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Chinas Nachfrage allen Unkenrufen zum Trotz robust

13.01.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Dank guter China-Daten können sich die Ölpreise am Morgen von ihren gestern verzeichneten Tiefständen etwas erholen. Brent markierte gestern ein neues 12-Jahrestief von gut 30 USD je Barrel. WTI fiel erstmals seit Ende 2003 unter die Marke von 30 USD je Barrel. Die in der Nacht veröffentlichten chinesischen Importdaten haben die zuletzt aufgekommenen Nachfragesorgen beruhigt. Denn von einer schwächeren Nachfrage aus dem Reich der Mitte ist keine Spur.

Im Gegenteil, die Öleinfuhren stiegen im Dezember laut Zollbehörde auf ein Rekordniveau von 7,8 Mio. Barrel pro Tag. Sie lagen damit gut 20% höher als im Vormonat. Offensichtlich hat China die niedrigen Preise im Dezember zu Käufen genutzt. Ein Teil der Importe dürfte allerdings auch in die Lager gegangen sein, so dass in diesem Monat mit geringeren Importen zu rechnen ist. Im Gesamtjahr 2015 stiegen die Ölimporte Chinas um 9% auf 6,7 Mio. Barrel pro Tag, was ebenfalls ein Rekordniveau darstellt.

Ebenfalls preisunterstützend sind die neuen Schätzungen der US-Energiebehörde EIA zur US-Rohölproduktion. Zwar wurde die Schätzung für 2015 nochmals nach oben revidiert. Dafür geht die EIA aber von einem stärkeren Rückgang der Produktion im Jahr 2016 aus. Bis September soll diese auf 8,3 Mio. Barrel pro Tag fallen, was einem Rückgang um 900 Tsd. Barrel pro Tag vom gegenwärtigen Niveau entsprechen würde.

Das Nicht-OPEC-Angebot soll vor allem wegen der niedrigeren US-Ölproduktion in diesem Jahr um 640 Tsd. Barrel pro Tag zurückgehen. Für 2017 rechnet die EIA mit einem nochmaligen Rückgang um 100 Tsd. Barrel pro Tag. Die globale Ölnachfrage soll 2016 und 2017 jeweils um 1,4 Mio. Barrel pro Tag steigen.


Edelmetalle

Während sich die zyklischen Rohstoffe wie Industriemetalle und Energieträger etwas erholen, gibt Gold nach. Es fällt heute Morgen in einem Umfeld vorübergehend höheren Risikoappetits und eines festeren US-Dollar auf ein Wochentief von rund 1.080 USD je Feinunze. In Euro gerechnet notiert Gold wieder unter der Marke von 1.000 EUR je Feinunze. Offenbar unbeeindruckt davon setzen sich die ETF-Zuflüsse fort.

Gestern wurden die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs um weitere 4,9 Tonnen aufgestockt. Dies war der vierte kräftige Tageszufluss in Folge. Die Zuflüsse in dieser Zeit summieren sich auf 24,5 Tonnen. Silber fällt im Fahrwasser von Gold auf 13,75 USD je Feinunze und markiert damit den tiefsten Stand seit fast vier Wochen. Platin hält sich mit rund 840 USD je Feinunze noch knapp über seinem im Dezember verzeichneten 7-Jahrestief und hat den Preisabstand zu Gold wieder auf 240 USD je Feinunze verringert.

Gestern war Platin in der Spitze 268 USD günstiger als Gold. So hoch war der Preisabschlag seit Beginn des Börsenhandels von Platin im Jahr 1987 noch nie. Seit genau einem Jahr ist Platin mittlerweile ununterbrochen günstiger als Gold. Dies sollte zu einer vermehrten Schmucknachfrage nach Platin führen. Die Schmucknachfrage stand im letzten Jahr gemäß Daten von Johnson Matthey für 32% der gesamten Platinnachfrage und war damit hinter der Automobilindustrie (42%) die zweitgrößte Nachfragekomponente.


Industriemetalle

Die Metallpreise haben gestern Nachmittag einen Teil ihrer bis dahin aufgelaufenen Verluste aufgeholt und setzen ihre moderate Erholungsbewegung heute Morgen fort. Kupfer notiert zum Beispiel wieder bei 4.400 USD je Tonne. Chinas Handelsbilanz ist im Dezember deutlich besser ausgefallen als erwartet, was vor allem den Exporten geschuldet war, die nur noch leicht rückläufig waren.

Die Importe gingen zwar ebenfalls noch zurück, dies ist aber wohl auf den Preiseffekt zurückzuführen. Denn mengenmäßig hat China im Dezember deutlich mehr Rohstoffe importiert als zuvor. So beliefen sich die Einfuhren von Kupfer gemäß Daten der Zollbehörde auf rund 530 Tsd. Tonnen, 26% mehr als im Vorjahr. Dies war zugleich der zweithöchste jemals registrierte Monatswert. Die chinesischen Händler haben damit offenbar die niedrigen Kupferpreise zu verstärkten Käufen genutzt. Die vor allem im vierten Quartal deutlich angezogenen Importe haben dazu geführt, dass der zwischenzeitliche Rückstand zum Vorjahr fast komplett aufgeholt wurde.

Mit 4,81 Mio. Tonnen auf Gesamtjahresbasis wurde fast das Rekordniveau des Vorjahres erreicht. Die oftmals zitierte Nachfrageschwäche Chinas ist damit nicht in den harten Zahlen sichtbar. Es ist jedoch fraglich, ob die hohen Importe ausschließlich auf eine reale Nachfrage zurückzuführen sind oder ob nicht auch Lagerbestände aufgebaut und ein Teil davon zu Finanzierungszwecken verwendet wurden.

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Agrarrohstoffe

Weizen in Chicago schloss gestern mit 2,6% im Plus. Dafür war aber nicht der monatliche WASDE-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums zu Angebot und Nachfrage bei wichtigen Agrargütern verantwortlich - dieser bestätigt vielmehr nochmals die üppige globale Versorgung mit Weizen 2015/16 -, sondern ein zeitgleich erschienener Flächenbericht. Demnach haben die US-Landwirte im letzten Herbst nur 36,6 Mio. Morgen mit Winterweizen zur Ernte 2016 bestellt, 7% weniger als im Vorjahr. Dies lag noch unter den niedrigsten Umfrageschätzungen und dürfte vor allem der enttäuschenden Preisentwicklung im Jahr 2015 geschuldet sein.

Mais und Sojabohnen legten gestern ebenfalls leicht zu. Bei beiden setzt das USDA die letzte US-Ernte etwas niedriger an, was auch weltweit zu einer Anpassung der Produktion und der erwarteten Lagerendbestände nach unten führt. Bei Mais wurde allerdings der größte Schnitt bei Südafrika gemacht, wo die Ernte nun 4 Mio. Tonnen niedriger als im Vormonat ausgewiesen wird.

Südafrikas Maisernte war 2015 bedingt durch Trockenheit um über ein Viertel eingebrochen. Ebenfalls gestern wurden die US-Lagerbestände zum Stichtag 1. Dezember 2015 gemeldet. Demnach lagen die Maisvorräte nur marginal unter dem rekordhohen Vorjahresniveau, während sie bei Sojabohnen auf ein neues Rekordvolumen stiegen.



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