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Risikoaversion bleibt hoch - IWF senkt globale BIP-Prognose

20.01.2016  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.0955 (07.54Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.0860 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 116.68. In der Folge notiert EUR-JPY bei 127.80. EUR-CHF oszilliert bei 1.0955.

Das Umfeld bleibt an den Finanzmärkten angespannt. Die Konjunkturdaten können mit wenigen Ausnahmen nicht überzeugen. Diese vom negativen Sentiment geprägte Gemengelage bekam gestern noch einmal Unterstützung durch die angepassten IWF-Prognosen für das globale BIP. Der IWF senkt die Prognosen gegenüber dem WEO per Oktober 2015. In der aktualisierten Prognose erwartet der IWF eine Beschleunigung von 3,1% per 2015 auf 3,4% per 2016 und auf 3,6% per 2017. Die Werte für 2016 und 2017 wurden dabei um jeweils 0,2% gesenkt.

Deutschland und die Eurozone sind die Ausnahmen. Der IWF erhöhte die Prognosen per 2016 um 0,1% auf 1,7%. Das sind eben die Folgen umgesetzter Reformpolitik. Wir hätten uns gefreut, dass das auch angemessen thematisiert würde. Für China rechnet der IWF mit einer Wachstumsabschwächung von 6,9% per 2015 auf 6,3% per 2016 und auf 6,0% per 2017. Wir nehmen diese Sichtweise zur Kenntnis.

Offensichtlich sind die Effekte aus der beginnenden Umsetzung des Projekts Seidenstraße in dieser Prognose nicht berücksichtigt … Ich erwarte im laufenden Jahr mindestens eine Expansion des BIP um 6,5%, die Betonung liegt auf "mindestens"!

Die Prognose für die USA wurde für 2016 und 2017 um jeweils 0,2% auf 2,6% reduziert. Das erstaunt schon. Es erstaunt umso mehr, als dass der IWF an einer Prognose des BIP für die USA per 2015 bei 2,5% festhält. Der aktuell verfügbare Datenkranz mahnt zu einer Revision in Richtung 1,8% - 2%!

Der Eindruck, dass der IWF Marketing pro USA betreibt, drängt sich unter Umständen auf … "Food for thought"!

Das Thema Zinswende in Großbritannien ist erstmal seitens der Bank of England abgesagt. Man hat mit dem "Lolli" Zinswende analog zu den USA lange am Markt pro GBP Stimmung machen können. Das GBP reagierte mit ausgeprägter Schwäche. Die Signale, die uns von der Fed erreichen, implizieren ein Zurückrudern oder sogar eine volle Trendwende in der US-Zinspolitik.

Der Gouverneur der NY Federal Reserve Dudley schloss bei weiter schwachen US-Konjunkturdaten, die wir definitiv erwarten, Negativzinsen nicht aus. Die Reaktion an den Devisenmärkten ist noch unausgeprägt!

Der deutsche ZEW-Index war per Berichtsmonat Januar schwächer als im Vormonat, aber besser als erwartet. Der Sentiment Index sank von 16,1 auf 10,2 Punkte. Die Prognose lag bei 8,2 Zählern.

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© Reuters


Der weniger stark beachtete ZEW-Lageindex legte sogar von zuvor 55,0 auf 59,7 Punkte zu und markierte den höchsten Wert seit September 21015. Hier lag die Prognose bei 54,0 Zählern.

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© Reuters


Laut finaler Berechnung waren die Verbraucherpreise der Eurozone im Monatsvergleich per Dezember unverändert. Im Jahresvergleich stellte sich ein Anstieg um 0,2% ein. Die finalen Werte entsprachen den vorläufigen Werten. Der NAHB-Housing Market Index aus den USA stellte sich per Berichtsmonat Januar auf 60 Punkte (Prognose 61). Der Vormonatswert wurde von 61 auf 60 Punkte revidiert.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.0520 - 50 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank



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