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Der Teufelskreis der Fiatwährungen

24.11.2015  |  Rudy Fritsch
In meinem letzten Artikel, "Trinity of Truth", hatte ich gezeigt, dass es in unserem aktuellen Finanzsystem nicht möglich ist, einfach "Geld zu drucken." Neue (Fiat)-Währung kann nur durch die Aufnahme neuer Schulden entstehen. Das führt zu der Schlussfolgerung, dass es innerhalb dieses Systems unmöglich ist, Schulden mit Hilfe von Inflation "wegzudrucken", denn jede neue ausgegebene Währungseinheit muss durch eine entsprechende Schuldverschreibung ausbalanciert werden. Andernfalls würde die Bilanz der Zentralbanken nicht aufgehen.

Die Zentralbanken erschaffen tatsächlich neues Geld "aus dem Nichts" - aber nur bei Vorhandensein eines ausgleichenden Vermögenswertes. Normalerweise handelt es sich bei diesem Asset um eine Staatsanleihe: Die Staatskasse nimmt einen Kredit auf und die Zentralbank druckt Noten im gleichen Umfang. Wenn die Zentralbank so etwas tut, nennt man das Monetarisierung, in jedem anderen Fall heißt es Scheckreiterei und ist strafbar. Die Staatsschulden und die Geldmenge steigen folglich Hand in Hand.

Einige Leute schlagen vor, man solle das System doch so abändern, dass die Regierung einfach neue Währung drucken kann, ohne Schulden aufnehmen zu müssen und ohne die Zentralbanken in den Prozess zu involvieren. Auf den ersten Blick scheint das eine gute Idee zu sein. Warum sollte man nicht den Mittelsmann umgehen? Warum sollte man bei der Schaffung "dringend benötigter" neuer Währung gleichzeitig auch Schulden machen? Dafür gibt es drei Gründe - und die "ganze Wahrheit" spielt wie immer eine Rolle.

Zum Ersten zeigt die Geschichte eindeutig, dass das Drucken von Geld ohne die Aufnahme von Krediten wieder und wieder versucht wurde - und jedes Mal unweigerlich katastrophale Folgen verursachte. Die Währung des alten chinesischen Kaiserreichs beruhte auf einem Silberstandard. Eines Tages ging dem Kaiser und seiner Regierung das Kapital aus, wie allen Regierungen dieser Erde irgendwann. Also beschloss man, Papiergutscheine auszugeben und verfügte, dass diese Scheine Geld sind, das genauso gut ist wie Silber. Der Kaiser hatte die Macht, diese Politik durchzusetzen - mit dem Schwert.

Die Papierscheine überschwemmten schon bald ganz China. Sie verloren an Wert, kaum dass sie herausgegeben wurden. Die Besitzer der Scheine verarmten und die Armut im Land führte zu einer blutigen Revolution, die die Dynastie des Kaisers stürzte. Das passierte so oft, dass die Chinesen schließlich Gesetze erließen, die das Drucken von Papierwährungen verboten. Dennoch gab es immer wieder Dynastien, die es trotzdem versuchten und ungedecktes "Geld" druckten - und schließlich untergingen.

Als Marco Polo von seiner weltbekannten Reise zurückkehrte, brachte er Geschenke aus China mit, darunter auch Papiergeld. Die Könige der westlichen Welt und der Papst waren so schockiert von der Idee, dass man Papier als Zahlungsmittel verwenden kann, dass sie glaubten, es müsse das Werk des Teufels sein. Sie verbrannten das Papier. Und trotzdem setzte sich das Konzept einige hundert Jahre später in der westlichen Hemisphäre durch, wenn auch in anderer Form.

Im Europa des Mittelalters gab es, anders als in China, keinen Kaiser mit der Macht, die Verwendung von Papiergeld durchzusetzen - es existierten einfach zu viele kleine Fürstentümer und Königreiche, die jeweils ihren eigenen insolventen und gierigen Monarchen an der Spitze hatten. Die Macht lag in den Händen derer, die das Geld besaßen und die wir heute "Bankster" nennen würden. Wenn die europäischen Könige und Adelshäuser Geld brauchten, hatten sie keine andere Wahl, als es von diesen Kreditgebern zu leihen.

Natürlich waren immer Bedingungen daran geknüpft. Abgesehen von den üblichen Zinsen forderten die Bankiers eines Tages ein Monopol...auf die Herstellung und Ausgabe von Papiergeld. "Erlaube mir das Geld einer Nation herauszugeben und zu kontrollieren, dann ist es mir egal wer die Gesetze macht," würde der Bankster sagen.

Wir müssen nicht einmal bis zum Kaiserreich Chinas zurückgehen, um die Geschichte des Gelddruckens ohne die gleichzeitige Aufnahme von Schulden zu betrachten. Wir können die Resultate dieser Strategie auch in der Arbeit des Bankiers John Law für Ludwig XIV sehen. Der französische König war bankrott, genau wie die französische Wirtschaft. Law überredete den König, "Geld" in Form von Papier-Assignaten zu drucken, die durch den Wert der konfiszierten kirchlichen Ländereien "gedeckt" seien.

Das führte schon bald dazu, dass John Law als Frau verkleidet aus Paris flüchten musste und schließlich auch zur Französischen Revolution. Eine der ersten Amtshandlungen von Napoleon Bonaparte als Kaiser war es, Gold in Frankreich wieder als Geld einzuführen. Für eine Weile wurde Napoleon als Held angesehen, zumindest in Frankreich.

Ein anderes Beispiel für die Schöpfung von ungedecktem Papiergeld findet sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Land durch den Vertrag von Versailles und die enormen Reparationszahlungen wirtschaftlich gelähmt. Die Reparationen mussten in echtem Geld, also Gold, gezahlt werden. Die Bankster waren dagegen bereit, Deutschland zu harten Konditionen Fiatwährung zu leihen. Hitler entschied sich dazu, keine Kredite mehr aufzunehmen, und dennoch einfach mehr Geld zu drucken.

Er wählte sozusagen den chinesischen Weg. Zuerst war diese Taktik auch sehr erfolgreich: Die Geld- und Kreditknappheit nahm ab und Deutschland erlebte einen erstaunlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Hitler galt vielen ebenfalls eine Zeit lang als Held, zumindest in Deutschland.

Die Bankiers waren davon gar nicht angetan. Die internationale Bankenwelt, Rothschild und Co., erklärte Deutschland am 24. März 1933 praktisch den Krieg (siehe Ausgabe der New York Times von diesem Tag). Die militärische Auseinandersetzung begann erst später, aber das war die Kriegserklärung der Bankster. Wer sich ihnen widersetzt, wird den Preis bezahlen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Eine Nation oder eine Regierung, die es wagt, sich dem Petro-Dollar zu widersetzen, muss mit militärischen Konsequenzen rechnen - das nennt sich dann "Regimewechsel".

Heute gibt es zwei große Staaten, die dem internationalen Bankenwesen trotzen: China und Russland. China hat riesige Schulden, aber es verwendet die Kredite sinnvoll in der Industrie und für Infrastrukturprojekte, um echte Wirtschaftsstärke zu erzeugen. Die chinesischen Schulden bestehen größtenteils aus US-Staatsanleihen und werden derzeit rasch abgebaut. In der Zwischenzeit dienen sie dazu, Uncle Sam aus der chinesischen Politik herauszuhalten.

Sollten die USA sich zu sehr einmischen, bliebe der chinesischen Regierung immer die Möglichkeit, ihre US-Treasuries zu verkaufen und den US-Dollar dadurch mit einem Schlag zu zerstören, statt seiner schrittweisen Selbstzerstörung beizuwohnen. Zudem kaufen die Chinesen große Mengen an Gold, und zwar sowohl die Zentralbank als auch die Bevölkerung. Betrügerische Bankster werden in China hingerichtet. Dort herrschen die Machthaber über die Währung.

Russland hat nur geringe internationale Schulden und kauft ebenfalls kontinuierlich Gold. Washington sehnt sich verzweifelt nach einem Regimewechsel in Moskau, aber der gewiefte derzeitige Präsident Putin erfreut sich großer Beliebtheit im Land. Die Pläne der USA scheinen keine Aussicht auf Erfolg zu haben. Sie führen stattdessen nur dazu, dass Russland und China, sowie die restlichen BRICS-Staaten, näher zusammenrücken. Washington zerstört sich langsam selbst, genau wie der Dollar.


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