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Gold und der HUI: Was bedeuten die Kursgewinne?

13.01.2016  |  Dan Norcini
Es ging aufwärts für den HUI, doch angesichts der Tatsache, dass seit dem Beginn des neuen Jahres an den Märkten die Hölle los war, ist der mittelfristige Chart sicherlich nicht besonders beeindruckend.

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Der Index scheint tatsächlich bei knapp über 100 Punkten einen Boden gebildet zu haben, aber er muss den Widerstand bei 140 Punkten überwinden und dann in die Nähe seines 50-tägigen gleitenden Durchschnitts steigen, um den Chartanalysten einen Grund für echten Optimismus zu geben. So wie die Dinge derzeit stehen, ist der HUI nur von einem Boden abgeprallt und bewegt sich in Richtung Obergrenze einer Seitwärtsbewegung. Für einen bullischen Ausbruch nach oben müsste die 150-Punkte-Linie erreicht werden.

Wenn wir den langfristigen Monatschart betrachten, erkennen wir, dass der Kursschwung nach oben auf dem Niveau der Tiefs von 2002 erfolgte. Denken Sie darüber mal einen Moment nach - der Sektor ist auf ein 14-Jahrestief gefallen!

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Der Kollaps bzw. die Vernichtung dieses Marktsegments begann 2012 und zerstörte die Gewinne des letzten Jahrzehnts in weniger als vier Jahren! Ich habe das Gefühl, dass künftige Investoren es sich sehr genau überlegen werden, ob sie ihre Edelmetallinvestitionen im Bereich der Minengesellschaften tätigen. Vielleicht wird diese entsetzliche Kursentwicklung zur Folge haben, dass sich Investmentkapital auf der Suche nach Diversifikationsmöglichkeiten am Goldmarkt eher auf ETFs wie den GLD konzentriert. Wenn man schon in Papiergold investiert, dann muss man sich bei einem ETF zumindest keine Sorgen um ein möglicherweise unfähiges Unternehmensmanagement machen.

Ich habe das bereits früher geschrieben und ich werde es gern wiederholen: Es gibt keine Entschuldigung für Goldunternehmen, die ihre künftige Produktion nicht gegen einen Preisverfall abgesichert haben, als der Goldkurs zu Beginn des Jahres 2013 einbrach und der Bärenmarkt begann. Stellen Sie sich nur die gigantischen Verluste vor, die mit Hilfe einer gut durchdachten und ordentlich umgesetzten Hedging-Strategie hätten vermieden oder zumindest minimiert werden können.

Stattdessen schlugen sich viele, wenn nicht gar die meisten der Unternehmen, während der brutalen Baisse ohne einen solchen Plan durch und waren dabei immer dem vollen Marktpreisrisiko ausgesetzt. Aus diesem Grund würde ich mein persönliches Investitionskapital niemals in eine dieser Minengesellschaften stecken, es sei denn, ich wüsste mich Sicherheit, dass sie über eine gut informierte und erfahrene Risikomanagement-Abteilung verfügt, die weiß, wie man Absicherungsgeschäfte abschließt. Viel Glück dabei, in diesem traurigen Haufen so etwas zu finden.

Ich spreche das immer wieder an, weil Unternehmen, die mit Rohstoffen handeln, verstehen müssen, dass ihr Produkt gewissen Preisschwankungen unterliegt. Es gibt keine stabilen Preise.

Das hat zur Folge, dass das Wissen um Wirtschaftskreisläufe unabdingbar ist. Es gibt Zeiten, in denen die Aussichten positiv sind, und Zeiten, in denen sie nicht so gut sind. Die Betreiber von Getreidesilos, landwirtschaftliche Erzeuger, Exporteure, Verpackungsunternehmen usw. verstehen alle, dass ihr Geschäft nicht nur aus der Herstellung eines Produkts besteht, sondern auch aus dem Absichern gegen Preisrisiken. Wenn sie das nicht tun, setzen sie sich unnötig und - meiner Meinung nach - unverantwortlich den Preisschwankungen aus, die ihre Rentabilität ernsthaft beeinträchtigen können.

Warum sticht die Gold-Bergbauindustrie in dieser Hinsicht so aus der Masse heraus und weigert sich, es den verantwortungsbewussten Unternehmen nachzutun? Die Antwort darauf ist leicht: Die meisten Minengesellschaften sind großartig darin, Rohstoffe aus dem Boden zu holen und zu erklären, warum ihr Produkt ebenfalls großartig ist. Sie sind allerdings ganz schlecht darin, zu erkennen, dass sie die Pflicht haben, ihre Gewinne zu schützen. Gut geführte Unternehmen treten nicht als Spekulanten auf.

Spekulanten wie ich selbst sind bereit, das Preisrisiko zu akzeptieren, um aus den Kursbewegungen einen Gewinn zu ziehen. Unternehmen dagegen stellen auf gewinnbringende Weise ein Produkt her und sollten versuchen, ihr Risiko zu minimieren. Das tut man, indem man sich gute Preise sichert, wenn einem der Markt die Gelegenheit dazu bietet, oder indem man sich mit gut durchdachten Hedging-Geschäften gegen ungünstige Preisentwicklungen absichert. Viel zu viele der Bergbauunternehmen haben genau das versäumt. Das Ergebnis dieser tollkühnen "Strategie" lässt sich an ihren miserablen Aktienkursen ablesen.

Haben einige von ihnen dazugelernt? Vielleicht, aber unter dem Druck der ebenfalls uninformierten Aktionäre werden die meisten die Fehler beim nächsten Mal wahrscheinlich eher wiederholen. Wenn während einer Hausse keine Absicherungsgeschäfte geschlossen werden, kann das zwar mit einem in die Höhe schießenden Aktienkurs einhergehen und das Management wie Genies wirken lassen, aber dafür braucht es keine großen Fähigkeiten. Eigentlich braucht es dafür gar keine Fähigkeiten.

Die Schwierigkeit besteht darin, auch dann ein erfolgreiches Unternehmen zu führen, wenn der Goldpreis fällt. Dazu sind Qualifikationen und ein solides Marktwissen nötig. Auch Barrick besaß diese Voraussetzungen einmal, doch unter dem Druck der Aktionäre hat das Unternehmen sie Mitte der 2000er Jahre aufgegeben.


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