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"Die meisten bringen leichter das Opfer des Intellekts als das Opfer ihrer Tagträume."

18.01.2016  |  Mack & Weise
(Ludwig von Mises, 1933, aus: Grundprobleme der Nationalökonomie)


Erinnern Sie sich noch daran, dass die von den Notenbanken mit Ausbruch der Überschuldungskrise im Jahr 2008 verfolgte Notstandspolitik einst nur temporärer Natur sein sollte? Aber nach nunmehr sieben Jahren ist diese Politik längst nicht nur zu einem Dauerzustand geworden, sie wurde seitens der EZB und der Bank of Japan im Jahr 2015 sogar noch einmal intensiviert.

Zu welchen grotesken Verwerfungen die manipulativen Interventionen der Notenbanken inzwischen führen, zeigte sich im vergangenen Jahr besonders eindrucksvoll in der nur äußerst mühsam von der EZB und diversen Rettungsschirmen zusammengehaltenen Eurozone. Nachdem EZB-Chef Draghi zu Jahresbeginn die von den »Märkten« seit langem geforderte Staatsfinanzierung per Druckerpresse »endlich« zur Hauptaufgabe der EZB erklärte und im Januar ein insgesamt 1.140 Mrd. Euro schweres Gelddruckprogramm initiierte, wurden die "Grenzen des Undenkbaren" nicht nur, wie vom BIZ-Chefvolkswirt Claudio Borio warnend beschrieben "gedehnt", sondern endgültig überschritten.

So wiesen Ende November 2015 nicht nur stattliche 40% aller europäischen Staatsanleihen eine Negativ-Rendite aus, selbst die in der Verschuldungsfalle sitzenden und 2012 vorerst durch das Draghische Whatever-it-takes-Versprechen »geretteten« Pleitekandidaten wie Spanien oder Italien konnten zuletzt Geld damit verdienen, Schulden zu machen!

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Aber was sich noch vor wenigen Jahren niemand selbst in den wildesten Fantasien je hätte vorstellen können, und was offensichtlich an Absurdität kaum noch zu überbieten ist, wird heute an den Finanzmärkten als … »Neue Normalität« verklärt, und die dafür verantwortlichen Notenbanker werden sogar als … "Helden der Krise" (IWF-Chefin Christine Lagarde) gefeiert. Was für eine verrückte Welt!

"Die Inflation kommt nicht über uns als ein Fluch oder als ein tragisches Geschick; sie wird immer durch eine leichtfertige oder sogar verbrecherische Politik hervorgerufen."
(Ludwig Erhard)

Tatsächlich haben die »Helden der Krise« nur verantwortungslos wirtschaftende Pleitebanken und -Staaten gerettet, mit den verordneten Null- und Negativ-Zinsen die Marktkräfte beseitigt, und mit dem Drucken von gigantischen 9.600 Mrd. USD an »funny money“ dafür gesorgt, dass aus dem weltweiten 142.000-Mrd.-USD-Verschuldungsproblem des Jahres 2008 das nunmehr über 199.000 Mrd. USD schwere Problem niemals mehr rückzahlbarer Schulden von heute werden konnte!

Dass Regierungen und die ihnen dienenden Notenbanken auch weiterhin alles in ihrer Macht stehende unternehmen werden, um das stetig größer werdende Überschuldungsproblem über eine massive Geldentwertung (Inflation) zu "lösen", ist kaum mehr zu bezweifeln. So wird beispielsweise Japans Notenbank im Jahr 2016 die Geldmenge - wie schon 2015 - um abermals mehr als 80 Billionen Yen (etwa 602 Mrd. Euro) inflationieren, während der Lira-Experte Mario Draghi im Dezember letzten Jahres verkündete, bis März 2017 sogar noch zusätzliche 360 Mrd. Euro drucken zu wollen. Und das mit einer Begründung, die den Vorwärts-immer-rückwärts-nimmer-Sozialismus-Parolen früherer Zentralplaner in Nichts nachstand: "Wir machen mehr, weil es wirkt, nicht, weil es gescheitert ist!"

Auch wenn es seine Zeit braucht, bis diese von wirren Begründungen begleiteten geldpolitischen Amok-Läufe ihre fatalen Wirkungen voll entfalteten, so wird die jetzt mit größter Selbstverständlichkeit aufgenommene Finanzierung der reformunfähigen Wohlfahrtsstaaten per Druckerpresse auf Dauer zwangsläufig auf die (hyper-)inflationäre Zerstörung der betroffenen Währungen hinauslaufen.

Selbst ein Notenbank-Insider wie Ex-Fed-Gouverneur L. Lindsay hat daran keine Zweifel, sprach er doch im Mai 2015 im Rahmen einer unter dem Thema „Paying for the Past“ stehenden Podiumsdiskussion mit US-Notenbankgrößen wie Richard W. Fisher und Alan Greenspan Klartext: "Es endet immer auf diese Weise. Wenn Sie zurückschauen auf das alte Rom, auf die Ming Dynastie oder auf Simbabwe – immer, immer, immer endet es auf diese Weise. Wir reden hier über das Endspiel, und das ist unangenehm."

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