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Preiserholung am Ölmarkt schon wieder vorbei?

25.01.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Der Brentölpreis verzeichnete am Freitag einen Anstieg um 10% und damit den stärksten Tagesanstieg seit Ende August 2015. WTI legte um 9% zu. Beide Ölsorten setzten ihre Erholung zum Auftakt in die neue Handelswoche zunächst fort und stiegen bis auf knapp 33 USD je Barrel. Vom Mitte letzter Woche verzeichneten 12-Jahrestief hat sich Brent um bis zu 21% abgesetzt. Bei WTI betrug das Plus sogar 24%, wobei der Unterschied in erster Linie auf den Kontraktwechsel zurückzuführen ist, welcher den WTI-Preis am Donnerstag kräftig steigen ließ.

Angeführt wurde der Preisanstieg am Freitag durch Heizöl, was auf den Schneesturm zurückzuführen sein dürfte, welcher am Wochenende über die US-Ostküste fegte. Mit den wieder milderen Temperaturen dürfte sich dieser Effekt ins Gegenteil verkehren und die Preise belasten. Seit der Eröffnung des Handels in Asien bröckeln die Preise entsprechend wieder ab. Von den Tageshochs haben die Preise inzwischen fast 2 USD verloren. Das Ausmaß des Preisanstiegs am Freitag lässt auf Eindeckungen von Leerverkäufen schließen.

Laut Positionierungsdaten der CFTC vom Freitag haben diese aber schon weit vorher eingesetzt, als die Ölpreise noch auf Talfahrt waren. Demnach fielen die zuvor rekordhohen spekulativen Short-Positionen bei WTI in der Woche zum 19. Januar um 29,5 Tsd. Kontrakte und trugen damit maßgeblich zum Anstieg der spekulativen Netto-Long-Positionen um 20,3 Tsd. Kontrakte bei. Bei Brent haben die Positionierungsdaten zuletzt an Aussagekraft verloren. Denn trotz des Preisverfalls in den ersten beiden Januarwochen sind die spekulativen (Netto-)Long-Positionen seit Jahresbeginn kräftig gestiegen. Die ICE gibt die aktuellen Daten heute Mittag bekannt.

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Edelmetalle

Gold notiert zum Start in die neue Handelswoche wieder oberhalb der Marke von 1.100 USD je Feinunze. In Euro gerechnet steigt Gold auf gut 1.020 EUR je Feinunze und erreicht damit den höchsten Stand seit Mitte November. Offenbar wirkt noch die Ankündigung von EZB-Präsident Draghi nach, der letzten Donnerstag für März überraschend deutlich eine weitere Lockerung der Geldpolitik signalisiert hatte.

Die Gold-ETFs verzeichneten am Freitag Zuflüsse von 3 Tonnen, was dem Preis ebenfalls Rückenwind gibt. Diese Woche werden sich die Marktteilnehmer wohl auf die Sitzung der US-Notenbank Fed konzentrieren. Von ihr werden sich Hinweise erhofft, ob die Fed im März ihren Zinserhöhungszyklus fortsetzt oder angesichts der zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten und Finanzmarktrisiken eine Pause einlegt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im März liegt laut Fed Fund Futures nur bei 27%. Nachdem die spekulativen Finanzinvestoren bei Gold in der Vorwoche ihre Netto-Long-Positionen vollständig eingedeckt hatten, haben sie in der Woche zum 19. Januar eine Pause eingelegt.

Die Positionierung blieb gemäß CFTC-Statistik nahezu unverändert. Dagegen gab es bei Silber einen deutlichen Aufbau der Netto-Long-Positionen. Diese wurden auf 16,4 Tsd. Kontrakte fast verdoppelt und liegen damit auf dem höchsten Stand seit zehn Wochen. Dem Silberpreis gab dies jedoch nur bedingt Auftrieb, obwohl der Aufbau der Netto-Long-Positionen Silberkäufen im Umfang von 1.228 Tonnen entsprach.


Industriemetalle

Nachdem Kupfer und Nickel stellvertretend für die Industriemetalle letzte Woche die beste Preisentwicklung seit Oktober verzeichneten, stehen sie zum Wochenauftakt wieder unter Druck. Kupfer fällt auf gut 4.400 USD je Tonne, Nickel handelt etwa 1% schwächer bei rund 8.600 USD je Tonne. Neben Kupfer und Nickel sind auch alle anderen Industriemetalle heute Morgen zunächst im Minus. Die Stimmung bei den spekulativen Finanzinvestoren bleibt weiter sehr pessimistisch.

Gemäß Daten der CFTC wurden bei Kupfer in der Woche zum 19. Januar die Netto-Short-Positionen die dritte Woche in Folge auf mittlerweile wieder 34 Tsd. Kontrakte ausgeweitet, der höchste Stand seit fünf Wochen. Dies steht offenbar derzeit noch einer stärkeren Preiserholung entgegen.

Die chinesische Regierung plant, tiefergehende Einschnitte in der Kohle- und Stahlindustrie vorzunehmen. Laut einer Mitteilung auf der Internetseite der Regierung sollen in der Stahlbranche Produktionskapazitäten zwischen 100 und 150 Mio. Tonnen stillgelegt werden. Dies entspräche bis zu 12% der derzeitigen Produktionskapazitäten und bis zur Hälfte des Überangebots.

Ob dies allerdings ausreicht, auch am Weltmarkt das hohe Überangebot abzubauen, bleibt unseres Erachtens abzuwarten. Denn China exportiert einen Großteil seines eigenen Überschusses. Ein Abbau des Überangebots auf dem Weltmarkt ist aber zwingend notwendig, damit sich die Stahlpreise nachhaltig erholen können.


Agrarrohstoffe

Die Verarbeitung von Kakaobohnen in Asien hat im vierten Quartal 2015 stärker zugelegt als erwartet. Nach Daten der in Singapur ansässigen Kakaovereinigung Asiens CAA, die sich auf Malaysia, Singapur und Indonesien beziehen, wurden 161,2 Tsd. Tonnen an Kakaobohnen verarbeitet, 14% mehr als im vierten Quartal 2014. In einer Bloomberg-Umfrage war nur mit einem Anstieg um 1,2% gerechnet worden, da Malaysia, das für rund 30% der asiatischen Verarbeitung steht, bereits einen Rückgang der Verarbeitung um fast 14% gegenüber Vorjahr gemeldet hatte.

Auch die positive Überraschung kann aber nicht verhindern, dass die Verarbeitung Asiens im gesamten Jahr 2015 um 2,8% rückläufig war. In Nordamerika dagegen fiel die Verarbeitung im vierten Quartal auf 119 Tsd. Tonnen und damit bereits zum fünften Mal in Folge und auch stärker als erwartet. In Europa hatten die Daten für Q4 zuvor mit einem Anstieg um 6% auf 342 Tsd. Tonnen positiv überrascht.

Ein Grund für den starken Anstieg der Verarbeitung im vierten Quartal waren wohl die verbesserten Verarbeitungsmargen. Im vierten Quartal legten die Kakaobutterpreise kräftig zu, nachdem sie zuvor ein Jahr lang unter Druck standen. Ob die seit Jahresbeginn stark gesunkenen Kakaopreise der Verarbeitung neue Impulse geben, bleibt abzuwarten. Sorgen um die Endnachfrage nach Kakaoprodukten durch eine nachlassende weltwirtschaftliche Dynamik könnten diesen Effekt kompensieren.





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