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Die Marktstimmung: Der alles entscheidende Faktor für Gold

02.02.2016  |  Dan Norcini
In diesem Beitrag möchte ich mir ein wenig Zeit nehmen, um eine sehr wichtige Fähigkeit zu diskutieren, die jeder lernen sollte, der als Investor oder Trader Erfolg haben will: die Fähigkeit Änderungen der Marktstimmung zu erkennen.

Falls Sie meine Artikel regelmäßig lesen, wissen Sie, dass ich dieses Thema immer wieder anspreche. Ich will es vor allem für meine neu dazugekommen Leser noch einmal erläutern, aber auch, um das Konzept in den Köpfen derjenigen aufzufrischen, die schon länger dabei sind.

Das Sentiment ist die Antriebskraft hinter den Bewegungen der Märkte. Dessen sollte man sich zu jeder Zeit bewusst sein. Bullische Stimmung lässt die Kurse steigen, bearishe Stimmung lässt sie fallen. Egal, wie wir die aktuellen Fundamentaldaten bewerten - für die weitere Entwicklung ist das irrelevant. Ein Kurs bewegt sich in die Richtung, in die er sich nach Meinung der Mehrzahl der Marktteilnehmer bewegen sollte, und nicht in die, die er gemäß der eigenen Einschätzung der Fundamentaldaten einschlagen sollte. Wenn Sie das verstehen, befinden Sie sich schon auf dem besten Weg zum Erfolg.

Was den Goldpreis betrifft, haben wir oft genug erlebt, wie schnell die Stimmung umschlagen kann.

Sehen Sie sich beispielsweise den Chart mit der Zinsstrukturkurve im Vergleich zum Goldkurs an. Beachten Sie dabei bitte, dass ich den Spread zwischen den Renditen der US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren und den Anleihen mit zweijähriger Laufzeit stellvertretend für die gesamte Kurve verwende.

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Betrachten Sie den linken Rand: Zu Beginn des letzten Jahres entwickelte sich der Goldpreis entgegengesetzt zur Zinskurve. Als die Kurve sich abflachte (d. h. als die Rendite sich einander annäherten), stieg der Goldkurs. Ab Mitte März synchronisierte sich die Entwicklung. Während die Zinsspread-Kurve steil anstieg, zeigte auch Gold eine Tendenz zu Kursgewinnen und als sich die Spreads wie zu Beginn des Jahres wieder verringerten, sank auch der Goldpreis.

Bis zum Anfang dieses Jahres war die parallele Beziehung zwischen der Zinsstrukturkurve und dem Goldpreis sehr zuverlässig. Doch nun hat sich die Zinskurve wieder abgeflacht, während sich der Goldkurs sich wie schon Anfang 2015 entgegengesetzt entwickelte und stieg.

Dieser Chart zeigt eine Möglichkeit zur Messung des Sentiments auf und macht deutlich, wie schnell es sich ändern und dann erneut umkehren kann, manchmal fast ohne Vorwarnung. Warum sollten zwei Märkte, die sich jeweils in eine Richtung entwickeln, ihren Kurs plötzlich ändern und sich genau entgegengesetzt bewegen? Die Antwort darauf ist eine Veränderung der Marktstimmung. Warum? Weil die Marktteilnehmer ihre vorherige Annahme überprüft und entsprechend ihrer Interpretation der aktuellsten Ereignisse gegen eine andere ausgetauscht haben. Im Zuge dieses Prozesses werden alte Positionen liquidiert oder umgekehrt, sodass sie mit der neuen Sichtweise übereinstimmen. Sobald wieder etwas geschieht, das die neu gewonnene Perspektive in Frage stellt, wiederholt sich der Vorgang und die Investoren und Trader reagieren auf wieder andere Ereignisse.

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Im Fall von Gold signalisierte die Abflachung der Zinsstrukturkurve zu Beginn des Jahres 2015 Probleme an den Finanzmärkten, die zu Goldkäufen führten, weil das Edelmetall als sicherer Hafen betrachtet wurde. Die Zinsstrukturkurve entwickelte sich in die eine Richtung, der Goldkurs in die andere.

Im Sommer letzten Jahres wurde die fallende Zinskurve dann von den Tradern als Zeichen einer Konjunkturschwäche und einer möglichen Deflation interpretiert. Doch zu dieser Zeit erschien Gold den Märkten nicht als geeignete Anlageoption für überschüssiges Kapital, besonders weil der US-Dollar so stark war und die Preise im gesamten Rohstoffsektor einbrachen.

Wie oben erwähnt beherrschte diese Sichtweise die betreffenden Märkte sieben Monate lang, bis sich die Stimmung Anfang dieses Jahres wieder änderte, weil es an den globalen Aktienmärkten zu einem Abverkauf kam und die zunehmende Angst vor einer Deflation der Assetpreise den Goldkurs nicht länger nach unten drückte, sondern wie schon zu Beginn des Jahres 2015 dazu führte, dass Gold als sicherer Hafen gesehen wurde.

Hier ist ein weiterer Chart, den wir zu Rate ziehen können, um eine Änderung des Sentiments gegenüber Gold zu erkennen. Dieser Indikator hat sich als sehr effektiv und informativ erwiesen. Ich würde sogar sagen, dass es der beste Indikator ist, den ich derzeit nutze, um festzustellen, auf welcher Seite des Marktes man positioniert sein sollte. Der Chart zeigt die Höhe der physischen Goldbestände des Gold-ETFs GLD und stellt diese der Entwicklung des Goldpreises gegenüber.

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