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Turbulenter Jahresauftakt für Finanzmärkte

11.01.2016  |  Martina Fischer
Turbulenter Jahresauftakt für Finanzmärkte

Ruf als sicherer Hafen lässt Gold wieder steigen

Wir hoffen, dass Sie persönlich gut und ruhig ins neue Jahr gestartet sind. Sorgen um die chinesische Wirtschaftsentwicklung bescherten den internationalen Finanzmärkten sofort einen turbulenten Jahresauftakt. Während dies in China gleich an zwei Tagen zu einem Handelsstopp an den Börsen führte, macht Gold seinem Ruf als "sicherer Hafen" alle Ehre: Das Metall legte im Wochenverlauf stetig zu und erreichte mit 1.112 S/oz am Freitag den höchsten Stand seit Anfang November.

In Euro gerechnet konnte der Goldpreis letzte Woche bis auf 32,8 €/g steigen und war damit so teuer wie seit Mitte November nicht mehr. Auf diesem Niveau einsetzende Gewinnmitnahmen setzten den Preis nur leicht unter Druck. Ungeachtet - oder gerade wegen - der steigenden Preise sind Anleger weiterhin auf der Käuferseite. Wir verzeichnen nach wie vor ein starkes Interesse an Goldbarren und auch die Gold-ETFs ziehen unverändert Käufer an. Alleine am Donnerstag verzeichneten die von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfassten ETFs Zuflüsse von ca. 257.000 Unzen.


Silber: Positiver Start ins Jahr

Zunächst schwächer als Gold aber mit guten Aussichten

Silber beginnt das Jahr mit leichten Gewinnen von 1,4% und etabliert sich auf Schlusskursbasis wieder über der psychologisch wichtigen Marke von 14 $/oz. Es konnte gleichzeitig jedoch nicht so stark vom "Safe Haven Demand" profitieren wie Gold, da insbesondere die sich abzeichnende konjunkturelle Abschwächung in China auf dem Metall lastete. Silber verbilligte sich gegenüber Gold um 2% mit einem Gold-Silber Ratio von 78,7.

Wir erwarten aber, dass die robuste konjunkturelle Erholung in den USA, Silber in diesem Jahr helfen wird, sich stärker als Gold zu entwickeln. Bewegungen nach oben begrenzt zunächst der Widerstand bei 14,40 $/oz, welcher sich seit Mitte Dezember etabliert hat. Auch im neuen Jahr wurden die ETF Bestände wieder um 3 Mio. Unzen reduziert.

Aus den Volkswirtschaften kommen unterschiedliche Nachrichten mit künftiger Wirkung auch auf das Silber: Während der Purchasing Managers Index (PMI) des verarbeitenden Gewerbes in China Anfang letzter Woche schlechter war als erwartet, überraschten die Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA deutlich positiv. Am Freitag präsentierte sich der Arbeitsmarkt in den USA sehr stark: Im Dezember wurden 292.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und die Arbeitslosenquote blieb dort im Wintermonat bei 5%. Niedrige Inflationszahlen aus dem Euroraum beflügeln Fantasien zu weiteren Maßnahmen der EZB.


Neues Jahr - neues Glück

Platin vorerst mit Rückenwind

Platin startet mit einer positiven Entwicklung: Der 50 tägige Gleitende Durchschnitt bei 881 konnte durchbrochen werden, das erste Mal seit November 2015. Das Ziel von 900 USD scheint in Sicht, aktuell bewegt sich das Handelsniveau zwischen 845 und 900 $/oz. Aufgrund von fehlender Nachfrage konnte sich das Platin jedoch "bisher" nicht in den oberen Regionen etablieren.

Unverändert geben das Öl und der sich damit entwickelnde Goldpreis die Richtung des Platins vor. In diesem Zusammenhang sollte auch die geopolitische Entwicklung zwischen Saudi Arabien und Iran im Auge behalten werden. Schwamm / Zürich-London handelt unverändert, die physische Nachfrage bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau.

Während der Automesse in Detroit bleibt das Thema VW in den Schlagzeilen. Nun verklagen die USA den Konzern auf Milliarden. Der Emissionsskandal bleibt also weiterhin von Interesse für die Entwicklung des Platinpreises, jedoch sind die Auswirkungen bisher unklar.

In der Südafrikanischen Minenindustrie steht 2016 eine Vielzahl von Maßnahmen zur Existenzsicherung an, von deren Erfolg viel abhängt. Von Bedeutung für deren Situation ist auch der Wechselkurs ZAR/USD, der aktuell schwächelt und die Kosten im Inland verringert. Die starke wirtschaftliche Verflechtung Südafrikas mit China bekommt vor den aktuell schlechten Nachrichten von dort mehr Gewicht.


Palladium in USD/oz auf 5-Jahres-Tief

Lebhafte Automobilnachfrage war offenbar eingepreist

Zum ersten Mal seit 5 Jahren ist Palladium wieder deutlich unter die 500 $/oz Marke gerutscht. Damals war der Tiefpreis im August 2010. In Euro ist es der niedrigste Preis seit 2012. Bereits im Vorjahr war Palladium schon der größte "Verlierer", was den Preisverfall absolut betrifft: Dem High bei 831 $/oz stand schließlich ein Low bei 520 $/oz entgegen. Charttechnisch hat der Widerstand bei 521 $/oz nicht gehalten und nachdem die Marke von 500 $/oz auch durchbrochen wurde, liegt die nächste Marke bei 479 $/oz.

In den USA feiert die Automobilbranche immer neue Erfolge: Mit den Dezember Zahlen wurde für 2015 mit 17,47 Mio. Fahrzeugen die Rekordmarke von 2000 übertroffen. Damals waren 17,41 Mio. Fahrzeuge verkauft worden. Die Treiber waren im letzten Jahr niedrige Ölpreise, billige Kredite und das moderate Wirtschaftswachstum. Für 2016 wird in den USA der vorläufige Höhepunkt des Automobil-Absatzes erwartet.

In China führte eine Steuersenkung für Automobile mit kleinem Hubraum ab 01. Oktober zu einer Sondernachfrage. Die Tatsache, dass alles dies den Preisverfall im Palladium auch nicht aufhalten konnte, liegt wohl daran, dass dieses Szenario bereits "eingepreist" war und Palladium demnach keine Unterstützung bieten konnte.


Rhodium mit guter Nachfrage, Ruthenium unverändert, Iridium umsatzstark

Investoren dominieren auch zum Jahresstart wieder, bzw. immer noch, den Rhodium Markt. Die industrielle Nachfrage auf den tiefen Preisen ist allerdings auch sehr gut und trotzdem ist der Preis um weitere 20 $ gefallen.

Für Ruthenium hat das Jahr genauso angefangen wie das alte Jahr aufgehört hat: Sehr ruhig und ohne nennenswerte Ereignisse. Der Preis des Edelmetalls ist dementsprechend fast unverändert.

Iridium ist nach wie vor sehr umsatzstark und das industrielle Interesse ist immer noch sehr groß. Aufgrund der etwas eingeschränkten Verfügbarkeit ist ein Preisrückgang eher unwahrscheinlich.


© Martina Fischer, Head of Marketing & Communications
Heraeus Metallhandelsgesellschaft mbH



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Alle im Bericht genannten Preise sind Geldkurse im Interbankenmarkt, die Charts basieren auf Thomson Reuters.






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