdaten verwendet werden, die in Abbildung 1 hergeleitet wurden. Für das Wachstum der M3-Geldmenge des Dollars bieten sich die zwei bereits genannten Szenarien (lineares und exponentielles Wachstum) an.

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Abb. 3: M3-Geldmenge US-Dollar 1959-2005, sowie dessen möglicher zukünftiger Verlauf: (1) linear, (2) exponentiell


Das Ergebnis unter diesen Annahmen sieht wie folgt aus:

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Abb. 4: Zukünftiger theoretischer Goldpreis für die Szenarien 1 (lineares M3-Wachstum)
und Szenario 2 (exponentielles M3-Wachstum). Logarithmische Darstellung.


Nimmt man einen exponentiellen Verlauf des M3-Geldmengenwachstums an, so steigt auch der theoretische Goldpreis exponentiell an (durch die logarithmische Darstellung in Abbildung 4 eine Gerade), sodaß man für das Jahr 2040 auf einen theoretischen Goldpreis von rund 10.000 Dollar pro Unze kommt. Unter Annahme eines linearen M3-Wachstums liegt der theoretische Goldpreis zwischen 2000 und 2100 Dollar je Unze.

Bei diesen hohen Zahlen kommt wohl bei dem ein oder anderen nun ein Glitzern in die Augen. Deswegen hierzu noch einige Anmerkungen.

Wir müssen uns davon gedanklich lösen, diese Zahlen mit der heutigen noch verbliebenen Restkaufkraft des Dollars in Übereinstimmung bringen zu wollen. Der Dollar im Jahr 2040, wenn er dann noch existieren sollte, wird weitaus weniger Kaufkraft besitzen als der heutige Dollar. Zuwächse an Kaufkraft entstehen nur dadurch und dann, wenn in Krisenzeiten mehr Menschen Gold (und Silber) nachfragen, als der Markt anbieten kann. D.h. die Menschen messen dann den Edelmetallen mehr Wert bei und werden bereit sein, im Austausch dafür mehr Waren herzugeben.

Der Kern dieses theoretischen Preismodelles bleibt jedoch der, daß Gold heute beim Preis von rund 500 Dollar immer noch um ca. 100% unterbewertet ist. Machen sie sich diesen Umstand zu Nutze und freuen sie sich, daß die Zentralbanker rund um diesen Globus diese Chance mit ihren Preismanipulationen überhaupt erst geschaffen haben.


In eigener Sache: Das Inhaltsverzeichnis, Rezensionen und Bestellmöglichkeit für das Buch "Generation Gold" finden Sie auf der Startseite von www.goldsilber.org unten. Desweiteren findet am 12.5. unser nächster "Stammtisch" in Gerstetten (bei Ulm) statt. Referent ist Herr Dr. Schatz vom SafePort Gold & Silver Fund. (Titel: "Wirtschaftlicher Umbruch: Ursachen und Konsequenz"). Unsere Einkaufsgemeinschaft bietet ab sofort den physischen Bezug von Barren und Münzen per Online-Shop an. Zudem wurde die Struktur unserer Einkaufsgemeinschaft optimiert. (Aufteilungsverhältnis Gold/Silber, Lagerung außerhalb EU, Prüfungsausschusses aus Mitgliedern, RA Prof. Dr. Klaus Sakowski wurde in die Geschäftsführung neu bestellt)


© Jürgen Müller
www.goldsilber.org
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Quellenverzeichnis:
(1) www.paulvaneeden.com/Library/200304%20Gold.php
(2) http://www.paulvaneeden.com/displayArticle.php?articleId=130
(3) http://www.federalreserve.gov/releases/h6/hist/h6hist1.txt




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