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Manche Goldbugs könnten eine Portion Realismus vertragen

21.01.2016  |  Steve Saville
Viele Punkte in John Hathaways aktuellem Artikel "An ‘Acute Shortage’ in Gold Can Boost Prices" ("Eine akute Knappheit kann die Goldpreise in die Höhe treiben") sind vollkommen richtig. Vieles ist allerdings auch falsch, angefangen beim Titel. Es gibt keine Knappheit am Goldmarkt, es gab nie eine und es wird auch nie eine geben*, weil Gold nicht wie andere Rohstoffe "verbraucht" wird. Mein Hauptkritikpunkt ist jedoch nicht die grundlegend falsche Behauptung, eine Goldknappheit stehe bevor.

Mein größtes Problem mit Hathaways Artikel ist vielmehr, dass er darin die unsinnige Geschichte wiederholt, der Goldpreis sei im Laufe der letzten Jahre durch die unablässigen Verkäufe von "Papiergold" auf ein unnatürlich niedriges Niveau gedrückt worden. Wie viele Goldbugs hat Hathaway offenbar nicht bemerkt, dass sich im Rohstoffsektor eine enorme Baisse entfaltet hat und der Goldpreis sich angesichts dieser Umstände unglaublich gut gehalten hat. So gut, dass er im Verhältnis zum Rohstoffindex Goldman Sachs Spot Commodity Index (GNX) auf ein Allzeit-Hoch gestiegen ist, das etwa 30% über dem vorherigen Rekord aus dem Jahr 2011 liegt.

Warum versucht man zur Abwechslung nicht einmal zu erklären, warum Gold im Verhältnis zu anderen Rohstoffen teurer ist, als je zuvor, statt immer neue Theorien über eine Verschwörung zur Manipulation der Preise mittels unbegrenzter Mengen an "Papiergold" zu ersinnen?

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In Anbetracht der Fundamentaldaten der US-Wirtschaft und der Währungsmärkte ist der Goldpreis im Verhältnis zum allgemeinen Preisniveau an den Rohstoffmärkten derzeit wahrscheinlich viel höher, als er normalerweise unter diesen Umständen sein sollte. Ich denke, dass sich diese Stärke durch die prekäre Lage der Weltwirtschaft und des Währungssystems erklären lässt. Mein Punkt ist jedoch, dass ein gut informierter und unvoreingenommener Marktbeobachter nicht die Notwendigkeit verspüren sollte, kreativ zu werden, um den aktuellen Goldkurs in US-Dollar zu erklären.

Hathaway ist sich des wahren Grundes für den Abwärtstrend des Goldpreises in US-Dollar durchaus bewusst, denn in seinem Artikel schreibt er unter anderem: "Die pessimistischen Investitionsstrategien [bei Gold] scheinen auf dem Vertrauen in die Zentralbanken und besonders in die US-Notenbank Federal Reserve zu beruhen, und der Annahme, dass diese ihre radikalen geldpolitischen Experimente beenden werden, wodurch sich die Zinssätze wieder normalisieren und ein stabiles Wirtschaftswachstum gefördert wird." Ja, so kann man es zusammenfassen.

Der Wert, der Gold beigemessen wird, verhält sich umgekehrt zum Vertrauen in die Zentralbanken und in die Wirtschaft. Viele von uns sind zwar überzeugt davon, dass dieses Vertrauen unangebracht war und ist, aber es ist eine Tatsache, dass das Vertrauen in die Fed und die US-Wirtschaft in den letzten Jahren im Allgemeinen recht hoch war.

*Hinweis: Wenn es möglich wäre, fundiert zu argumentieren, dass eine echte Goldknappheit (im Gegensatz zur temporären Knappheit eines bestimmtes Goldprodukts) wahrscheinlich oder auch nur möglich ist, dann könnte Gold nicht länger als Geld fungieren. Doch glücklicherweise ist eine solche Argumentation nicht haltbar.


© Steve Saville
www.speculative-investor.com


Dieser Artikel wurde am 19. Januar 2016 auf tsi-blog.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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