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Neue Diskussion um OPEC-Produktionskürzungen

12.02.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise legen zum Handelsauftakt um bis zu 5% auf knapp 32 USD je Barrel (Brent) bzw. knapp 28 USD je Barrel (WTI) zu, nachdem sie gestern kräftig nachgegeben hatten und WTI bei 26 USD je Barrel ein 12½-Jahrestief markierte. Es gibt neue Hinweise darauf, dass sich die OPEC und einige Nicht-OPEC-Länder möglicherweise doch auf Produktionsbegrenzungen einigen könnten. Den Anfang machte vor zwei Tagen der Chef des größten russischen Ölkonzerns Rosneft, Setschin. Dieser sprach sich für eine koordinierte Produktionskürzung um 1 Mio. Barrel pro Tag aus, ließ allerdings offen, ob sich Russland an einer solchen Kürzung beteiligen würde.

Setschin ist der bislang einflussreichste Vertreter Russlands, der sich zu diesem Thema geäußert hat. Gestern machte Venezuela den Vorschlag, dass OPEC- und Nicht-OPEC-Produzenten die Fördermenge zumindest auf dem derzeitigen Niveau einfrieren sollten. Dies würde das Überangebot zwar nicht unmittelbar, aber doch zumindest mittelfristig verschwinden lassen. Saudi-Arabien soll sich diesem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen gezeigt haben, sofern der Iran seine Produktion nicht erhöht.

Ob der Iran dem zustimmen wird, ist allerdings fraglich. Die wohl wichtigste Verlautbarung kam vom Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Dieser sagte laut Wall Street Journal, dass die OPEC-Länder zu koordinierten Produktionskürzungen bereit seien. Die Vereinigten Arabischen Emirate stimmen ihre Ölpolitik in der Regel eng mit Saudi-Arabien ab. Wir bleiben dennoch skeptisch, dass es zu einer Einigung auf koordinierte Produktionskürzungen kommen wird (siehe "Rohstoffe kompakt Energie: Produktionskürzungen - Nur ein Sturm im Wasserglas?" vom 9. Februar 2016).


Edelmetalle

Der Goldpreis zündete gestern die Raketen und legte in der Spitze um 5,5% auf ein 12-Monatshoch von 1.263 USD je Feinunze zu. Auf Schlusskursbasis wurde mit gut 4% der stärkste Tagesanstieg seit gut 7 Jahren verzeichnet. Das Niveau wurde aber nicht gehalten und Gold handelt heute Morgen gut 20 USD tiefer. Gold in Euro gerechnet stieg zeitweise um 4,6% auf 1.109 EUR je Feinunze und notiert am Morgen um die Marke von 1.100 EUR.

Aufwind erhält der Goldpreis von weiterhin zumeist stark fallenden Aktienmärkten, die die Risikoaversion der Marktteilnehmer ausdrücken. Auch wertete der US-Dollar gestern weiter ab. Zudem rutschte die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen zeitweise auf ein 3½-Jahrestief von unter 1,6%. Darüber hinaus hat die schwedische Zentralbank die Zinsen überraschend deutlich weiter in den negativen Bereich gesenkt, was die EZB im März ebenso zum Handeln zwingen könnte.

Kopfzerbrechen dürften der EZB auch die fallenden Ölpreise und der steigende Euro bereiten. Eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik dürfte sich in steigenden Goldpreisen niederschlagen, vor allem in Euro gerechnet. Im aktuellen Marktumfeld bleiben auch die Gold-ETFs weiter stark gefragt. Gestern wurde mit 16 Tonnen der höchste Tageszufluss seit Mitte Dezember verzeichnet.

Die offenbar hohe Verunsicherung der Marktteilnehmer könnte kurzfristig betrachtet zu weiter steigenden Goldpreisen führen. Allerdings steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit für Gewinnmitnahmen.

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Industriemetalle

Schwache asiatische Aktienmärkte verhindern zunächst, dass die Metallpreise heute Morgen stärker zulegen und damit den Ölpreisen nach oben folgen. Nickel legt entsprechend "nur" um 1,5% auf rund 7.700 USD je Tonne zu, nachdem es gestern abermals 3,6% verlor und bei 7.550 USD ein neues 13-Jahrestief verzeichnete. Aluminium handelt weiter unter der Marke von 1.500 USD je Tonne.

Es befindet sich seit nunmehr vier Monaten weitgehend in einer Seitwärtsbewegung zwischen 1.450 USD und 1.550 USD je Tonne. Rusal, der weltgrößte Aluminiumproduzent aus Russland, hat gestern seine im letzten Jahr vorgestellte Strategie bestätigt, in diesem Jahr die Produktion um weitere rund 200 Tsd. Tonnen zu kürzen und schon stillgelegte Schmelzen nicht mehr in Betrieb zu nehmen.

Laut Ansicht von Rusal werden Kapazitätsstilllegungen allgemein dazu führen, dass der globale Aluminiummarkt in diesem Jahr in ein Angebotsdefizit von 1,2 Mio. Tonnen rutscht. Im letzten Jahr wies der Markt demnach einen Überschuss von 600 Tsd. Tonnen auf.

Wir sind skeptischer, dass es in diesem Jahr zu einem Angebotsdefizit kommen wird, da unseres Erachtens die bislang angekündigten Produktionskürzungen nicht ausreichen, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ein anhaltend gut versorgter Markt sollte deutlich steigenden Aluminiumpreisen entgegenstehen. Nach einer Woche Abwesenheit kehren am Montag die chinesischen Händler wieder an die Märkte zurück. Dies dürfte zu einer höheren Volatilität führen, zumal gleich am Montag die vorläufigen Importdaten für Januar veröffentlicht werden.


Agrarrohstoffe

Der Rohzuckerpreis ist gestern um 2,3% auf 13 US-Cents je Pfund gefallen, nachdem der brasilianische Zuckerindustrieverband Unica einen unerwarteten Anstieg der Zuckerproduktion in der Hauptanbauregion Center-South (CS) berichtet hat. Demnach wurden in der zweiten Januarhälfte 97 Tsd. Tonnen Zucker produziert, verglichen mit 29 Tsd. Tonnen in der ersten Monatshälfte. Dies ist so spät in der Erntesaison ungewöhnlich.

Marktteilnehmer machten dafür finanzschwache Verarbeiter verantwortlich, um ihre prekäre Finanzlage zu verbessern. Seit Beginn des Erntejahres im April 2015 wurden in CS laut Unica 599,9 Mio. Tonnen Zuckerrohr verarbeitet, was einem Anstieg um 5% gegenüber dem Vorjahr und einem Rekordniveau entspricht. Aufgrund eines geringeren Zuckergehalts und einer gestiegenen Ethanolproduktion liegt die Zuckerproduktion mit 30,7 Mio. Tonnen allerdings 4% unter dem entsprechenden Vorjahresniveau.

Der seit Anfang Februar deutlich gefallene US-Dollar hat die Nachfrage nach US-Getreide bislang nicht sonderlich stimulieren können. Die US-Maisexporte fielen in der letzten Woche laut US-Landwirtschaftsministerium mit 346,1 Tsd. Tonnen sogar unerwartet schwach aus. Die US-Weizenexporte lagen mit 299,3 Tsd. Tonnen im Rahmen der Erwartungen. Die US-Sojabohnenexporte konnten die Erwartungen mit 601,2 Tsd. Tonnen dagegen leicht übertreffen.



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