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"Ölleitwährung": Es wird immer enger für den Dollar

16.02.2016  |  Vertrauliche Mitteilungen
Seit der Aufgabe des - damals noch anteiligen - Goldstandards für die US-Währung Dollar im Jahr 1971 können die USA ihr notorisches Staatsdefizit mit Hilfe der Banknotenpresse finanzieren. Doch dazu sind sie auf eine weltweite und anhaltende Dollarnachfrage angewiesen.

Ende der 1970er Jahre kam ihnen deshalb die Revolution im Iran gerade recht, als sie Saudi-Arabien militärischen Schutz gegen dessen feindlich gesonnene Glaubensbrüder in Teheran anbieten konnten, wenn die Saudis im Gegenzug ihr Öl nur gegen US-Dollar verkaufen würden.

So gelang es Washington durchzusetzen, daß der weltweite Öl- und Gashandel vornehmlich auf Dollarbasis abgewickelt wurde und wird. Die Zentralbank Fed mußte - stark verkürzt ausgedrückt - schließlich nur noch dafür sorgen, daß immer genügend Dollar verfügbar waren, die auf dem Weg über die Energiemärkte und die Kassen der Öl- und Gasexporteure schließlich wieder in US-Staatsanleihen angelegt wurden und auf diese Weise das anhaltende Staatsdefizit zu finanzieren halfen.

Und je prekärer sich die Lage der US-Staatsfinanzen gestaltete, umso deutlicher und aggressiver reagierteWashington, wenn einzelne Machthaber von dieser "Regel" abweichen wollten. Manch arabischer Diktator scheiterte deshalb nicht an seiner eigentlichen Politik, sondern am "Druck" Washingtons. Manche Beobachter gehen davon aus, daß es die Golfkriege, durch die diese Region in ein bis heute anhaltendes Chaos gestürzt wurde, sonst nicht gegeben hätte.

Doch inzwischen sind weltweit wichtige Ölproduzenten nicht mehr alleine im arabischen Raum anzutreffen, sondern auf beinahe dem gesamten Globus. Man denke nur an die nordamerikanischen Vorkommen, die in Russland und nicht zuletzt auch die - inzwischen an die Grenze der Ausbeutbarkeit gelangten - Felder in der Nordsee.

Dabei kommt der Nordseeölsorte "Brent" mit einem weltweiten Förderanteil von nur etwa 1% noch immer eine besondere Bedeutung zu, weil sie für rund zwei Drittel des weltweit gehandelten Rohöls als Preismarke dient, festgelegt unter großer Beeinflussung durch die an der Wall Street vertretenen US-Investmentbanken.

Fallende Preise für Brent-Öl selbst bei einem gleichzeitig im weltweiten Vergleich stabilen oder gar stärker werdenden US-Dollar können deshalb z.B. für den auf Rubel lautenden russischen Staatshaushalt zu einer großen "Belastung" werden. Ausgeglichene russische Staatsfinanzen wären nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge erst bei einem durchschnittlichen Rohölpreis von etwa 80 Dollar/Barrel zu erwarten. Doch augenblicklich liegt dieser Wert bei oder gar unter 30 Dollar...

Man kann Moskau nicht verdenken, wenn es für seine Ölexporte nach einem eigenen Richtwert, und dies am besten auf Rubel-Basis, sucht. Im November 2015 lief deshalb an der größten russischen Rohstoffbörse, der "St. Petersburg International Mercantile Exchange" (SPIMEX) versuchsweise ein Termingeschäftehandel der russischen Standardölsorte "Urals". Und auch auf wichtiger Käuferseite (China) sucht man intensiv nach international durchsetzbaren Lösungen zur Verringerung der Dollarabhängigkeit im Bereich des Energieimports.

In Washington wird man dagegen auch weiterhin jeden Versuch, den internationalen Ölhandel vom Dollar zu trennen, als einen Angriff auf die weitere Finanzierungsfähigkeit der USA und damit deren weltweite Vormachtstellung verstehen.

Nicht wenige Beobachter fürchten deshalb, daß die USA auf die entsprechenden Bemühungen Chinas und Russlands mit "dem verstärkten Ausspielen ihrer militärischen Überl egenheit“ reagieren könnten. Jetzt richtet sich deshalb auch manches Augenmerk auf die im Herbst anstehende Präsidentschaftswahl, die auch in diesem Bereich zu einer Richtungsentscheidung führen kann.


© Vertrauliche Mitteilungen

Auszug aus dem Infoblatt Vertrauliche Mitteilungen - aus Politik, Wirtschaft & Geldanlage, Nr. 4168



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