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Turbulenzen lassen Sorgen aufkommen

15.01.2016  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.0886 (07.55Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.0835 im Nordamerika Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 117.75. In der Folge notiert EUR-JPY bei 128.18. EUR-CHF oszilliert bei 1.0933.

Das Muster der vergangenen Tage hatte auch zuletzt weiter Gültigkeit. Hohe Kursausschläge bringen uns keine neue Richtung, zeigen uns aber wie groß die Nervosität in den Märkten ist. Vor diesem Hintergrund fiel das Notenbankertreffen der Bank of England auch in die Kategorie non-event. Aber nicht nur die britischen Notenbanker treiben die Themen bröckelnde Inflationserwartungen und Wachstumssorgen um. Die Bewegungen an den Wertpapiermärkten entwickeln bärenhaften Charakter.

Besonders der sorgenvolle Blick nach China, der medial allerhöchste Priorität erfährt, färbt auch auf andere Schwellenländer ab. Nun zeigte sich das Wachstum in China aber in 2015 bei offiziellen 7% und die Negativüberraschungen der vergangenen Monate liegen bereits hinter uns. Die letzten Meldungen aus dem Kreditsektor geben ebenfalls keinen Anlass zur weiteren Sorge. Zur Mitte des Jahres wurde die Kreditvergabe staatlich drastisch gepusht, nun tritt lediglich eine Normalisierung bei offiziellen Krediten ein.

Massiv ist dagegen die Zunahme bei Krediten von Schattenbanken angesprungen. Gleichzeitig haben sich westliche Institutionen in den letzten Jahren ebenfalls medienwirksam Sorgen um das chinesische Kreditsummenwachstum gemacht. Die Wachstumsverfehlung in China ist deutlich geringer als z.B. in den USA, dieser Umstand wird aber nicht entsprechend gewürdigt. Der dankbare Hinweis auf die Datenqualität gilt übrigens hüben (China) wie drüben (USA), eignet sich daher nicht zwingend als Qualitätsmerkmal in der Analyse.

Ungeachtet der weltweiten Turbulenzen erfreuen Nachrichten aus Europa. Nachdem sich bereits der deutsche Automarkt auf dem höchsten Niveau seit 2006 befindet, zeigt sich die gesamte EU 2015 in erfreulicher Verfassung. 9,3 Prozent neue Zulassungen auf 13,7 Millionen Fahrzeuge sind positiver hervor zu heben.

Durch die besser als prognostizierten Konjunkturverläufe ändern sich Staatshaushalte. Auch bei Europas zweitgrößer Volkswirtschaft kommt ungeachtet aller Probleme der Aufschwung an. Frankreichs Defizit wird 2015 so niedrig ausfallen wie seit 2008 und das wo noch vor wenigen Wochen nach den Paris Anschlägen eine vollkommen andere Richtung bei der Haushaltsplanung angepeilt wurde. Trotz deutlicher Maßnahmen im Sicherheitsapparat wird Paris die Defizite in diesem und im kommenden Jahr weiter eingrenzen und nahe dem Maastricht-Schwellenwert von 3% kommen.

Europa verfügt über genug endogene Stärke, um seinen Wachstumsclip in diesem Jahr nicht nur aufrecht zu halten, sondern entgegen der externen Einflüsse und globalen Turbulenzen sogar weiter zu wachsen.

Der heutige Datenkalender liefert uns diverse US-Zahlen, die wir mehrheitlich negativ sehen. Die Relevanz der Zahlen ist besonders groß bei den um 14.30 Uhr erscheinenden Einzelhandelsumsätzen, die begleitet von schwächeren Kfz Verkäufen negativ überraschen könnten.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.0520 - 50 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Moritz Westerheide
Bremer Landesbank



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