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Gold weiter stark gefragt

27.01.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise befinden sich auf Achterbahnfahrt. Im frühen Handel lagen die Preise gestern zwischenzeitlich mit bis zu 3% im Minus und handelten unterhalb von 30 USD je Barrel. Im Handelsverlauf setzte dann eine kräftige Preiserholung ein, welche Brent und WTI letztlich mit einem Plus von ca. 4% aus dem Handel gehen ließ. In der Spitze wurden sogar fast wieder die Höchststände vom Montagmorgen bei knapp 33 USD je Barrel erreicht. Heute geben die Preise wieder nach.

Brent notiert bei 31 USD je Barrel, WTI bei 30,5 USD je Barrel. Gestern sorgte insbesondere die Meldung für Auftrieb, wonach Saudi-Arabien und Russland in der Frage einer Zusammenarbeit zum Abbau des Überangebotes aufeinander zugehen würden. Eine Bestätigung hierfür steht allerdings noch aus. Skeptisch stimmt außerdem die Tatsache, dass die Meldung vom irakischen Ölminister lanciert wurde, da der Irak seine Ölproduktion zuletzt deutlich gesteigert und eine weitere Steigerung in Aussicht gestellt hat.

Dem gegenüber steht eine weiter steigende Ölnachfrage. Laut dem staatlichen chinesischen Ölkonzern CNPC soll die Ölnachfrage in China in diesem Jahr um 460 Tsd. auf 11,32 Mio. Barrel pro Tag steigen und damit ähnlich stark wie im letzten Jahr. Das derzeitige Ölpreisniveau ist definitiv zu niedrig, dass hinreichend viel Öl gefördert wird, um die langfristig weiter steigende Nachfrage zu befriedigen.

Einer der größten US-Schieferölproduzenten, Continental Resources, hat eine Kürzung seines Investitionsbudgets um 66% in diesem Jahr und eine Verschiebung der Inbetriebnahme der meisten Ölbohrlöcher in Nord-Dakota angekündigt. Ein knapperes Ölangebot und eine Erholung der Preise sind daher nur eine Frage der Zeit.


Edelmetalle

Gold setzte auch gestern seinen Aufwärtstrend fort und stieg in der Spitze auf ein 2½-Monatshoch von 1.123 USD je Feinunze. Da sich der EUR-USD-Wechselkurs nicht stark veränderte, stieg Gold in Euro ebenfalls deutlich auf 1.035 EUR je Feinunze. Gold in Euro hat dabei die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie überschritten, was technisch bedingte Anschlusskäufe nach sich ziehen könnte. Heute werden sich die Marktteilnehmer wohl auf die Sitzung der US-Notenbank Fed konzentrieren. Sollte die Fed eine Pause im Zinserhöhungszyklus signalisieren, dürfte dies Gold weiteren Auftrieb geben.

Daten der Hongkonger Statistikbehörde zufolge hat China im Dezember aus Hongkong netto 129,3 Tonnen Gold importiert, 81% mehr als im Vorjahr und zugleich die höchste Menge seit Oktober 2013. Im Gesamtjahr summierten sich die Einfuhren damit auf 861,7 Tonnen, womit das Vorjahresniveau um 6% übertroffen wurde. Der niedrige Goldpreis, die Angst vor einer weiteren Abwertung des CNY und das bevorstehende Neujahrsfest haben wohl zu den robusten Goldimporten beigetragen.

Die kurz zuvor veröffentlichten Goldexporte der Schweiz nach China und Hongkong hatten bereits auf hohe chinesische Goldimporte hingedeutet. Denn die Schweiz hatte in diese beiden Staaten im Dezember so viel Gold wie seit mindestens zwei Jahren nicht mehr ausgeführt. Die hohe Goldnachfrage Chinas zeigt sich auch in Daten der Shanghaier Goldbörse: Im letzten Jahr wurden dort fast 2.600 Tonnen Gold ausgeliefert, sogar mehr als noch im Rekordjahr 2013.

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Industriemetalle

Nach einem verhaltenen Handelsstart gestern Morgen kam es im Laufe des Nachmittags auch bei den Metallen zu einer Erholungsrally, die den LME-Industriemetallindex um 2,5% auf ein 3-Wochenhoch steigen ließ. Spitzenreiter mit einem Plus von 5% war Zink. Heute Morgen werden die höheren Preisniveaus zunächst weitgehend verteidigt. Wir führen den Preisanstieg auf die Eindeckung von Leerverkäufen zurück, da die spekulativen Finanzanleger bis Ende letzter Woche noch sehr pessimistisch positioniert waren.

Daneben gaben wohl auch die robusten chinesischen Importdaten den Metallpreisen Unterstützung. Ob der Preisanstieg nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Denn in China sind im letzten Jahr gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros die Gewinne im Industriesektor um 2,3% zurückgegangen. Besonders stark betroffen waren die Sektoren mit Überkapazitäten wie zum Beispiel der Bergbau. Laut Ansicht unserer Volkswirte ist ein Entschuldungsprozess im Industriesektor notwendig, der auch mit einer geringeren Nachfrage nach Rohstoffen einhergehen könnte.

Daten des Weltstahlverbandes zufolge ist die globale Stahlproduktion 2015 um 2,8% auf 1,623 Mrd. Tonnen gefallen. Dies war der erste Rückgang seit sechs Jahren. China hat dabei sogar den ersten Rückgang seit 30 Jahren verzeichnet. Dies dürfte der schwächeren Nachfrage und den stark gefallenen Preisen geschuldet sein. Die Kapazitätsauslastung auf globaler Ebene lag bei lediglich 69,7%, was die Schwierigkeiten dieser Branche unterstreicht. Industriekreisen zufolge gibt es global rund 700 Mio. Tonnen Überkapazitäten, knapp die Hälfte davon in China.


Agrarrohstoffe

Der Sojabohnenpreis schwankt seit Wochen um 880 US-Cents je Scheffel und damit nur wenig über dem 6½-Jahrestief von November 2015. Die Erwartung einer auch weiterhin üppigen Versorgung mit Sojabohnen erhält immer neue Nahrung: Die Prognosen für die brasilianische Ernte liegen bei rund 100 Mio. Tonnen, und auch die US-Ernte 2016 dürfte bei normaler Witterung wieder hoch sein. Die Fläche soll trotz des niedrigen Preisniveaus nämlich nochmals ausgedehnt werden.

Dies erwarten zumindest die Analysten der US-Beratungsfirma Allendale sowie von Informa Economics. Beide rechnen mit einer Ausdehnung von 82,7 Mio. Morgen im letzten Jahr auf eine Fläche, die den bisherigen Rekord aus 2014 von 83,3 Mio. Morgen übertrifft. Informa Economics prognostiziert mit über 85 Mio. Morgen sogar einen deutlichen Abstand zu diesem bisherigen Rekord. Dagegen hatte das USDA im November einen leichten Rückgang auf 82 Mio. Morgen unterstellt.

Bereits am Montag hatte sich die Prognoseeinheit der EU-Kommission, MARS, in ihrem neuen Monatsbericht besorgt gezeigt, dass das Wintergetreide in wichtigen europäischen Produktionsländern durch die insgesamt zu milden Temperaturen nicht ausreichend auf einen Wintereinbruch vorbereitet ist. Ein starker Temperatursturz um den Jahreswechsel soll in Polen und der Ukraine daher zu einigen Frostschäden geführt haben.





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