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Was wird 2016 zusammenbrechen - China oder Europa?

26.12.2015  |  Chris Vermeulen
Wird das chinesische Wirtschaftswachstum 2016 weiter schrumpfen?

China erfreute sich fast drei Jahrzehnte lang eines durchschnittlichen jährlichen Wachstums von knapp 11%, doch seit fünf Jahren sinkt dieser Wert. Der industrielle Boom, der einen so integralen Bestandteil der neueren chinesischen Geschichte ausmachte, kommt zum Erliegen. Das beispiellose Wachstum, das Jahr für Jahr für steigenden Wohlstand sorgte, implodiert. Die hohe Verschuldung, die ausufernden Investitionen der chinesischen Mittelklasse in Aktien und Immobilien, der feste Wechselkurs, das Schrumpfen der Bevölkerung und die katastrophale Umweltverschmutzung: Alles deutet darauf hin, dass sich ein wirtschaftlicher Zusammenbruch anbahnt.

Werfen Sie einen Blick auf die Wachstumsrate des chinesischen Bruttoinlandsproduktes der letzten zehn Jahre im folgenden Chart. Vergessen Sie außerdem nicht, dass China seine Währung, den Yuan, immer wieder abwertet - das ist kein Zeichen von Stärke. Ich schätze, die missliche Wirtschaftslage und die düsteren Aussichten sind die Hauptgründe für die enormen physischen Goldreserven, die China vorhält und kontinuierlich weiter aufstockt.

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Realitätscheck

Nach Angaben der Webseite NationalDebtClocks.org hatte China am 1. Dezember 2015 Schulden in Höhe von mehr als 5,3 Billionen Dollar und mit jeder Sekunde, die vergeht, kommen mehr als 5.500 Dollar an Zinsen hinzu. Derzeit hat jeder Chinese im Schnitt 4.000 Dollar Schulden. Im August 2015 fiel der PMI, der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie, auf ein 2-Jahrestief und schockierte damit die ganze Welt, während in den USA, in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum die Kapitalmärkte crashten.

Zudem zeigte eine Studie des CNBC unter den Geschäftsführern chinesischer Unternehmen aus dem Fertigungs- und Dienstleistungssektor, die an den Börsen von Shanghai und Shenzen gelistet sind, dass sich die Stimmung hinsichtlich der Geschäftslage in den Chefetagen deutlich verschlechtert hat.

Der chinesische Immobilienmarkt hat übrigens einen Anteil von 10% am BIP des Landes. Mit dem Kollaps der Aktienmärkte und der Entwertung des Yuan steigt auch das Risiko eines Crashs am Immobilienmarkt.

Anders als in Europa und Japan wird die chinesische Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter im kommenden Jahr schrumpfen. Die Zahl älterer Menschen, die nicht mehr produktiv zur Wirtschaftsleistung beitragen können und von der arbeitenden Bevölkerung unterstützt werden müssen, wird zunehmen. Infolgedessen hat China seine Ein-Kind-Politik, mit der insgesamt rund 400 Mio. Geburten verhindert wurden, nach 35 Jahren beendet, um die Bevölkerungsabnahme zu stoppen und den Trend umzukehren.

Das wird einen leicht positiv Effekt haben, doch angesichts der oben diskutierten Faktoren wird es in China 2016 dennoch zu einem Konjunkturrückgang kommen. Es ist sehr gut möglich, dass dies auch auf globaler Ebene einen wirtschaftlichen Abschwung auslöst. Die aktuelle Flaute in der produzierenden Industrie Chinas ist die direkte Folge der verminderten Nachfrage in den Ländern, in die China seine Waren hauptsächlich exportiert, d. h. die USA und die Staaten Europas. Da sich die Situation in diesen Ländern weiter verschlechtert, wird auch die chinesische Produktionstätigkeit weiter abnehmen.

Die größte Herausforderung der nächsten Jahre wird für die chinesischen Entscheidungsträger jedoch in der Abkehr von ihrem schuldenbasierten Währungssystem bestehen, wenn sie eine ähnliche Entwicklung wie in den Vereinigten Staaten vermeiden wollen. Billiges Geld und die quantitativen Lockerungen, die die Märkte mit Liquidität überschwemmten, haben sich als nutzlos erwiesen. Sobald dieser Zyklus endet, wird China nur mit noch höheren Schuldenbergen und einem noch größeren wirtschaftlichen Chaos zu kämpfen haben!


Wird die Eurozone 2016 zerfallen?

Seit 2009 leidet die Eurozone unter einer fortwährenden Krise, die sich in Form von steigenden Staatsschulden, fehlender Liquidität im Bankenwesen, geringeren Wachstumsraten und dem Verlust der Wettbewerbsvorteile bemerkbar macht. Zu den Ländern, die von der Misere am stärksten betroffen sind, zählen bisher Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. All diese Staaten haben schon mehrfach Rettungspakete von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten, doch Griechenland ist der instabilste und am stärksten gefährdete der Kreditnehmer.

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Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP Ende 2014. Quelle: Eurostat


Falls eines der Länder der Eurozone bankrott geht, wird es die Währungsunion aller Wahrscheinlichkeit nach verlassen, um seine Wirtschaft zu retten. Eine solche Entwicklung birgt eine hohe "Ansteckungsgefahr", sodass andere gefährdete Staaten diesem Beispiel möglicherweise bald folgen würden. Ein weiteres realistisches Szenario ist, dass Länder mit einer stärkeren Wirtschaftsbasis, beispielsweise Deutschland, aus dem Euro austreten, um die Verluste zu begrenzen, die sie aufgrund der Euro-basierten Devisenreserven hinnehmen mussten. Europa könnte also in einem absoluten Wirtschaftschaos versinken und den Rest der Welt mit sich reißen.




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