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ETF-Zuflüsse treiben Gold auf 3-Monatshoch

02.02.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise befinden sich wieder auf dem Rückzug. Brentöl verbilligte sich gestern um 5%, wenn man den Effekt der Kontraktumstellung herausrechnet. Bei WTI belief sich das Minus sogar auf 6%. Heute Morgen setzt sich der Preisrückgang fort. Brent handelte im Tief bei 33,5 USD je Barrel, WTI bei weniger als 31 USD je Barrel.

Schwache Konjunkturdaten aus China und den USA setzten die Preise unter Druck. Demzufolge befindet sich das verarbeitende Gewerbe in den beiden wichtigsten Ölverbrauchsländern in der Rezession, was Sorgen über die künftige Ölnachfrage schürt. Zudem wachsen Zweifel, ob es zu einem Treffen von OPEC- und Nicht-OPEC-Ländern kommt. OPEC-Delegierten zufolge ist darüber noch nicht entschieden worden.

Die staatliche saudi-arabische Zeitung al-Hayat berichtet unter Berufung auf OPEC-Quellen, dass Saudi-Arabien davor erst wissen will, wieviel Öl der Iran nach der Aufhebung der Sanktionen in den Markt gibt. Dies wäre frühestens in zwei Monaten klar. Ein Treffen noch in diesem Monat - wie in der letzten Woche kolportiert - ist damit unwahrscheinlich geworden. Das dürfte einige spekulative Finanzanleger nervös machen, die in der letzten Woche in Erwartung einer koordinierten Angebotskürzung ihre (Netto-)Long-Positionen bei Brent massiv ausgeweitet und damit zum Preisanstieg beigetragen hatten.

Laut ICE stiegen die Netto-Long-Positionen in der Woche zum 26. Januar um 38,4 Tsd. auf 254,0 Tsd. Kontrakte, den höchsten Stand seit Mai 2015. Die Long-Positionen erreichten sogar das höchste Niveau seit Beginn der Datenreihe im Januar 2011. Anleger dürften sich von diesen Positionen trennen, wenn sich ihre Erwartung einer Preiserholung nicht erfüllt. Der Brentölpreis würde dann weiter unter Druck geraten.

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Edelmetalle

Gold stieg gestern vorübergehend auf über 1.130 USD je Feinunze und markierte damit ein 3-Monatshoch. Es prallte allerdings an der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie ab, so dass es heute Morgen rund 5 USD tiefer handelt.

Unterstützt wird Gold aktuell unter anderem von anhaltenden Zuflüssen in die ETFs. Allein gestern waren es wieder 12,8 Tonnen, wovon fast alles auf den SPDR Gold Trust, den weltgrößten Gold-ETF, entfiel. Dies war zudem der größte Tageszufluss seit Mitte Dezember und der elfte in Folge. Seit Jahresbeginn wurden die ETF-Bestände somit um 67,5 Tonnen aufgestockt. Zur gleichen Zeit im Vorjahr waren es 72,5 Tonnen, womit es sowohl vom Niveau als auch vom bisherigen Verlauf starke Parallelen gibt.

Das Silver Institute erwartet, dass die industrielle Silbernachfrage in diesem Jahr ihren Anteil an der Gesamtnachfrage wieder ausweitet. Hierzu soll unter anderem die Nachfrage aus der Photovoltaikindustrie beitragen, die einen neuen Rekordwert erreichen soll. Die Schmucknachfrage dürfte demnach um 5% zulegen und auch die Münznachfrage soll wegen der niedrigen Preise stark bleiben.

Das Silberminenangebot soll um bis zu 5% sinken - der erste Rückgang seit dem Jahr 2002 - und auch das Angebot an Altsilber wird weiter fallen. Das Silver Institute geht daher davon aus, dass sich das Angebotsdefizit am globalen Silbermarkt in diesem Jahr ausweiten wird. Dies sollte zu höheren Silberpreisen im Jahresverlauf beitragen.


Industriemetalle

Die Metallpreise zeigen sich gegen die Ölpreisschwäche und schwache Konjunkturdaten immun und legen heute Morgen teilweise merklich zu. Kupfer zum Beispiel steigt über die Marke von 4.600 USD je Tonne auf ein 4-Wochenhoch. Nach dem enttäuschenden chinesischen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe verharrte der ISM-Index in den USA im Januar mit 48,2 auf dem schwachen Vormonatsniveau. Seit vier Monaten liegt der Index unter der Marke von 50, die Expansion anzeigt. Damit kühlt sich offenbar auch die US-Wirtschaft ab.

Einen Lichtblick gab es allerdings, denn die Komponente der Auftragseingänge ist auf ein 6-Monatshoch gestiegen. Trotz der zuletzt schwächeren Konjunkturdaten gehen wir weiter davon aus, dass sich die Nachfrage nach Rohstoffen im Allgemeinen und nach Metallen im Speziellen robust entwickelt. Einhergehend mit den Ankündigungen umfangreicher Produktionskürzungen sollte es an vielen Metallmärkten in diesem Jahr zu Angebotsdefiziten kommen, was den Preisen unseres Erachtens Auftrieb verleihen wird.

Nachdem es schon vor einigen Wochen zu einer Einigung zwischen den globalen Minenproduzenten und den chinesischen Kupferschmelzen über die diesjährigen Schmelz- und Verarbeitungsgebühren (TC/RCs) kam, wurde gestern auch mit den japanischen Schmelzen eine Übereinkunft erzielt. Die TC/RCs werden wegen der geringeren Kupferminenproduktion 2016 im Jahresvergleich um 9% auf 97,35 USD je Tonne bzw. 9,735 US-Cents je Pfund sinken.


Agrarrohstoffe

In ihren jüngsten Schätzungen von Ende Januar geht die EU-Kommission davon aus, dass 2015/16 trotz einer leicht rückläufigen Fläche 149,5 Mio. Tonnen Weichweizen geerntet wurden. Dies sind 350 Tsd. Tonnen mehr als zuletzt angenommen und 800 Tsd. Tonnen mehr als im rekordhohen Vorjahr. Nachdem 2014/15 die EU-weiten Endbestände bereits um rund 2 Mio. Tonnen stiegen, wird für 2015/16 mit einem weiteren Anstieg um 4,8 Mio. Tonnen auf 15,8 Mio. Tonnen gerechnet. Dies ist allerdings 10% weniger als bisher unterstellt.

Grund dafür ist eine optimistischere Exportschätzung. Diese reicht mit 29,1 Mio. Tonnen zwar nicht an die 33,3 Mio. Tonnen des Vorjahres heran, ist aber 4,4% höher als bisher. Tatsächlich konnten die EU-Exporte 2015/16 ihren Rückstand zum Rekordjahr 2014/15 verringern. Kumuliert hatte der Rückstand zwischenzeitlich 30% betragen, aktuell nur noch 12%. Dies entspricht in etwa dem nun von der EU-Kommission eingestellten Rückgang.

Die nicht nur in der EU, sondern weltweit entspannte Versorgungslage belastet den Weizenpreis. Gestern kamen Unsicherheiten über die Importabwicklung im wichtigen EU-Abnehmerland Ägypten hinzu. An der Börse Paris fiel der Weizenpreis im nächstfälligen Kontrakt (März) daraufhin auf ein 16-Monatstief von 161 EUR je Tonne.





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