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Interview mit Andrew Hoffman: Das Fiat-System wird crashen - Gold bietet Schutz

02.12.2015
Anthony Wile: Wie haben uns die früheren Interviews mit Ihnen noch einmal angesehen und würden heute gern die Gelegenheit nutzen, Sie um ein Update zu einigen Ihrer Kommentare zu bitten. Beginnen wir mit "großen Zusammenhängen." Wo sehen Sie Gold im nächsten Jahr im Vergleich zum US-Dollar? Wird der Dollar gegenüber Gold fallen ... oder steigen?

Andy Hoffman: Ich bin schon seit Langem der Ansicht - basierend auf empirischen Beweisen - dass der Dollarkurs nicht nur keine Korrelation zum Goldkurs aufweist, sondern dass es auch logisch gesehen gar keine Verbindung zwischen den beiden Kursen gibt. Vor zwei Jahren habe ich gesagt, dass der Dollarindex stark steigen wird, wenn die Weltwirtschaft kollabiert. Genau das ist auch geschehen.

Der Grund dafür ist jedoch ganz sicher nicht die politische oder wirtschaftliche Stärke der USA in der letzten Zeit. Ganz im Gegenteil: Die US-Wirtschaft war schon seit der Großen Depression nicht mehr so schwach wie heute. Der Dollar stieg aber trotzdem, weil er aufgrund seiner derzeitigen Rolle als globale Reservewährung nach wie vor eine sehr hohe Liquidität aufweist (auch wenn ihm dieser Status zunehmend streitig gemacht wird).

Die meisten anderen Währungen der Welt notieren dagegen in der Nähe ihres vorherigen Rekordtiefs oder noch darunter. Wenn es angesichts des historischen Schuldenniveaus zu umfassenden Zahlungsausfällen kommt, wird sich die Situation nur weiter verschlechtern. Und so lange der Dollar steigt, werden die Schulden weiter exponentiell zunehmen und ihre Rückzahlung wird immer schwerer. Nicht, dass es aktuell überhaupt noch möglich wäre, sie zurückzuzahlen. Doch eine weitere Erhöhung wird dazu führen, dass die letztliche Implosion des globalen Fiatwährungssystems etwas schneller näherrückt.

Was den Goldkurs betrifft, hat er seinen Boden praktisch in allen Währungen bereits gebildet. In vielen Währungen wird Gold derzeit zu Rekordpreisen gehandelt (oder zumindest fast), ungeachtet der Manipulation der Papierpreise in New York und London. Anders gesagt erleben mehr als sechs Milliarden Menschen gerade eine Gold-Hausse, und der einzige Grund dafür, dass der Rest davon ausgeschlossen bleibt, ist die massive Unterdrückung des Goldpreises durch die US-Regierung, die ich in den letzten 14 Jahren unermüdlich, ausführlich und detailliert diskutiert habe.

Glücklicherweise sind die neusten Versuche der westlichen Regierungen, die "Naturgesetze der Wirtschaft" außer Kraft zu setzen, zum kläglichen Scheitern verurteilt. Die Lage der Weltwirtschaft ist zur Zeit zweifellos schlechter als je zuvor in unserem Leben (egal, wie alt Sie sind), doch so lange der Schuldenberg in Höhe von vielen Billionen Dollar und mit ihm das gesamte zugrundeliegende Fiatwährungssystem nicht einstürzen, besteht keine Aussicht auf Verbesserung.

Im Gegenzug erreicht die globale Nachfrage nach physischem Gold und Silber absolute Rekordwerte, während die überirdischen Bestände in den Lagerhäusern so niedrig sind, wie nie zuvor und die Bergbauindustrie nach 15 Jahren der nach unten manipulierten Preise am Rande des Kollaps steht. Kurz gesagt können wir uns auf einen gewaltigen Sturm gefasst machen, was das Verhältnis von Angebt und Nachfrage betrifft. Die enormen Lieferengpässe für physisches Silber, die wir vor nur zwei Monaten erlebten, waren erst der Anfang. All dies kommt zu einer Zeit, in der die Zentralbanken weltweit kurz davor sind, die in Umlauf befindlichen Geldmengen bis zur Hyperinflation zu erhöhen.

Was also Ihre Frage bezüglich der Kursentwicklung im nächsten Jahr betrifft: Ich habe keine Ahnung, ob das Kartell innerhalb der nächsten 12 Monate zu Fall gebracht werden kann, aber ich versichere Ihnen, dass es nicht mehr lange dauert. Wenn es soweit ist - und nach allem, was ich bis bisher geschrieben habe, kann das durchaus 2016 der Fall sein - sollten Sie ihre Reserven besser beisammen haben, denn wahrscheinlich werden Sie keine weitere Chance zum Kauf von Edelmetallen bekommen, schon gar nicht zu Preisen, die mit dem heutigen, vollkommen unwirtschaftlichem Niveau vergleichbar sind.


Anthony Wile: Wir haben gerade gelesen, dass London einen elektronischen Marktplatz für den Goldmarkt einrichten möchte, um die Preisbildung transparenter zu gestalten. Möchten Sie das kommentieren?

Andy Hoffman: Ehrlich gesagt wurde der Tatort der LBMA oder London Bullion Metals Association so oft verändert, dass ich gar nicht mehr hinterherkomme. Das Gold-Fixing wurde durch ein neues Verfahren ersetzt, die Deutsche Bank wurde aufgrund von Manipulationsvorwürfen vom Preisbildungsmechanismus ausgeschlossen und die UBS musste eine Strafe für Manipulationen am Londoner Goldmarkt zahlen - obwohl sie ihre Schuld nie eingestand.

Im Laufe all der Veränderungen wurden die Manipulationen höchstens noch stärker. Glauben Sie mir, nichts was von offizieller Seite unternommen wird, wird daran etwas ändern. Von entscheidender Bedeutung ist nur, dass das physische Gold die Verbrecherhöhlen der Papiermärkte in beeindruckender Geschwindigkeit verlässt, wie beispielsweise die Rekordexporte Großbritanniens in die Schweiz belegen, von wo aus das Gold weiter nach China geliefert wird.


Anthony Wile: Wir haben den Eindruck, dass sich das Geschehen immer stärker auf Indien und China konzentriert und die Menschen in Bezug auf mögliche Goldmanipulationen im Westen immer argwöhnischer werden. Was denken Sie darüber?

Andy Hoffman: Ich hatte diese Frage noch gar nicht gelesen, als ich die vorherige beantwortet habe. Aber ja, auf jeden Fall - die ganze Welt bemerkt langsam aber sicher, wie knapp das globale Goldangebot ist und wie stark und kontinuierlich die Nachfrage nach physischem Gold ist. Und dieses Bewusstsein wächst Tag für Tag, während die Währungen verschiedener Staaten implodieren, meist aufgrund der selbstmörderischen Währungspolitik der jeweiligen Regierungen und Zentralbanken.

Die ganze Welt kann zudem die immer gleichen Mechanismen zur Manipulation der Preise tagtäglich beobachten. Die Beeinflussungen gehen fast immer vom Westen aus, dessen Anteil am physischen Goldmarkt weniger als 25% beträgt. Meiner Ansicht nach wird es nicht mehr lange dauern, bis die explodierende physische Nachfrage, die fraglos vor allem von China und Indien ausgehen wird, so stark zunimmt, dass die Papiermärkte es nicht mehr schaffen, die Preise nach unten zu drücken.


Anthony Wile: Russland und die Vereinigten Staaten steuern im Nahen Osten auf eine Konfrontation zu und doch bewegt sich der Goldkurs kaum. Es scheint, als könne heutzutage nichts einen Anstieg des Goldpreises gegenüber dem US-Dollar bewirken.

Andy Hoffman: Das ist richtig. Frankreich musste gerade die schlimmsten Terroranschläge in der westlichen Welt seit dem 11. September erleben. Daraufhin erfolgte der typische, sprunghafte Anstieg des Goldpreises, der aber gedeckelt und in einer anschließenden Attacke wieder nach unten gedrückt wurde. Es ist allerdings nichts Neues, dass das Kartell den Preis gerade während solcher geopolitischer Krisen besonders wachsam kontrolliert; das begann schon am 11. September selbst. Im Allgemeinen war das Kartell zwischen 2000 und 2010 sehr aktiv, hätte den "Goldpreiskrieg" 2011 aber fast verloren, als die Gold- und Silberpreise explodierten. An diesem Punkt gingen sie hinsichtlich der Preismanipulationen "All-in" und starteten ihre Angriffe Tag um Tag.

In den letzten beiden Monaten hat sich der Wahnsinn noch weiter zugespitzt. Doch das wird den Zusammenbruch des Kartells selbst nur umso schneller herbeiführen, wenn die physische Nachfrage explodiert, während die Bergbauindustrie kollabiert. Überrascht es irgendjemanden, dass die Manipulationen zunehmen, während sich die Währungen weltweit im freien Fall befinden und die Zentralbanken die Geldmengenausweitungen exponentiell steigern? Natürlich nicht - die Ratten sitzen in der Falle und versuchen noch, den Umbruch so lange wie möglich hinauszuzögern.



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