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Ölpreise fallen weiter nach Aufhebung der Iran-Sanktionen

18.01.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise befinden sich weiter im freien Fall. Heute Nacht fiel Brent bis auf 27,67 USD je Barrel und damit auf den tiefsten Stand seit November 2003. WTI erreichte mit 28,36 USD je Barrel das niedrigste Niveau seit Oktober 2003. Auslöser für den neuerlichen Preisrutsch war die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran am Wochenende. Damit ist es dem Iran ab heute wieder erlaubt, unbeschränkt Öl und Gas zu exportieren.

Das zusätzliche Angebot aus dem Iran kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da es auf einen ohnehin überversorgten Markt trifft und somit das Überangebot weiter erhöhen würde. Zwar steht eine Rückkehr des Iran schon seit längerem auf der Agenda und stellt daher keine große Überraschung mehr dar. Allerdings war angesichts der negativen Marktstimmung mit einer kurzfristigen negativen Preisreaktion zu rechnen.

Die Aussicht von zusätzlichem Öl aus dem Iran dürfte einer Preiserholung bis auf weiteres allerdings entgegenstehen, die Preise aber nicht mehr stark belasten. Denn eine u.E. realistische Ausweitung der iranischen Öllieferungen um 500 Tsd. Barrel pro Tag sollte eingepreist sein. Eine deutlich stärkere Anhebung der Fördermenge ist für dieses Jahr unwahrscheinlich. So benötigten der Irak und Libyen etwa 12 Monate, um nach den Kriegen 2003 bzw. 2011 zum ursprünglichen Produktionsniveau zurückzukehren (im Falle von Libyen zudem nur kurzzeitig).

Da der Iran aufgrund der Sanktionen über mehrere Jahre nicht in die Ölinfrastruktur investieren konnte und dies jetzt nachholen muss, dürfte die Normalisierung der Ölproduktion eher noch länger dauern.

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Edelmetalle

Gold legte am Freitag im Zuge schwacher US-Konjunkturdaten zeitweise deutlich bis auf knapp 1.100 USD je Feinunze zu und handelt zu Wochenbeginn bei 1.090 USD. In Euro gerechnet notiert Gold um die Marke von 1.000 EUR je Feinunze. Unter den Marktteilnehmern wachsen offenbar die Zweifel, dass die US-Notenbank Fed im März die Zinsen weiter erhöht. Sollten die Zinsen nicht kurzfristig angehoben werden, bleiben die Opportunitätskosten der Goldhaltung noch länger gering.

Unterstützung erhält der Goldpreis auch von den teilweise stark fallenden Aktienmärkten rund um den Globus. Daneben kam es auch am Freitag wieder zu einem merklichen Zufluss von 4,4 Tonnen in die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs - der Großteil davon floss in den weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust. Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse somit auf 27,6 Tonnen. Zum Preisanstieg von Gold seit Jahresbeginn haben auch die spekulativen Finanzinvestoren beigetragen.

In der Woche zum 12. Januar bestanden gemäß CFTC-Statistik erstmals seit neun Wochen keine Netto-Short-Positionen mehr. Somit wurden die nahezu rekordhohen Netto-Short-Positionen innerhalb von nur zwei Wochen vollständig abgebaut. Bei Silber kam es die zweite Woche in Folge zu einem moderaten Aufbau von Netto-Long-Positionen, welche sich damit aktuell auf einem 3-Wochenhoch befinden. Dagegen wurden die Netto-Long-Positionen bei Platin und vor allem Palladium stärker abgebaut.


Industriemetalle

Die Metallpreise erholen sich zum Start in die neue Handelswoche etwas von ihren vorangegangenen Verlusten und legen in der Breite zu. Kupfer nähert sich wieder der Marke von 4.400 USD je Tonne, Zink kostet rund 1.500 USD je Tonne und Nickel steigt auf knapp 8.600 USD je Tonne. Sie vollziehen damit nicht den neuerlichen Preisrutsch von Öl in Folge der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran nach.

Unterstützt werden die Preise wohl auch durch die stabilen chinesischen Aktienmärkte. Die chinesische Zentralbank hat heute Morgen angekündigt, verschiedene Maßnahmen einzuführen, um die Spekulation gegen eine schnelle Abwertung des Yuan einzudämmen und so die Währung zu stabilisieren. Auch stabilisiert sich offenbar der Häusermarkt weiter.

Gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros sind die Hauspreise im Dezember im Vergleich zum Vormonat in 39 von 70 in der Statistik erfassten Städten gestiegen. Im Jahresvergleich nimmt der Anteil ebenfalls weiter zu. Die Marktteilnehmer werden mit großem Interesse morgen früh auf die Veröffentlichung einer Reihe von Konjunkturdaten aus China - zum Beispiel das BIP für das vierte Quartal und das Gesamtjahr - schauen.

Unsere Volkswirte erwarten, dass die chinesische Wirtschaft im letzten Jahr um weniger als 7% gewachsen ist. Heute dürfte das Handelsvolumen noch etwas geringer ausfallen, da die US-Märkte wegen des Martin Luther King-Feiertages geschlossen bleiben.


Agrarrohstoffe

Die Getreidepreise in Chicago erholten sich am Freitag leicht. Dafür dürfte vornehmlich die Schließung von Short-Positionen im Vorfeld des verlängerten Wochenendes in den USA verantwortlich gewesen sein. Sowohl bei Weizen als auch bei Mais zeigen sich die kurzfristig orientierten Marktteilnehmer derzeit sehr pessimistisch. Nach Handelsschluss meldete die US-Terminmarktaufsicht CFTC, dass sie ihre Netto-Short-Positionen bei Mais in der Woche zum 12. Januar weiter auf 195 Tsd. Kontrakte aufstockten, ein neuer Rekord seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006.

Bei Weizen wurden die Netto-Short-Positionen zuletzt zwar reduziert und lagen auch zuvor deutlich unter den Rekordwerten aus dem Frühsommer 2015, doch bleiben sie im historischen Vergleich hoch. In Paris dagegen setzte sich die nach unten gerichtete Preisbewegung der letzten Tage fort. Weizen im meistgehandelten Kontrakt mit Fälligkeit März fiel auf ein neues Kontrakttief von 165,3 EUR je Tonne und Mais schloss bei nur 155 EUR je Tonne.

Die hohe Verfügbarkeit an Getreide und die starke Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion - Russland verkaufte zuletzt sogar an Spanien Weizen - und neuerdings auch aus Argentinien drückt auf die Preise. Der leicht stärkere Euro dürfte zudem ebenso seinen Teil beigetragen haben wie die generell durch den weiteren Verfall der Ölpreise pessimistische Sicht auf die Rohstoffmärkte.



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