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JPMorgan und die Manipulation des Silberpreises - Eine beispiellose Situation

16.12.2015  |  Theodore Butler
Heute werde ich über eine vollkommen beispiellose Situation sprechen, die sich im Laufe der letzten sieben Jahre entwickelt hat. Ich definiere "beispiellos" als etwas, das noch nie zuvor getan oder bekannt wurde. Die hier dargelegten beispiellosen Umstände betreffen die sieben Jahre, in denen ich den Bankengiganten JPMorgan Chase nachweislich wieder und wieder der illegalen Preismanipulation am Silbermarkt angeklagt habe.

Soweit ich weiß, kam es noch nie vor, dass gegen eine Finanzinstitution öffentliche Anschuldigungen vorgebracht wurden, denen zufolge die Institution in ernste kriminelle Aktivitäten verwickelt ist, ohne dass diese Anschuldigungen angefochten oder bestritten wurden. Niemand würde es wagen, eine Großbank als Betrügerverein zu bezeichnen und dann erwarten, dass sie auch noch die andere Wange hinhält.

JPMorgan hat jedoch Stillschweigen bewahrt angesichts der Aussagen, die in den Augen anderer als rufschädigend eingestuft würden. Es ist eine Sache, eine Regierungsbehörde oder den Kongress als einen Haufen Gauner zu bezeichnen - das ist sogar weit verbreitete Praxis. Eine börsennotierte Bank betrügerisch zu nennen ist jedoch etwas ganz anderes. Die Regierung zeigt Kritikern einfach die kalte Schulter, doch wenn Sie eine Bank des Betrugs bezichtigen, müssen Sie damit rechnen, dass man Ihnen das Herz herausreißt. Und genau darin besteht das Rätsel.

Warum sollte JPMorgan es zulassen, dass Anschuldigungen über ernstzunehmendes Fehlverhalten unwidersprochen bleiben? Es kann nicht daran liegen, dass die Vorwürfe nicht bedeutend genug sind, denn Preismanipulationen sind das schwerwiegendste Verbrechen, das an einem Markt begangen werden kann - sie schaden allen Beteiligten, einschließlich dem Markt selbst. Es auch nicht daran liegen, dass die Beschuldigungen nicht spezifisch genug sind, denn ich dokumentiere seit sieben Jahren zweimal wöchentlich, was die Bank am Silbermarkt tut, bis hin zur Zahl der Silber-Short-Positionen die JPMorgen Woche für Woche an der COMEX hält.

Der Grund für das Schweigen kann auch nicht darin bestehen, dass ich mich auf falsche Daten beziehe, denn ich verwende ausschließlich die Statistiken der Börsen und Regierungsbehörden. Es kann auch nicht daran liegen, dass meine Methode zur Analyse der Marktstruktur falsch ist, denn sie wurde mittlerweile öfter kopiert als jeder andere Ansatz. Was zur Hölle hindert JPMorgan also daran abzustreiten, dass die Bank ein Verein von Betrügern ist, wie ich regelmäßig behaupte?

Ein anderer Grund könnte sein, dass man sich meiner Anschuldigungen überhaupt nicht bewusst war. Allerdings habe ich nicht nur zahlreiche öffentliche Artikel verfasst, in denen ich JPMorgan anklage, sondern der Bank auch alle Artikel geschickt, in denen ich sie erwähne. Insgesamt kamen dabei viele Hundert (mehr als 700) privater Beiträge zusammen, in denen die Beschuldigungen enthalten sind.

Es begann 2008, als die Korrespondenz zwischen der US-amerikanischen Regulierungsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) mit den Gesetzgebern bestätigte, dass JPMorgan die umfassenden Short-Positionen in Gold und Silber an der COMEX von Bear Sterns übernommen hatte und sie verwendete, um weiterhin die Preise zu manipulieren.

Ich rief damals im Büro des Vorstandsvorsitzenden von JPMorgan an und erkundigte mich nach zwei E-Mail-Adressen, die ich auch tatsächlich erhielt, damit ich meine Anschuldigungen direkt an den CEO Jamie Dimon und den Vorstand leiten konnte. Genau das habe ich seitdem getan; ich habe hunderte von Artikeln an diese beiden Empfänger geschickt. Bislang - und das muss man der Bank vielleicht zu Gute halten - kam nicht ein einziger davon als "nicht zustellbar" zurück. Ich kann natürlich nicht sicher sein, ob irgendjemand in dieser Bank in den letzten sieben Jahren überhaupt jemals einen der Artikel gelesen hat, aber ich kann bezeugen, dass sie versendet wurden und angekommen sind.

Vor einigen Jahren schrieb ich jedes einzelne Vorstandsmitglied auf dem traditionellen Postweg an und erläuterte die spezifischen Anschuldigungen hinsichtlich der Preismanipulationen durch die Bank und begann, ihnen meine Artikel auch per Mail zu schicken. Die beiden E-Mail-Adressen, die mir die Bank vor sieben Jahren gegeben hatte, empfangen meine Artikel bis zum heutigen Tag, aber die Nachrichten, die ich an die Vorstandsmitglieder schickte, wurden rasch blockiert, also hörte ich auf, ihnen meine Artikel zu senden.

Ich fand es interessant, dass der damalige Leiter der Rechtsabteilung, Stephen Cutler, dem Vorbild des Vorstandes folgte und meine E-Mails ebenfalls blockierte. Ich hatte immer angenommen, dass der oberste Anwalt der Bank und der Vorstand vielleicht etwas dagegen einzuwenden hätten, wenn ich sie als Betrüger bezeichne und verlangen würden, dass ich damit aufhöre. Dazu kam es allerdings nie - meiner Ansicht nach ein absolutes Novum.

Die Unkenntnis meines Anliegens kann also als Grund für das Stillschweigen der Bank ausgeschlossen werden. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass ich in ihren Augen nicht qualifiziert bin, solch schwerwiegende Beschuldigungen vorzubringen. Dass die Bank sich nicht dazu herablassen würde, auf die Anklage überhaupt in irgendeiner Form zu reagieren, weil ich keine Körperschaft oder Institution bin. Die Wahrheit ist, dass ich auf dem Rücken des gewaltigen Elefanten JPMorgan nicht einmal ein Floh bin.

Es wäre für die Bank ein Leichtes, mich durch legale Einschüchterungsversuche zum Schweigen zu bringen. Wer ich bin, sollte in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung sein. Auf die spezifischen Anschuldigungen sollte es ankommen, und darauf, ob sie nach bestem Wissen und Gewissen vorgebracht wurden.




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